Hallo Najib,
ja ich denke ich verstehe was Du meinst. Ständig wird auf Missstände der anderen mit dem Finger gezeigt und über die eigenen wird geschwiegen.
Das ist das selbe wie mit dem "AIDS"-Thread. Ich frage mich wirklich, was man bezwecken will, wenn man postet wieviele HIV-Neuansteckungen es in Marokko gibt. Was will man damit vermitteln? Auf mich wirkt das so, als ob man da wieder mit dem Finger auf andere zeigt. Dabei erreicht die Verbreitung von HIV/Aids unter Einbeziehung der hohen Dunkelziffer etwa europäische Zahlen. Warum muss hierzu also extra etwas gepostet werden?

Die Problematik von Hausmädchen in Marokko verstehe ich schon, aber man sollte halt dabei nicht so tun, als ob man selber saubere Hände hat. Schließlich tragen wir selber dazu bei, dass andere Menschen ausgebeutet werden.
Um nochmal aber auf die Hausmädchen zurückzukommen:
Ich denke es ist keine Lösung, wenn man Hausmädchenarbeit verbietet. Für viele stellt das Hausmädchen-Dasein der einzige Weg dar, um versorgt zu werden. Vielmehr müssten die Rahmenbedingungen verändert werden, mehr Rechte den Hausmädchen eingeräumt werden etc.
Dass Hausmädchen keine Schulen besuchen können ist genauso traurig, als wenn Kinder aus anderen Gründen nicht zur Schule gehen können. Auch wenn diese Mädchen bei ihren Familien bleiben würden, hätten sie keine Möglichkeit, zur Schule zu gehen. Ich denke, dass die Hausmädchenarbeit auch ein besseres Leben ermöglichen könnte, wenn bestimmte Bedingungen eingehalten werden. Die Schwierigkeit besteht dann aber sicherlich darin, wie man das alles überprüfen kann, ob es mit rechten Dingen zugeht. Aber es zu verbieten ist auch keine Lösung. Es werden ja auch (weltweit)in vielen Familien Kinder schlecht behandelt, misshandelt und missbraucht, aber man kann ja auch nicht verbieten, Kinder zu bekommen und auch das geschieht alles hinter verschlossenen Türen.
Persönlich glaube ich, dass Menschen die ein Hausmädchen schlecht behandeln, wohl auch mit ihren Kindern nicht die feinsten Eltern sind. Und umgekehrt gibt es sicher Hausmädchen, denen es in der Familie in der sie arbeiten, besser geht als in ihren Herkunftsfamilien.