Nein, Dich habe ich ja auch nicht gemeint:
ich habe auf Bongofurys Threadthema geantwortet, ob es nicht so wäre, daß Muslimas, die "nur" aus Liebe konvertiert wären, letzten Endes dann doch nicht standhaft genug seien auch nach Beendigung der Liebe dem Islam die Treue zu halten: es ist der darunterliegende Subtext, dem ich geantwortet habe - der ja eindeutig ist.
Und Du hast ja nur auf eine gezielte Nachfrage geantwortet, ob es hier jemandem gäbe, der nicht "nur" aus Liebe konvertiert wäre: ich habe Deinen Blog gelesen (nicht alles) und weiß, daß Du in nicht in Deutschland lebst - meine Beobachtungen betreffen aber ausdrücklich deutsche Muslima-Gruppierungen und da war die Hierarchie in allen gleich stringent. Ich habe in Marokko noch nie ein Problem damit gehabt, daß ich gefragt worden wäre "ob ich nur aus Liebe konvertiert wäre" - und ich denke auch nicht, daß Merlina so ein Problem in Spanien gehabt hätte, so sie denn nur aus Liebe konvertiert wäre. Innerhalb der Muslima-Gruppen waren es dann auch gleich die nativen Muslimas, die den Kontakt zu mir gesucht haben und sich dann auch über die strenge Gruppenkontrolle beschwert haben: etwas ähnliches glaube ich auch auf Deinem Blog gelesen zu haben - allerdings anders ausgedrückt:
überall außen vor oder so ähnlich, überall nicht das, was man gesucht hat. Aber ich kann es falsch interpretiert haben.
Danke für die Analyse. Ich bin diese Variante - unter vielen anderen, es gibt durchaus noch andere pycho-logische Möglichkeiten - selber x mal durchgegangen, das kann ich dir versichern. Ich halte mich aber definitiv nicht für so blöd, nur um "Fesseln zu entkommen" etwas so Ausgefallenes zu tun, wodurch ich mich nicht nur von Fesseln befreie sondern mich derart ins Abseits stelle und schließlich inmitten meiner immer noch vorhandenen Fesseln ganz allein dastehe. Um mich von Fesseln zu befreien, hätte es auch ein Liebhaber getan. Wär weniger kompliziert gewesen. Oder eine Scheidung. Aber weißt du was - ich will mich ja gar nicht von meiner Familie trennen, am liebsten möchte ich alles unter einen Hut bringen.
Das ist nicht korrekt widergegeben: ich habe davon geschrieben, woran es liegt, wenn Familien Probleme damit haben, wenn sich bei einem der Familienoberhäupter etwas grundsätzlich ändert - und beziehe mich dabei auf Deine Postings hier und auf Deine Blogeinträge: es ist in den seltensten Fällen der Glaube, der zu Irritationen führt, sondern die Veränderung im Familiensytem - alle müssen sich neu orientieren und das kann zu heftigen Gegenreaktionen kommen. Dem Islam sollte man nie die Schuld für irgendetwas geben: das ist meine Kernbotschaft und das gilt sowohl für die echten als auch die konvertierten Muslime.
Dich für blöd zu halten, käme mir nie in den Sinn und auch nicht Deine Konvertierung für eine platte Lösung von Fesseln zu halten - es ist nun aber mal so, daß die meisten Ehen, die nach 25 Jahren - also nach der Silberhochzeit - auseinandergehen, von den Ehefrauen gelöst werden. Konvertierung ist eine der Formen, es gibt noch viele andere: aber natürlich will ich nichts in Dich hineininterpretieren, sondern zitiere nur aus Deinem Blog. Es mindert auch in keiner Weise die Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit einer Konvertierung, mein Fokus in bezug auf Dich war die Irritation Deiner Familie, die in Deinem Blog ein zentrales Thema ist: meine Erfahrung ist die, daß wenn man niemanden zurücklässt, die Irritation nachläßt.
In manchen Familien natürlich nie: wenn ich Merlinas Kommentar lese, scheint es bei ihr so zu sein - bei mir kommt dazu, daß ich einen Schwiegersohn habe (keinen Marokkaner), der ebenfalls Muslim ist und der Islam deshalb so alltäglich ist, daß kaum noch jemand darüber nachdenken muß. Vielleicht kann Aisha etwas dazu sagen, die ja auch einen Muslim als Schwiegersohn hat.
Aber weißt du was - ich will mich ja gar nicht von meiner Familie trennen, am liebsten möchte ich alles unter einen Hut bringen.
Das ist exakt das, was ich Dir ans Herz legen möchte:
niemanden zurücklassen - das ist das Schlüsselwort. Wie jede Familie das bewerkstelligt, das ist das Geheimnis, das es zu lösen gilt - Frauen sind in dieser Hinsicht große Kreative und große Meister. Aber man muß den festen Willen haben, daß keiner verloren gehen darf: und mit keiner meine ich wirklich keinen. Und nein, ich bin darin ganz sicher nicht perfekt, aber weil auch mich niemand verlieren will, strengen sich halt alle mächtig an, sogar der Vater meiner Kinder kauft fleissig Bücher mit Bezug zum Islam und frägt mich immer wieder mal, ob er nicht mitkommen könne nach Marokko...
...es wird alles gut.
Josi