Da gab es vor ein paar Jahren auch den Film Tangerine, der sich ebenfalls mit dem Thema Prostituion auseinandersetzt und hier im Forum besprochen wurde. Der wurde auch in M gezeigt.
Hier kann man diese deutsch-marokkanische Produktion von Irene von Alberti immer noch in voller Länge sehen:
Marokko-Kennerin Irene von Alberti über Prostitution im Islam: „Prostitution ist wie in den meisten islamischen Ländern bei schwerer Strafe verboten, wird aber in Tanger in gewissen Rahmen toleriert. Viele junge Männer können mangels Geld nicht heiraten und außereheliche Beziehungen werden streng verfolgt. Die Prostitution floriert und bietet der Polizei eine willkommene Einnahmequelle für Schmiergelder.“
Antwort auf:
Um die Situation der Barmädchen in Tanger realistisch darzustellen, traf sich die Regisseurin mit einer ganzen Reihe von ihnen und informierte sich in langen Gespräche über ihre Lebensweise und Probleme. Manche flüchten aus einer Zwangsehe mit einem ungeliebten oder gewalttätigen Ehemann, was zur sozialen Ächtung führt und die Frauen oft nötigt, ihren Lebensunterhalt im Gunstgewerbe zu verdienen. Andere träumen von einem aufregenden, selbstbestimmten Leben, frei von den Fesseln familiärer Pflichten und Bevormundungen. So wie Nohad Sabri, eine Table Dancerin, die in "Tangerine" lebensnah die Rolle der hübschen Mimita spielt. Auch einige Statistinnen des Films kommen aus dem Milieu. Da ihre Arbeit offiziell illegal ist, sind die jungen Frauen schutzlos den Übergriffen rabiater Freier und der Polizei ausgesetzt. Wenn sie bei Razzien in den Bars und Diskos festgenommen werden, ist es kostspielig, sich wieder freizukaufen. Auch für "Schutzgelder" an Kriminelle oder "Eintritt" für Türsteher müssen viele einen Teil ihres Einkommens abgeben. Der Druck fördert Zweckfreundschaften, die Barmädchen in "Tangerine" leben in einer WG. Alkoholismus ist verbreitet unter den Frauen. Nachts trinken sie mit potenziellen Kunden, und manche auch später zu Hause, gegen den Kater nach der Arbeit.
Als Übertreiber [ghulat] werden im Islam Menschen bezeichnet, die einen Aspekt des Islam aus dem Gesamtzusammenhang nehmen, sich darauf konzentrieren und diesen übertreiben.