Also um das Thema mal wieder nach MA zurückzubringen:
lange Zeit war ich der Meinung, die ganzen billigen Anmachsprüche, die ich mir als blonde Europäerin anhören muss, wenn ich allein auf der Straße unterwegs bin, würden eben nur mich oder andere Touristinnen betreffen.
Mir wurde dann erklärt, dass auch Djelleba und Hijab-tragende Marokkanerinnen nicht davor gefeit sind, sich Kommentare zu ihren weiblichen Rundungen anhören zu müssen. Und das auf ganz unterstem Niveau.
Das hat mich in Marokko wirklich gestört, sowas kenne ich aus meiner Jugend, zuzwinkern und mit der Zunge im Mund rumfahren oder Pfeifen. Das war mir lange nicht mehr geschehen, dort aber des Öfteren wenn ich scheinbar allein irgendwo war. Was für armselige Typen. Da fiel mir nur der Stinkefinger ein, hab ich auch schon lange nicht mehr benutzt.
Das wird in Marokko genau so negativ gesehen wie bei uns, denke ich. Idioten gibt es nun mal überall.
Für mich hat dies nur ein Mal mehr gezeigt, dass es eben nicht (nur) auf die Kleidung ankommt, wie Männer auf einen als Frau reagieren...bzw. auf die Freizügigkeit der Frauen, wie sie vorhin angesprochen wurde. Eine Frau, die in knappem Mini durch die Straßen läuft hat sicher auch nichts dagegen einzuwenden, wenn ihr alle paar Meter ein Typ zuruft.
Aber wenn man sich "normal" kleidet bzw. sogar nach religiösen Maßstäben verhüllt, ist es umso bitterer wenn einem dafür keinerlei Respekt entgegen gebracht wird.
Es geht immer um die Macht, die Frau nicht als vollwertig anzusehen und sich selbst über sie zu erheben. Sie verhüllt sich, damit er nicht in seiner Geilheit über sie herfällt, was für eine schräge Logik. Soll der Mann doch an sich arbeiten.
Speziell in Marokko beobachte ich erschreckenderweise schon kleine Jungs im Alter von 7,8 Jahren, wie sie europäischen Touristinnen Dinge nachrufen, die sie wahrscheinlich nicht mal verstehen.
Sie kopieren damit natürlich das Verhalten ihrer älteren Brüder/Freunde.
Früh übt sich, was ein richtiger Macho werden will.
Die Erlaubnis der Väter UND Mütter haben sie ja.