Schönes Stichwort, Bongofury, wie Du ja auch sonst ziemlich sicher den Finger in manche Wunden legst.

Antwort auf:
Eine Frage an die Konvertierten unter euch: Wenn ich das richtig verstehe ist meist erst mit der Heirat die Frage nach dem Glauben aufgekommen. Gibt es hier jemanden der frei von jeglicher Notwendigkeit zur Muslima bzw. zum Moslem konvertiert ist und erst dann geheiratet bzw. seinen Ehepartner kennen gelernt hat?


Dir ist sicher bekannt, daß es in Konvertiten-Muslima-Kreisen diese Hierarchien gibt? Also zuerst kommen die nativen Muslimas, die im allgemeinen auch sehr locker umgehen mit ihrem Glauben, selbstsicher, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen und in ihrem Glauben ziemlich sicher, aber auch ziemlich tolerant.

Sie haben keine gestörte Identität, um es als Psychotante mal beim Namen zu nennen.

Dann kommen die konvertierten Muslimas und dort zuerst die, die - wie Chadidscha - vom Blitz getroffen wurden: sie sind ohne einen Mann - also nicht aus Liebe, sondern aus anderen Gründen, meistens aus rein spirituellen - zum Islam konvertiert. Sie sind sozusagen der zugezogene Adel, der aber gerade deshalb größten Wert (wie jede Generation von Migranten, die sich mühsam nach oben kämpft, als erstes, die weiter unten Stehenden sich bemüht auf Abstand zu halten) auf absolute Korrektheit im Glauben besteht: da wird gehechelt, geprüft, kontrollliert, jede Wortwahl aufs genaueste durchleuchtet, der Tagesablauf unter exakte Normen gestellt, die man sich dann täglich öffentlich geißelt, so man sie nicht eingehalten hat oder doch mal einen Blick auf das eigene Kind auf einem Foto geworfen hat, das zufällig doch zum Stehen gekommen war auf dem Bücherschrank in der Schrankwand: dann werden möglichst viele Dua's gemacht, viele der älteren Muslimas helfen dann beim Dua machen, um die Schwester von ihren Lastern zu befreien.

Und ganz zum Schluß kommen die Muslima, die "nur" wegen der Liebe konvertiert sind. Und die bemühen sich dann mit allen Kräften zu beweisen, daß das keine Konvertierung zweiter Klasse wäre: ich habe mir das alles angesehen, den Kopf geschüttelt wie über jede klandestine Gruppierung, die sich durch Aufstieg, Ausschluß und Ausgrenzung definiert und habe ihnen den Rücken gekehrt. Setidem sage ich jedem, der es wissen will mit Stolz, daß ich nur aus Liebe konvertiert bin, weil es keinen besseren Grund gibt als aus Liebe zu konvertieren.

Ich habe dazu natürlich noch viel mehr vorzubringen, wie beispielsweise, daß ein richtig gläubiger Mensch so ein Vorbild sein kann, daß man an seiner Seite entweder nur mitmachen kann oder aber man sich trennen muß und daß feste Regeln, das Vorleben von Gebet, Alltagsrespekt und vielen anderen in Fleisch und Blut übergegangenes religiöses Leben ansteckend ist: man möchte ein Teil davon sein und man fühlt sich auch manches mal beschämt.

Dafür können wir Deutschen aber nichts, das haben wir genauso mit in die Wiege gelegt bekommen, wie ein Muslim oder aber ein wahrer, richtiger Christ, der ebenso beeindruckend und mitreißend sein kann, aber viel, viel seltener geworden ist. Von ganzen Familien, die sich über Generationen auf ein- und diesselben Regeln verpflichtet fühlen und sie freud- und lustvoll leben, ganz zu schweigen.

Ich lehne also diese Klassifizierung ab, sie dient wie so vieles andere auch nur dazu Zwietracht zu säen und unlauteren Mehrwert aus etwas zu ziehen, wofür man weder etwas kann noch was man selbst entschieden hat: wie wir alle wissen kommt und geht die Liebe wie sie selbst es will. Und wenn der Glaube mitgekommen ist, bleibt wenigstens der und ist ein sicherer, gütiger, zuverlässiger Partner.

Josi

P.S.: zu Chadidscha - Menschen nach der Lebensmitte, besonders Frauen lösen sich oft noch in letzter Minute von ihren Fesseln. Egal, mit welchen Mitteln sie das tun, es ist immer in Ordnung. Und wenn die Familie irritiert ist, ist sie es in den seltensten Fällen dann wegen eines anderen Glaubens: die Oberhäupter von Familienclans haben zusammen zu bleiben - das ist eine uralte in die Gene eingeschliffene Prägung, wer sich daraus entfernt, wird immer etwas zu berichten und etwas zu erklären haben. Es wäre zu einfach nur einen anderen Glauben dafür verantwortlich zu machen: so man glücklich ist, mit dem was man tut, gehen alle mit Begeisterung mit auf die Suche nach neuen Horizonten.


Last edited by Josi; 02/02/13 03:50 PM. Reason: Dreckskorrekturprogramm: wie stelle ich es ab?!