Antwort auf:
Bitte nicht alles glauben, was ein Mensch so schreibt.


Gilt auch für Artikel in der FAZ.

Abdel-Samad bedient sich durchaus polarisierenden, stereotypisierenden und populistischen Argumentationen, wirft Begriffe wie Islamismus, Islam, Kultur, Scharia, Dschihad usw. wild und undifferenziert in einen Topf und konstruiert "DIE islamische Welt", die so (als homogenes Kollektiv) nicht existiert.

Behauptungen, wie "die islamische Welt" würde unter Komplexen leiden, da sie vom Westen überholt werde und mit der abendländischen "aufgeklärten" Geisteshaltung nicht mithalten könne, sind eine westliche Projektion auf "den islamischen Orient" und drücken den altbekannten Hegemonieanspruch des Westens aus, der sich selber als Nabel des Universums begreift.

Dass sich Abdel-Samad gerade in populistischen Kreisen derartiger Beliebtheit erfreut (wie auch eine Hirsi Ali oder Waris Dirie)und als qualifizierter "Islamkritiker" angerufen wird, ist nicht verwunderlich. Da wird dann Abdel-Samad in der FAZ als "muslimischer Wissenschaftler" bezeichnet, womit wohl vermittelt werden soll, dass es sich hier um einen "Islam-Experten" handelt, wobei Abdel-Samad ja weder Islamwissenschaftler noch bekennender Muslim ist (sondern im Gegenteil den Islam ja ablehnt) und es somit mehr als fraglich ist, wie er sich die Bezeichnung "muslimischer Wissenschaftler" verdient. Aber eine "muslimische Herkunft" für sich reicht in populistischen Kreisen schon vollkommen aus, um als qualifizierter "Islamkritiker" zu gelten, da scheint wohl schon allein die Herkunft eine Art Totschlargument darzustellen.