Original geschrieben von: wanderer


Antwort auf:
meinung ohne wissen


Glauben kann man alles - wissen nicht.


Quelle: http://www.islam-pedia.de/index.php5?title=Iman

Ist Iman = Glaube?

Iman kann nicht als „Glaube“ übersetzt werden, weil der Begriff „Glaube“ sowohl in seiner sprachlichen als auch in seiner christlich-theologischen Bedeutung mit der Definition von Iman keinerlei Gemeinsamkeit hat und zudem mit den Inhalten von Iman nicht vereinbar ist.

Iman muß auf Beweisführung, Logik und bewußte Verinnerlichung aufgebaut werden, damit er seiner islamologischen Definition genügen kann.

In den klassischen deutschen Standardlexika wird „Glaube“ definiert als: „innere Sicherheit, die keines Beweises bedarf“, „primär (gefühlsmäßiges) Vertrauen, feste Zuversicht“, „ohne Überprüfung, meist gefühlsmäßig ohne Beweise für wahr gehaltene Vermutung“, „Gefühl, unbeweisbare Herzensüberzeugung“, „im Gegensatz zum Wissen ein Fürwahrhalten ohne die unmittelbare Möglichkeit einer (wissenschaftlichen) Beweisführung oder einer Überprüfung“, „(in der Philosophie) im Gegensatz zu Wissen ein Fürwahrhalten ohne methodische Begründungen“, „(in der Tradition des christlichen Denkens) Unterscheidung zwischen Glauben und Wissen im Sinne eines konträren Gegensatzes“.

Für Platon ist der Glaube wie das Meinen die unphilosophische Vorstufe des philosophischen oder wissenschaftlich begründeten Wissens. Dieser Gedanke einer Stufenfolge von Gewißheiten weicht in der Tradition des christlichen Denkens einer scharfen Trennung von Wissen und Glauben. Nach Kant ist der Glaube ein subjektiv zureichendes aber objektiv unzureichendes Fürwahrhalten: „Ich mußte also das Wissen aufheben, um zum Glauben Platz zu bekommen“.

Im Islam ist blinder Glaube unter Auschluss des Intellekts nicht möglich und nicht erwünscht. Der Islam ist nämlich das Ergebnis einer Symbiose zwischen Iman und Intellekt bzw. zwischen Wissenschaft und Religion, denn nach islamischem Selbstverständnis nur die Beschäftigung mit Wissenschaft zur ALLAHs Erkenntnis führt. Die bewusste Gottergebenheit ist also die eigentliche Frucht von Wissen.

Der Islam macht daher das Streben nach Wissen zur Pflicht eines jeden Muslims, sowohl für Mann und Frau, als auch für alt und jung. Er geht sogar so weit, die wissenschaftliche Arbeit zum Gottesdienst zu erheben. In ständigen Appell fordert der Quran den Menschen dazu auf, die Natur zu erforschen, damit er die Existenz ALLAHs und SEINE Eigenschaften erkennt. Im Quran findet der Muslim die Grundlagen und Richtlinien für ein wissenschaftliches Forschen. Die einzige Einschränkung auf diesem Gebiet bestehet darin, dass die Forschung selbst nie zum Ziel werden darf, sondern immer ein Mittel zur Erreichung menschlichen Fortschritts und zur Vervollkommnung der Moral bleiben muss.
Aus diesen Definitionen ergibt sich, daß man den arabischen Begriff “Iman” auch nicht annähernd mit dem deutschen Wort “Glaube” wiedergeben kann.

Quelle: http://www.islam-pedia.de/index.php5?title=Iman


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