Liebe Anna,
ich denke, daß der Alltag eines Moslem stärker von konkreten Regeln geprägt ist. Im Christentum werden eher abstrakte Forderungen gestellt, die der Einzelne dann nach seinem Gewissen umsetzt. Dementsprechend muß der christliche Partner tatsächlich mehr konkrete Kompromisse eingehen, aber die meisten Regeln widersprechen den christlichen ja nicht. Von Details wie Wein bei Abendmahl (meist ja fakultativ auch Traubensaft) oder den christlichen Namen bei orthodoxen Christen mal abgesehen.
Ich denke, daß es gut ist da Absprachen zu treffen, wenngleich diese ja auch nicht festzementiert sein können, weil jeder einer persönlichen Entwicklung unterworfen ist und manches sich theoretisch doch anders anfühlt als dann in der praktischen Umsetzung.
Bei aller Toleranz wird das Hoffen, daß der Partner rechtgeleitet werden und quasi auf die "sichere Seite" wechseln möge, bei keinem überzeugten Gläubigen erlöschen. Ob man das nun als etwas Lähmendes erfährt oder als einen kreativen Impuls, hängt wohl sehr vom Temperament und den Lebensumständen ab.
z.B. Er feiert mit Weihnachten- Sie das Opferfest
Mehr Anlässe zum Feiern sind doch prima!
Jedenfalls zwingt es einen den eigenen Standpunkt zu überdenken, Wichtiges von Unwichtigem zu trennen und kann manchmal auch witzig sein. Z.B. der Versuch so etwas wie "Auto-Fasten" zu erklären. Das ist echt schwer vermittelbar :-) Manchmal finde ich es aber einfach nur anstrengend.
Da das Harmoniebedürfnis bei Frauen meist stärker ausgeprägt ist und auch die Kompromissfähigkeit, ist vielleicht auch das ein Faktor, der Deine Erfahrung, daß Du Dich mehr zurücknimmst, beeinflußt.
Herzliche Grüße
Wanda