Ergänzung zu wütenden Rundumschlägen*:
"...Der Zorn ist mein persönliches Lieblingsgefühl. Das Wort Zorn stammt aus dem Westgermanischen, nicht zu verwechseln mit der Wut, der unbeherrschten Schwester des Zorns. Papst Gregor der Große aus dem 6. Jahrhundert sagt zum Zorn:
"die Vernunft kann sich mit größerer Wucht dem Bösen entgegenstellen, wenn der Zorn ihr dienstbar zur Hand geht“.
Das sollte man nie vergessen: der Zorn ist eine Tugend und kein Laster. Die Wut hingegen schon.
Und Thomas von Aquin vor 600 Jahren:
"...Die blasse Harmlosigkeit, die sich oft leider mit Erfolg für Sanftmut ausgibt, sollte doch niemand für eine christliche Tugend halten..."
Dem füge ich noch hinzu: die blasse Harmlosigkeit, die sich als Sanftmut ausgibt, ist oft Boshaftigkeit, die nicht den Mut zum Zorn hat.
Josi
* aus Georg Schramms "Der Wutbürger".