Hallo Simo und all die anderen ... die sich auf meine Geschichten freuen... teile ich diese frühere Freude mit ... Viel Vergnügen beim lesen..
Der Pate...
Wir saßen um spät Nachmittag um den Teetablett herum.. solche nachmittags sind gezeichnet von Müdigkeit und Leere gleichzeitig, jeder war mit sich selbst beschäftigt und mit den fettigen marokkanischen "Schfanj" ..Diesen runden Nullen aus leichten Teig gemacht in ganz viel Öl gebacken passen Herrlich zum Tee... Ich mochte sie am Anfang nicht so sehr , vielmehr faszinierte mich die Art und Weise wie man sie zusammenschnürt beim speziellen Bäcker, der Saisonbedingt nur solche "Donuts" backt. Es war auch für jeden von uns nur einer zu haben, den die Nachbarn die zu uns zum Tee gestoßen sind haben unsere Hoffnung auf eine zweite "Donuts" zu Nichte gemacht. Es passierte öfter dass diese häufig gepflegte Zwischenmahlzeit auch die Abendmahlzeit ersetzte ...wie auch an diesen Nachmittag.. Das Radio hatte uns im Hintergrund an für uns still gelegte Zeit erinnert: " beim nächsten Zeichen ist es 18 Uhr.. .." Es war überhaupt das Medium dass uns nächtelang weit hinaus begleitet hat.. für meinen älteren Geschwister die ihn jeden Sonntag beschlagnahmt haben um überhaupt beim Fußbal-Talk am Straßen Rand mitreden zu dürfen... Für meinen Vater war das Radio in der Mittagspause einen muss.. wie Oft und wie gern habe ich es ihn angeschlossen und den Hauptsender gesucht... Für einer von uns war das aber mehr als Unterhaltung...mehr als Fußball-Übertragung und weit vielmehr als Mittagsnachrichten.. mein Mutters Geselle war ein Trostspender und ein U-Boot Auge mit der Sie die Welt von unten beobachtete und sich dank ihre gute Fantasie das Geschehen aussehalb ihre Festung vorstellte. Wir haben im Innenhof gesessen und ständig blickte meine Mutter nach oben um sich nach den paar Wolken zu schauen.. es sah so aus als ob Sie Gott flehen wollte nach ein paar tropfen Regen, die an diesem Jahr zu selten waren.. die Garnitur auf der wir saßen war durch eine Dachkonstruktion vom Himmel geschützt.. Ich kann mich nicht daran erinnern dass wir vorher gewarnt worden sind ..als bei uns an der Haustür Plötzlich lauter wurde war ich doch neugierig und lief nach Aussen.. in dem Moment kam mein Vater rein und rief alle sich in einen der Zimmern um den Innenhof zu begeben.. es war Üblich wenn Fremde zu Besuch kamen... Das war das erste mal dass ich einen so großen Karton gesehen habe.. Der Mann der mit der Schieb karre unsere Haustür betrat kam mir bekannt vor.. und die Freude ihm zu kennen war riesen Groß, wie oft stand ich vor seinem Geschäft und starrte in den Schaufenster.. Ich schrie laut .." Es ist einen Fernseher.." und alle die sich in den Zimmer versteckten kamen raus um sich wie ich überraschen zu lassen.. ich muss gestehen dass dies einer der freudigste Momente im meinem Leben waren.. vorbei ist die Zeit in der ich mich wenn auf der Straße über einen Spielfilm geredet wurde aus Scham verzogen habe... Vorbei ist auch das stehen vorm Schaufenster bei dem Fernseher Geschäft wo täglich ab 18:15(damals der Beginn der Fernsehen Ausstrahlung) bis 21:00 und in Ramadan-Monat wo ich etwas länger abends draußen bleiben durfte sogar bis 23:00 der Fernseher lief.. es waren die Bilder die mich in dem Alter faszinierten und weniger der Ton.. den auf dem Schaufenster könnte man keinen Ton hören..warum auch . Das auspacken dieser Wundertüte war für alle einen Erlebniss der besonderen Art.. Wir stellten diesen Schwarz-Weiß Kasten direkt im Innenhof und zwar gegenüber der Sitzgarnitur..es begann auch zu regnen... meine Mutter dankte Gott für diesen besonderen Doppelsegen an diesem Tag .. es störte uns nicht dass der Regen genau uns und dem Fernseher trennte.. Ich blieb sehr lange wie alle meine Geschwister auf.. für mich durfte diesen Abend eine entscheidende Wendung in meinem Leben und meinem Denken gegeben zu haben denn im Fernsehen lief an diesem Abend ..Der Pate...