Die ungleiche Behandlung vollzieht sich in Alltagspraktiken und in Wahrnehmungs-, Deutungs- und Denkschematata. Oberflächlich betrachtet leben wir in einer gleichberechtigten Gesellschaft, die die Geschlechter gleich behandelt. Die Ungleichbehandlung geschieht aber angefangen von strukturellen Bedingungen, wie zB. dass Frauen bei gleicher Tätigkeit immer noch schlechter bezahlt werden als Männer, bis hin zu symbolischer Ungleichbehandlung, beispielsweise, dass Frauen eine Nebenrolle spielen - in Filmen etwa sind Männer die Helden, die Frauen haben eine unterstützende und schmückende Nebenfunktion. Bei Autoausstellungen werden an die Seite von Autos (die in dem Moment Objekt als auch Identifikationsmittel der Männer sind) Frauen als schmückende Zierde beigestellt, also auch wieder in eine Nebenrolle gedrängt (nur um zwei simple Beispiele für die Nebenrolle der Frau und die Hauptrolle des Mannes zu nennen.) Uns fallen aber diese Symboliken nicht mehr in unserer alltäglichen Wahrnehmung auf. Dennoch beeinflussen sie unser Handeln und unbewusstes Wahrnehmen und wirken in verschiedene Bereiche hinein, und so eben auch in die zwischengeschlechtliche Beziehung. Vieles wird erst ersichtlich, wenn man Selbstverständliches hinterfragt und Alltäglichem kritisch reflexiv begegnet.
Die Ungleichbehandlung seitens der Gesellschaft zwischen Mann und Frau bekommt man auch zu spüren, wenn man geschieden ist.
Während der geschiedene Mann seinen gesellschaftlichen Status behält und weiterhin von der Gesellschaft anerkannt wird, hat es eine geschiedene Frau schon schwerer, und wenn bei einer Scheidung Kinder mit im Spiel sind, verliert die Frau ihren gesellschaftlichen Stand bzw Status, was dann natürlich zur Folge hat, dass sie von der Gesellschaft ausgegrenzt wird.