http://blog.zeit.de/netzfilmblog/2014/11/15/dokumentation-zwischen-flucht-und-heimat-marokko/Sidi Ifni im Süden Marokkos. Die ehemalige spanische Garnisonsstadt ist ein Geheimtipp unter Touristen, die in der Brandung des Atlantiks surfen möchten. Viele junge Bewohner Sidi Ifnis dagegen zieht es weg. In die Städte von Agadir, Marrakesch oder in den Norden des Landes. Doch einige nehmen eine weitaus gefährlichere Reise auf sich. Wenige Hundert Kilometer vor der Küste liegen die Kanarischen Inseln und damit Europa und die Hoffnung auf ein neues Leben.
Die halbstündige Reportage Zwischen Flucht und Heimat besucht die jungen Menschen von Sidi Ifni. Der Berliner Journalist und Filmemacher Christoph Heymann spricht mit Männern wie Mustapha und Said, die bereits die gefährliche Reise hinter sich haben. 24 Stunden dauert die Fahrt über das offene Meer im besten Fall, bei schlechten Verhältnissen können es bis zu 50 sein. Die Gefahr, mit dem Boot zu kentern und zu ertrinken fährt immer mit.
Für die jungen Marokkaner und viele Menschen aus Westafrika war Spanien lange Zeit ein Zufluchtsort. Doch die Krise hat sich bis nach Afrika herumgesprochen. Inzwischen sind die Kanaren nur noch ein Zwischenstopp; die Flüchtlinge zieht es nach Mittel- und Nordeuropa. Doch für die meisten endet die Reise wie sie begann. Ohne Papiere werden sie von der spanischen Polizei aufgesammelt und wieder abgeschoben. Auch die Protagonisten des Films wurden bereits mehrmals wieder nach Marokko geschickt.
Der Film gibt einen kurzen, aber prägnanten Einblick in die unterschiedlichen Gedanken und Hoffnungen der jungen Menschen. Einige von ihnen sehen die Überfahrt als ein Spaß, der sie eben für einige Monate nach Europa bringt. Andere haben sich inzwischen mit ihrem Leben in Sidi Ifni arrangiert und die Pläne in Europa aufgegeben. Für andere ist die Flucht dagegen alternativlos. Einige sagen, dass ihnen Europa zu stressig ist, dass sich Verwandte von ihnen dort unglücklich fühlen und dass auch der Rassismus gegenüber Arabern keine Seltenheit sei. Andere dagegen loben die Freiheit und Fairness.
Grüße
Zora