Nachdem ich mir jetzt wie angekündigt den Katechismus der Katholischen Kirche aus dem Bücherregal geholt habe (wer nicht weiß, was das sein soll, der soll mal nachfragen bei der Kultur, die der Welt auch Romane "gebracht" hat), hier einer meiner Zufallsfunde (ich bin jetzt erst recht dafür, daß neben der Divina Commedia auch der Katechismus gleichberechtigt neben dem Koran verteilt wird: die Menschen werden nach der Lektüre begeistert sein von der heiteren Kraft, die im Koran steckt - für die anderen, die es mehr nach einer strengeren höheren Macht gelüstet und die Adresse der nächstliegenden Domina verschmissen haben, empfehle ich den Katechismus und wer es ganz advanced als Racheorgie haben möchte: Dante Aligheri.

Hier also von Seite 441

Die Ehe V "Die Werte und die Forderungen der ehelichen Liebe

Die Treue in der ehelichen Liebe

1646 Die eheliche Liebe verlangt von Natur aus von den Gatten unverletzliche Treue. Das ergibt sich aus der gegenseitigen Hingabe, in der die beiden Gatten sich einander schenken. Liebe will endgültig sein. Sie kann nicht bloß "bis auf weiteres" gelten. "Diese innige Vereinigung des gegenseitigen Sichschenkens zweier Personen wie auch das Wohl der Kinder verlangen die unbedingte Treue der Gatten und fordern ihre unauflösliche Einheit (GS 48,1).


So weit so gut.

Die Bereitschaft zur Fruchtbarkeit

1652 "Durch ihre natürliche Eigenart sind die Ehe als Institution und die eheliche Liebe auf die Zeugung und Erziehung von Nachkommenschaft hin geordnet und finden darin ihre Krönung (GS 48,1)...Eheleute, denen Gott Kindersegen versagt hat, können dennoch ein menschlich- und christlich sinnvolles Eheleben führen. Ihre Ehe kann fruchtbar sein an Nächstenliebe, Hilfsbereitschaft und Opfergeist und diese ausstrahlen.


Das können wir hier doch immer noch ALLE unterschreiben?

Artikel 6 Das Gewissen

1776 "Im Innersten seines Gewissens entdeckt der Mensch ein Gesetz, das er sich nicht selbst gibt, sondern dem er gehorchen muß und dessen Stimme ihn immer anruft, das Gute zu lieben und zu tun und das Böse zu meiden und so, wo nötig, in den Ohren des Herzens tönt...Denn der Mensch hat ein Gesetz, das von Gott seinem Herzen eingeschrieben ist, dem zu gehorchen eben seine Würde ist...Und das Gewissen ist der verborgene Kern und das Heiligtum des Menschen, in dem er allein ist mit Gott, dessen Stimme in seinem Innersten widerhallt".


Es wäre demnach schon ein gar nicht schlechter Anfang sich mal mit den eigenen Romanen der eigenen Kultur zu beschäftigen: dieses Jahr wollte ich übrigens nach Mekka fahren (mit dem eigenen Bus), was mir aber verhagelt worden ist und nicht nur wegen der großen Hitze in diesem Jahr: Ich könnte mir durchaus eine Mit-Reisegruppe vorstellen, die sich nicht nur mit viel Proviant und guter Laune bewaffnet hat, sondern auch mit tausenden von Büchern: für die Frankophilen empfehle ich Montaigne und für den Boris mit der Kalischnikow im Geigenkasten Dostojewski, Unterkapitel "Großinquisitor".

Darüber dann später mehr.

Josi

Btw: war schonmal jemand hier in Mekka und wenn nein, warum nicht?