Inzwischen lebe ich auch seit 1985 in Spanien und sehe die Misere weniger bei der EU sondern in Spanien selbst.
Spanien leistet sich den Luxus gemessen an seiner Bevoelkerungszahl acht mal soviele Politiker zu alimentieren wie Deutschland. Die geben sich jedoch nicht mit ihren Pfruenden zufrieden sondern sind korrupt bis ins Mark vom Lokalpolitiker ueber Angehoerige des Koenighauses bis hin zum Ministerpraesidenten.
Allein hier auf den Balearen stehen fast saemtliche Mitglieder der ehemaligen Provinzregierung vor Gericht wegen Korruption und Unterschlagung oeffentlicher Gelder etc. Der erste ist jetzt zu 16! Jahren Gefaengnis verurteilt worden. In zahlreichen anderen Provinzen sieht es aehnlich aus.
Weiterhin gibt es eine florierende Schattenwirtschaft, in der es Betriebe gibt, die nirgendwo registriert sind, jedoch auf auslaendischen Messen in Italien und Deutschland stark vertreten sind.
Lange Zeit warfen die Banken den Leuten Hypotheken hinterher mit Betraegen, bei denen ein normal rechnender Mensch voraussagen konnte, dass diese Leute solche Summen nie zurueckzahlen konnten, z.B. eine Familie mit 2 kleinen Kindern erhielt eine Hypothek von ueber €200.000,-- bei einem Monatseinkommen von €1.268,-- und gelegentlichem Beiverdienst der Ehefrau.
Weiterhin arbeiten die Spanier zwar sehr fleissig und emsig, siehe Kommentar von Merlina, feiern auf der anderen Seite jedoch auch alle paar Tage irgendwelche lokalen, regionalen und staatlichen Feste wie kein anderes Land und lassen sich auch in der Krise nicht davon abhalten.
Im August laeuft in Spanien den ganzen Monat ueber fast garnichts - abgesehen von den Touristenorten. So wollte ich in diesem Monat Werkzeuge und Ersatzteile fuers Auto kaufen, die im Geschaeft nicht vorraetig waren.
Die Antwort war, dass es vor irgendwann im September nichts gaebe, da die Fabriken komplett geschlossen seien waehrend des ganzen Monats.
Die deutsche Wirtschaft wuerde zusammenbrechen,wenn dort die Fabriken einen Monat geschlossen waeren.
Natuerlich suchen die Spanier die Ursachen nicht im eigenen Land, sondern schieben, wie Christa sagt, uns Deutschen die Schuld zu.
Tatsache ist auch, dass taeglich mehr Spanier nach Marokko ziehen und dort Arbeit suchen. Zwar verdienen sie dort nicht viel, aber immerhin verdienen sie soviel, dass sie davon leben koennen. Ein junges spanische Ehepaar z.B. lebt in Marokko zum ersten Mal in einer gemeinsamen Wohnung, wahrend sie hier Spanien beide bei ihren Eltern lebten, da sie keinerlei Einkommen hatten.
Zwar kommen immer noch Marokkaner nach Europa und traeumen vom Paradies hier, doch in der Masse sind das naive Landbewohner, die sich davon blenden lassen, wie ihre Verwandten und ehemaligen Nachbarn, die in Europa leben, dort im Urlaub auftreten und dabei die Realitaet meistens verschweigen.
LG, Theo


Bevor Du Dein Kamel dem Schutze Allahs anvertraust, binde es gut fest

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