Es ist jedoch auch eine Möglichkeit einen astreinen Wahlkampf machen zu können, um von vielen anderen Problemen abzulenken. Jedenfalls deutet das hier darauf hin (daß es nicht nur um die Opfer gegangen ist):
Jetzt kommen Opfer-Angehörige zu Wort. Dabei hat es nach Tagesspiegel-Informationen Unstimmigkeiten zwischen den Angehörigen und dem Bundespräsidialamt gegeben. Denn eigentlich waren nur zwei Redner vorgesehen, doch Ismael Yozgat wollte auf jeden Fall reden, denn sein Sohn starb am 6. April 2006 in seinen Armen. Doch aus Kreisen der Teilnehmer verlautbarte, dass das Bundespräsidialamt sich erst dagegen sperrte, weil das Programm schon stand. Aber, so hieß es bei den Teilnehmern, es gehe nicht nur um Planung, sondern auch um Emotionen. Yozgat äußerte drei Wünsche: "Unser erster Wunsch ist, dass die Mörder gefasst und die Hintergründe aufgeklärt werden. Unser Vertrauen in die deutsche Justiz ist groß." "Mein Sohn Halil wurde in der Holländischen Straße 82 geboren und er wurde auch dort umgebracht, und wir wollen, dass diese Straße nach ihm benannt wird: 'Halil-Straße. Und unser dritter Wunsch ist, dass im Namen der zehn Toten ein Preis ausgelobt wird, unsere Familie möchte Stiftung gründen, Einnahmen spenden für Menschen, die Krebs krank sind." Zusammen mit Semiya Simsek, die jetzt spricht, hat er bereits früh auf einen möglichen rechtsextremen Hintergrund der Tat hingewiesen.
http://www.tagesspiegel.de/politik/recht...en/6243092.htmlJa, und alle waren "gerührt" als Imagine erklungen ist. Einer der Ermordeten war in unmittelbarer Nähe der Wohnung meiner Tochter, gleich um die Ecke ist das Glatzen-Pub par excellence: seinerzeit ist in München immer nur der "schwarze Block" gejagt und am laufenden Band erkennungsdienstlich behandelt worden, die Glatzen hatten freie Bahn. Sie haben sogar 14jährige eingesperrt, die "Tod dem Militarismus" am Tag des ewigen Soldaten vor der Staatskanzlei gerufen haben - nur der Glatzen-Pub, der war auf jeden Fall tabu.
Schön auch, daß Gauck in der letzten Reihe ("als ganz normaler Bürger") saß: der noch vor kurzem dagegen votiert hat, daß diese Veranstaltung überhaupt stattfindet - und erklärt hat, daß er dafür wäre, daß stattdessen Basisvereine (welche auch immer) unterstützt würden.
Es ist längst Wahlkampf, das ist alles.
Josi