Hallo,
Najib, ich habe gerade den letzten von dir verlinkten Artikel gelesen und ich muss sagen, dass die Autorin teilweise auch recht hat und man die Sache, wie so oft, aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten kann.
Frauen präsentieren sich allseits sexy und setzen ihre Reize ein, um Aufmerksamkeit zu erlangen.
Wenn der "richtige" Kerl sie anspricht, freut sie sich über die Aufmerksamkeit, wenn der falsche sie anmacht ist es ein Skandal. Dies ist natürlich überspitzt, denn es gibt weder die Frau, noch den Mann. Nicht alle Frauen präsentieren ihre Reize und nicht alle Männer flippen bei deren Anblick aus.
Aber im allgemeinen ist es schon so, dass eine Frau nachts in der Bar damit rechnen muss, angemacht zu werden. Wenn eine Journalistin mit tiefem Ausschnitt einen Talk mit einem Politiker an der Bar bei einem Gläschen sucht, muss auch sie damit rechnen, dass der sie vielleicht dumm anmacht.
Eine feine Art ist das allemal nicht, aber daraus einen Skandal zu machen ist auch übertrieben.
Aber anscheinend geht es ja hier wieder einmal nur um Kohle durch Schlagzeilen, der Stern macht einen auf Anti-Diskriminierung schickte aber die Journalistin weiterhin zu Terminen mit dem sexistischen Politiker.
Mitverschuldet wird auch dieser Sexismus dadurch, wie Frauen medial präsentiert werden. Sich halbnackt zu zeigen, aber nicht als Sexobjekt gesehen werden zu wollen, ist ziemlich widersprüchlich.
Umgekehrt ist es mittlerweile so, dass darüber gelacht und es als emanzipiert betrachtet wird, wenn Frauen sich sexistisch über Männer äußern, während es bei Männern verpöhnt wird.
Die Autorin hat schon recht, wenn sie sagt, dass Frauen sich oft selbst in die Opferrolle begeben und sie halt einfach sagen sollen, wenn ihnen etwas nicht passt.
Das ist es was ich damit meine, wenn ich sage, dass Frauen halt auch Selbstbewusstsein lernen und aus ihrer Opferrolle treten müssen. Warum soll ich als Frau, peinlich berührt, das weglächeln? Ich kann mich doch selbst zur Wehr setzen. Wenn ich mich bei verbalen Anmachen als hilfloses Opfer betrachte, dass sich nicht wehren kann, sprich ich mir doch die Mündigkeit ab und mach mich selbst zum Opfer.
Dumme Anmachen gehören zur alltäglichen Realität und ohne Frage benehmen sich einige Männer daneben. Aber man muss auch vorsichtig sein, denn Sexismus ist nicht gleich Sexismus, man muss differenzieren:
"Es wird nicht mehr differenziert und damit jede ernsthafte Diskussion im Keim erstickt. Es nervt, weil diejenigen degradiert werden, die tatsächlich Opfer sexistischer Übergriffe werden und die sich nun einreihen müssen in die „Opfer“ von blöder Anmache."
Nicht recht gebe ich der Autorin darin, dass Frauen durch ihre Reize Macht über Männer haben. Welche Macht soll das bitteschön sein und was lässt sich mit dieser mickrigen Macht großartiges erreichen? Eine Macht die darauf beruht, dass ich jemanden schädigen kann oder dass mir ein Mann ein teures Schmuckstück kauft? Auf diese Macht pfeife ich! Die Autorin setzt hiermit die Frauen wiederum herab indem sie die Macht der Frauen auf ihre sexuellen Reize beschränkt. Nicht zuletzt frage ich mich, warum es andauernd um eine Machtfrage gehen muss!