Antwort auf:
Ach so. Ich habe ganz vergessen, dass Marokkaner in Marokko etwas kritisieren dürfen und Ausländer nicht.


darum geht es nicht. es ist die art und weise, wie du es tust. du tust es abwertend! denkst du, ich sehe nicht die dinge, die nicht in ordnung sind? die entwicklung, die dieses land in den letzten jahren hinter sich hat, ist positiv. veränderungen brauchen ihre zeit. man muss sie im zusammenhang mit der geschichte und der politik sehen. und dass einiges nicht so läuft, wie sich das mancher gern wünscht, daran sind die westlichen länder nicht unschuldig.
gestern war ich mit einer marokkanischen freundin nach melilla gegangen. ich hätte den weg ohne jede kontrolle hin und zurück passieren können. sie hatte es nicht so einfach, andere marokkaner dürfen gar nicht erst rüber und die flüchtlinge aus schwarzafrika findest du bis nach nador rein.
dass menschen so behandelt werden allein, ist schon verachtend. sich dann aber hinzustellen und ihnen vorzuschreiben, was für sie besser wäre (wie du es tust), ist überheblicher neokolonialismus in reinkultur.
ich finde es heuchlerisch, anderen etwas vorzuwerfen, dass man selbst als selbstverständlich für sich ansieht.
marokko würde nicht anders sein, wenn du deine sachen packen und verschwinden würdest.
dieses land bringt solche mutigen menschen wie Ali Anouzla hervor. jede/n marokkaner/in, den/die ich bisher traf, hat es geschafft, sein/ihr leben selbst zu gestalten, hier in marokko oder in europa. es gibt auch einige, die es aufgegeben haben. aber dafür gebe ich nicht ihnen die schuld. die gesellschaftlichen umstände sind es, die nicht jedem die gleichen chancen einräumen.
hast du in diesem forum schon einen marokkanern getroffen, der deutschland nach den in bushaltestellen im jogginganzug mit bierflasche und zigartte rumsitzenden h4-typen beurteilt? sie alle haben einen größeren weitblick als du.

zurück zu

freiheit fürAli Anouzla


When the rich wage war
is the poor who die.
LP