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Josi: Dann kommen die konvertierten Muslimas und dort zuerst die, die - wie Chadidscha - vom Blitz getroffen wurden: sie sind ohne einen Mann - also nicht aus Liebe, sondern aus anderen Gründen, meistens aus rein spirituellen - zum Islam konvertiert. Sie sind sozusagen der zugezogene Adel, der aber gerade deshalb größten Wert (wie jede Generation von Migranten, die sich mühsam nach oben kämpft, als erstes, die weiter unten Stehenden sich bemüht auf Abstand zu halten) auf absolute Korrektheit im Glauben besteht: da wird gehechelt, geprüft, kontrollliert, jede Wortwahl aufs genaueste durchleuchtet, der Tagesablauf unter exakte Normen gestellt, die man sich dann täglich öffentlich geißelt, so man sie nicht eingehalten hat oder doch mal einen Blick auf das eigene Kind auf einem Foto geworfen hat, das zufällig doch zum Stehen gekommen war auf dem Bücherschrank in der Schrankwand: dann werden möglichst viele Dua's gemacht, viele der älteren Muslimas helfen dann beim Dua machen, um die Schwester von ihren Lastern zu befreien.


Entschuldige, aber von dieser Art Muslima möchte ich mich doch ausdrücklich distanzieren - nichts ist mir ferner als Zeigefingeraufhalten und anderen den "richtigen" Glauben aufdrängen zu wollen. Wer mein Blog liest, weiss dass ich auch nie darauf eingehe, wie genau ich jetzt meinen Glauben lebe, um nur ja nicht den Gedanken entstehen zu lassen, ich meinte, nur so sei es richtig.

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Josi: P.S.: zu Chadidscha - Menschen nach der Lebensmitte, besonders Frauen lösen sich oft noch in letzter Minute von ihren Fesseln. Egal, mit welchen Mitteln sie das tun, es ist immer in Ordnung. Und wenn die Familie irritiert ist, ist sie es in den seltensten Fällen dann wegen eines anderen Glaubens: die Oberhäupter von Familienclans haben zusammen zu bleiben - das ist eine uralte in die Gene eingeschliffene Prägung, wer sich daraus entfernt, wird immer etwas zu berichten und etwas zu erklären haben. Es wäre zu einfach nur einen anderen Glauben dafür verantwortlich zu machen: so man glücklich ist, mit dem was man tut, gehen alle mit Begeisterung mit auf die Suche nach neuen Horizonten.


Danke für die Analyse. Ich bin diese Variante - unter vielen anderen, es gibt durchaus noch andere pycho-logische Möglichkeiten - selber x mal durchgegangen, das kann ich dir versichern. Ich halte mich aber definitiv nicht für so blöd, nur um "Fesseln zu entkommen" etwas so Ausgefallenes zu tun, wodurch ich mich nicht nur von Fesseln befreie sondern mich derart ins Abseits stelle und schließlich inmitten meiner immer noch vorhandenen Fesseln ganz allein dastehe. Um mich von Fesseln zu befreien, hätte es auch ein Liebhaber getan. Wär weniger kompliziert gewesen. Oder eine Scheidung. Aber weißt du was - ich will mich ja gar nicht von meiner Familie trennen, am liebsten möchte ich alles unter einen Hut bringen.

Last edited by Chadidscha; 02/02/13 04:44 PM.