Ich wusste ja immer schon, dass aufgrund der verheerenden Arbeitslosigkeit hier diejenigen, die noch arbeiten, hemmungslos ausgebeutet werden. Das ist nichts Neues.
Aber das schlägt dem Fass den Boden aus:
12 Stunden täglich kellnern für 500 Euro. Oder das hier:
"Daniel R.[...]. Trabaja hasta 110 horas semanales en la cocina de un pequeño hotel familiar del municipio coruñés de Pontedeume. Cobra 1.600 euros, el doble que sus 10 compañeros a media jornada que desembarcaron este verano. Todos cumplen el mismo horario extenuante."
Daniel R arbeitet bis zu 110 Stunden pro Woche (!) in der Küche eines kleinen Hotels. Er bekommt 1600 Euro, doppelt so viel wie seine 10 Kollegen mit Teilzeitverträgen, die diesen Sommer angefangen haben. Alle haben die gleichen erschöpfenden Arbeitszeiten.
D.h. die bekommen für den Sklavenjob 800 Euro. Das ist zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel.
Oder es werden "Praktikanten" (vorzugsweise aus armen Ländern, Rumänien oder so)eingestellt. 33 in einem einzigen Hotel (Familienbetrieb).
Eine andere erzählt, sie hat in einem kleinen Hotel in Granada gearbeitet: 12 Stunden täglich 12 Tage durchgehend ohne einen freien Tag. Letzten Monat wurde ihr "aus finanziellen Gründen" gekündigt. Die Hotelzimmer waren aber zu 90% belegt.
Ich verstehe nicht, wie solche Unternehmer noch nachts schlafen können und morgens ihre Visage im Spiegel sehen.
Leiharbeiter von Zeitarbeitsfirmen, um das Tarifabkommen in der Gastronimie zu umgehen, halbtags eingestellt, aber (mehr als) ganztags arbeiten... "Selbständige", damit man keine Sozialversicherung bezahlen muss...
Moderne Sklaverei... hier in der EU. Da muss man gar nicht bis nach Asien oder Afrika.
Ich poste den Link, auch wenn er auf Spanisch ist, damit die Quellenangabe dabei steht:
Servir mesas 12 horas al día por 500 Euros Wer aus Afrika hierher kommt, hat nicht im Normalfall nicht vor, hierzubleiben. Die wollen alle weiter nach Frankreich, Deutschland oder sonstwohin. Um hier versklavt zu werden oder unter einer Brücke zu landen kann man besser in Afrika bleiben.
In den Leserkommentaren wird behauptet, es sei noch schlimmer. Taxifahrer in Oviedo, zum Beispiel, würden bis zu 105 Stunden pro Woche fahren, Lohnabrechnungen für 937 Euro unterschreiben und nur 648 Euro ausbezahlt bekommen.