Tatsache ist auch, dass taeglich mehr Spanier nach Marokko ziehen und dort Arbeit suchen. Zwar verdienen sie dort nicht viel, aber immerhin verdienen sie soviel, dass sie davon leben koennen. Ein junges spanische Ehepaar z.B. lebt in Marokko zum ersten Mal in einer gemeinsamen Wohnung, wahrend sie hier Spanien beide bei ihren Eltern lebten, da sie keinerlei Einkommen hatten.
Leider kann ich alles bestätigen, was du geschrieben hast.Es deckt sich vom ersten bis zum letzten Satz genau mit meinen Erfahrungen.
Abhauen nach Marokko ist mir auch schon ein paarmal durch den Kopf gegangen, aber ich habe den Gedanken am Ende immer wieder verworfen. Unter anderem auch, weil ich dachte, dass hier immerhin die ärztliche Versorgung besser sei. Aber selbst das ändert sich. Und zwar nicht allmählich, sondern rasant. Man kann hier dabei zusehen, wie die Versorgung schlechter wird. Die Warteschlangen für OPs oder irgendwelche Untersuchungen steigen von Tag zu Tag.
Die Freundin von meinem Sohn hat sich vor ca. 6 Wochen irgendwie an der Archillessehne verletzt. Dick geschwollen, kann nicht auftreten und drei Zehen nicht bewegen. Die haben sie erstmal wieder nach Hause geschickt, das wäre nichts Wichtiges und heilt von alleine. Zwei Wochen später hieß es dann, nachdem sie nicht locker ließ, weil keinerlei Besserung zu sehen ist, da müsste man eine Ecographie machen, um festzustellen, was kaputt ist, und dafür sei die Wartezeit jetzt im Moment FÜNF Monate (ja, Monate, nicht Wochen). Sie solle doch besser privat zu einem Orthopäden gehen. Die Firma ihrer Mutter ist allerdings pleite gegangen und ihr Vater (Ingenieur) arbeitslos. Also kein Geld, um Ärzte privat zu bezahlen. Eigentlich wollten mein Sohn und sie nächsten Monat nach England fliegen, um da Arbeit zu suchen. Aber auf Krücken wird das etwas schwer, und wie soll sie überhaupt arbeiten, wenn sie nicht laufen kann?
Und ich könnte noch viele, viele Fälle in der Art erzählen, auch von mir selbst. So gibt es auch keine Krebsvorsorge mehr... Ich könnte Bücher schreiben, über die haarsträubenden Geschichten, die ich da kenne oder sogar selbst erlebt habe. Ich dachte ja erst, das passiert nur mir, dass die Ärzte mich wie Dreck behandeln. Das hat was mit Islamophobie zu tun...
Aber in letzter Zeit musste ich (leider oder gottseidank, je nachdem, wie man es sehen will) feststellen, dass die Ärzte wohl alle Patienten wie Dreck behandeln. Die haben wohl Anweisungen, alle Patienten, die nicht so aussehen als wären sie in akuter Lebensgefahr, aus Kostengründen rauszuekeln. Und ich muss dazusagen, dass ich in den letzten 20 Jahren hier mit der ärztlichen Versorgung immer halbwegs zufrieden war. Zahnarzt musste man immer schon privat bezahlen, aber ansonsten ging es eigentlich.