Schon Jahren bevor ich offizielle damit beauftragt worden bin das Brot-Tablett zum öffentlichen Offen zu bringen ging ich jeden Morgen an diesen warmen und nach Holzkohle riechenden Platz vorbei.. Mein Koran Lehrer "sidi Lamin" drohte uns immer dort zu Spießen zu machen wenn wir unseren Holz- Tableau's (Tafeln) nicht sauber genug kriegten, dazu benutzten wir Kieselsteine und rieben die mit schwarzen "Katran" (eine natürliche Schwarze Substanz wird u.a. als Tinte benutzt ) beschriebenen Tableau's, wir haben einmal die Woche eine Neue Sure lernen Müssen und jeden Montag morgens während die einen die Tafeln sauber rieben, schrieb sidi Lamin die neuen Suren drauf, er sprach das aus was er gerade schrieb und wir dürften es nachmachen... Auf diese Weise lernten wir schon im Vorfeld welche Sure uns die ganze Woche beschäftigen werde...die Mehrheit aufgrund des alters konnte nicht lesen... Als ich im zweiten Schuljahr während der Vormittagspause nach Hause Lief um das Brot zum Offen zu bringen begegnete mich Sidi Lamin am Eingang...er hatte seine Portion Brot abholen wollen..der Pächter vom Offen backte nicht nur Brot für Haushalte sondern seinen Eigenen zum Verkauf...er versorgte auch damit die vielen Armen die sich Freitag in der Frühe bei Ihm vorm Eingang Platz schafften und Leute die keinen eigenen Haushalt haben wie sidi Lamin.. Er fragte mich nach meinem Vater und zugleich nach meine Schulergebnisse..
"Hört..hört" sagte er laut im Hof des öffentlichen Offen's...viele Nachbarinnen standen Schlange...es waren zwei Tage vor dem Geburtsfest Mohammeds, sie brachten alle Ihren selbst gemachten Gebäck zum Backen.. er suchte in seine Hosentasche unterm Jellaba...während ich am Boden starrte..es war der Respekt den er mir über die drei Jahr beigebracht hat ...aber sicherlich auch die Furcht mich ihm gegenüber falsch zu verhalten.
Er zog mich zu seiner Rechte Seite und lag seinen rechten Hand auf meinen Kahl rasierten Kopf während er mit seiner Linke immer wieder in der Hosentasche suchte... "verflucht sei Satan.." Wiederholte er immer wieder.. diesen Satz benutzte er immer wieder wenn er während des Koranlesens sich versprach..
Seine Hand fühlte sich kalt an, wie zu jeder Zeit wenn er aus der Toilette kam und sich für irgend einen Gebet gewaschen hat , die Toilette lag direkt an der Garage wo wir Dutzend uns am Boden verteilt haben und laut die gleichen Suren gesungen haben.. jeder von uns kam einmal im Monat dran um seinen Platz anzunehmen und vorne zu sitzen wenn er zur Toilette ging.. Als Belohnung durften wir seinen nassen Hand Küssen...
"Verflucht sei Satan...ich habe es mein Junger" ich starrte immer noch am Boden...
Die Frauen küssten sein Hand und mich zugleich an der Wange wenn sie an uns vorbei gingen.. Diesen Ritualen Gruß genießt Sidi Lamin im Viertel...er war einen Heilkünstler zugleich und durfte die Frauen auch ohne die Anwesenheit ihren Männern besuchen, um Ihnen einen Heilmittel zu verabreichen.. in späteren Jahren habe ich erfahren dass Sidi Lamin aus dem viertel verjagt wurde weil er einen Verhältnis mit einer seiner Patientin hatte.
"Mit diesem Stein solltest du nicht nur gute Noten haben sondern auch noch die Tafeln deine Kindern Sauber machen"
ich Küsste ihm die Hand und ging mit dem Kieselstein und meiner Enttäuschung die Augen auf'm Boden gerichtet heraus...
"Verflucht sei Satan.." murmelte ich als ich kurz vorm Haustür den Stein Schmiss...