Huhn über Bord.....
Ich stand an diesem Morgen besonders Früh auf, um ganz ehrlich zu sein habe ich an jene Nacht keine Auge zugedrückt.
Ich Wusste das wird dramatisch werden von den Leuten die mich lieben fernbleiben wird und womöglich vieles hinter mir Jung lassen und wieder alt sehen werde, ich wusste ich werde vieles verpassen und ein ernsthaften Abschnitt meines Lebens anfangen wird.
Ich habe mich versucht zusammenzureißen um nichts über meine Aufregung und Gefühle preiszugeben, ich habe mir ins Klo der Zufluchtsort an diesem Morgen schlechthin gesehen um meinen Gefühlen freien Lauf zu geben, Überall schaut man mich an hatte ich das Gefühl gehabt, jeder hatte seine art gehabt sich von mir zu verabschiede.
Ich musste ins Klo darüber nachdenken wie ich als Junger Kerl meinen älteren Bruder in Flughafen verabschieden mussten und wie ich mich damals gefühlt habe, ich habe geweint und heimlich ihm beneidet das er in die Freiheit fliegen wird, ich war nicht soweit mich in ihm zu versetzen und seine Gefühle besser nachvollziehen zu können.
Ich habe das Wasserhahn gedreht damit es laut wird in der Toilette und damit keiner mitkriegt wie ich gerade dabei war das Gleiche wie mein Bruder lange vor diese Zeit zu fühlen, Das ich in dem Moment nicht zu beneiden war ins ungewisse verreisen zu werden und einen Last auf mich trage der weit schwerer ist als der Rücksack und die ganzen vielen haltbaren Naturalien die ich mit mir 3 Tage lang mit rumschleppen werde, einen Last der die Entscheidung zu verreisen ins Frage stellt.
Es war ein anderes Gefühl als ich 2 Jahre zuvor einen Flugzeug bestieg die nach Paris Flog um von dort weiter nach Doha und Dubai zu fliegen damals wusste ich genau dass ich nach einen Monat wieder da sein werde und vielleicht einen Theater Preis mit nach hause bringe, ich hatte es damals nicht für nötig gehalten mich zu verabschieden oder gar mich traurig zu fühlen.
Meine Mutter packte mir sogar das Frühstück dazu ein was ich an diesem morgen nicht runterkriegen könnte, die Freunde die mich am Frühmorgen überrascht haben sich mein Gepäck unter sich geteilt und mich bis zum Bahnhof zu fuß begleitet und mich vom Drama des Abschieds die ich fest kalkuliert habe teilweise erlöst.
Als ich den Zug bestiegen habe schaute ich meine Freunde vielleicht zum erstenmal in den Augen und mich dachte dabei an diese schöne bittere Zeit die ich mit denen verbracht habe, ich habe mir heimlich ausgedacht was wird wohl aus sie werden, werden sie sich schlecht oder neidig fühlen, werden sie wohl in den nächsten tagen darüber rätseln und zu ihren Hauptthema machen wo ich mich dann befinde, mich vermissen oder einfach mich bis zum nächsten Wiedersehen mich vergessen und in ihren Alltag und Sorgen hinein stürzen.
Im Zug selber saß ich neben gleichaltrige die auf den Moment warteten um mich zu fragen wo dann wohl die Reise hingeht, es ist üblich das man sich im Zug sich unterhält und teilweise sein Privatleben diskutiert, es ist auch üblich das man neugierig ist zu wissen was man wohl im Ausland vorhat zu machen es ist genauso üblich das man die Adressen austauscht wo ich z.B. zu dem Zeitpunkt keine Adresse hatte.
Ich musste das alles über mir ergehen lassen und teilweise improvisieren, ich hatte keine Ahnung wohin meine Große Reise Hinführt, was ich dort genau machen wird, ich hatte nur Hoffnung dabei und die habe ich für mich behalten wollen.
Als ich das Große Schiff sah der mich endgültig auf der andren Seite bringen wird habe ich mich an diesem Tag zum erstenmal traurig gefühlt, ich habe diese Berge die langsam anfingen zu verschwinden berühren wollen, den Delfine die im See um mein Schiff schwammen meine erste Nachricht mitgeben wollen, die Leute die um mich waren und das gleiche wie ich fühlten zu ein Rückkehr zu übererden.
Ich habe mich einfach an eine Bank gesetzt und die Sonnenstrahlen die noch warm waren auf dem Schiff zu genießen.
Ich bekam Hunger und schaute erst rein was meine Mutter mir alles an Naturalien gepackt hat,
Ich musste staunen das ich eine Menge Oliven öl, getrockneten Fleisch und sogar Brot mitschleppe.
Ich holte eine Plastikdose wo ich mein Essen für die durchreise vermutet habe raus. Und stellte fest das Huhn was meine Mutter mir ein nacht vorher gekocht und morgens vor der Abreise warm gemacht hat, das Huhn war kalt und mein Magen war nicht darauf bestimmt.
Ich schmiss einfach das Huhn über Bord....
Mo/00