Off topic: wir haben einen neuen Bundespräsidenten



Der ist auf jeden Fall auch schonmal mit in einem Taxi gefahren, in dem er nichts zu suchen hatte.

Zur Geschlechtertrennung:

in Deutschland gibt es eine lange Tradition der Verdrängung von Frauen aus dem Recht (nicht nur aus Taxometern). Ihren Höhepunkt hatte diese Verdrängung in den Hexenprozessen (Strafe ohne Delikt), die sich nachhaltig auf die Haltung von Frauen ihr Recht einzufordern ausgewirkt hat und sich in fast jedem Paragrafen des BGB wiederfindet: wer seinerzeit einen Erbstreit hatte, von einem Schuldner sein Geld nicht rechtzeitig zurückbekommen hat, zu hübsch, zu vermögend, zu alt und zu reich war, der hat damit rechnen müssen, daß er als "alte Vettel" (off topic: Merkel hätte dazu gehört), als "böses Weib" oder als "Unholde" angezeigt wurde. Das kennt die muslimische Welt nicht und hat deshalb auch kein Problem mit Geschlechtertrennung und traditioneller Lastenverteilung unter Eheleuten und in Familien.

Frauenehre wurde seinerzeit damit angegriffen, daß man eine andere "Hexe" nannte, Männer wurden angegriffen, indem man sie "Dieb" und "Betrüger" geheißen hat: die Prozesse, die wegen solcher schweren Beleidigungen geführt wurden (Injurienprozesse: sie seien auch Wanderer ans Herz gelegt), waren für Frauen lebensbedrohend, für Männer nur ehrenrührig.

Andererseits war es ein erhebliches Indiz für eine Schadenszauberin, wenn sie sich nicht genügend verteidigt hatte: hat sie keinen Injurienprozeß angestrengt, war sie von vorneherein gefährdet als erwiesene Hexe dazustehen, hat sie den Schmähredner angezeigt, weil er sie eine Hexe genannt hat, lief sie Gefahr noch während des Prozesses als Hexe ausgemacht und sogleich peinlich befragt zu werden. Sie hatte also in jedem Fall immer nur Wahl zwischen der Pest und der Cholera, in der Regel lief ihr auch die Zeit davon.

Diese über mehr als 350 Jahre geübte Praxis mit öffentlichen Hinrichtungen, den Krüppeln, die die Folter entlassen hat, den Ertränkungen, den Kinder- und Vermögenswegnahmen mit all den Folgen für die betroffenen Familien (hatte jemand bereits eine Hexe in der Familie traf es statistisch gesehen gleich noch eine andere Frau/Tochter/Mutter aus derselben Familie - die Folter ist ja das neutralste Beweismittel überhaupt wie wir auch aus Guantanamo wissen) hat bei Richtern (Männern), bei Gesetzgebern (Männern), bei Scharfrichtern (Männern) und bei den Frauen selbst eine breite Spur von Frauenverachtung in der Rechtspraxis, im kollektiven Gedächtnis der gesamten Volksgruppe und im Wortlaut der Gesetze selbst hinterlassen.

Der Frauenalltag in Deutschland ist deshalb auch nicht gleichberechtigt oder nicht mehr nicht mittelalterlich: Frauen "dürfen" Kinder bekommen wie sie wollen (auch unehelich, außerehelich, als Kuckuckskind), sie dürfen sie aber auch selbst versorgen und ernähren und für den Lebensunterhalt sorgen (85 % der Männer entzieht sich seiner Unterhaltspflicht gegenüber seinen minderjährigen Kindern nach der Trennung, in der polizeilichen Kriminalstatistik 2003 wurden 18.668 ermittelte Unterhaltspflichtverletzer ausgewiesen, davon 17.963 männliche und 705 weibliche). Nach einer Studie der Bundesregierung, erhalten 2/3 der Frauen, die einen Anspruch auf Kindesunterhalt haben, keinerlei Zahlungen, obwohl die Mehrheit der Verpflichteten zahlungsfähig wäre.

Und jetzt kommt's: Unterlassene Unterhaltsleistungen werden - so die Statistik - von Frauen überwiegend hingenommen, ohne daß rechtliche Schritte unternommen werden.

Die o.a. 17.963 sind also nur diejenigen, die angezeigt worden sind, sie sind nicht mehr als die Spitze des Eisberges. Man stellt Statistiken auf, aber niemand würde sich die Frage stellen, woher diese "Nachlässigkeit", dieses Sich-Scheuen vor Gericht zu ziehen und dieses resignative Sichabmühen um den Lebensunterhalt und die gleichzeitige Versorgung der Kinder bei den Frauen kommt. Weil Frauen so doof sind? Oder weil sie nicht vielmehr genau wissen, wie chancenlos sie sind, wie gefährlich es ist "widerständig" zu sein, gar kämpferisch, angreifend, seine Rechte und die der Kinder auch vor Gericht vertretend? Selten verzichtet eine so riesige Gruppe von Menschen (jede dritte Ehe wird geschieden, in Großstädten sind es demnächst sogar 50%) auf ihr zustehende Rechte und die Durchsetzung derselben freiwillig. Wenn sie nicht genau wüssten (instinktiv oder dezidiert), daß es aussichtslos ist und man sich besser ruhig verhält, um Schlimmeres zu verhindern.

850 Millionen Schadenersatz, den Peter Gauweiler für den insolventen Leo Kirch (RIP) erstritten hat von der Deutschen Bank (für einen Satz den Ackermann zur Unzeit gesagt hat): wäre nicht denkbar, wenn den Schadenersatz eine Frau eingeklagt hätte. Sie hätte den Prozeß an ihren Sohn, an ihren Mann oder an ihren Bruder abtreten müssen - sonst hätte sie grade mal gesagt bekommen "da muß Tante Erna viel stricken für das was Sie haben wollen". Wir deutschen Frauen haben ja erst kürzlich noch Mutterkreuze verliehen bekommen, wurden Rechtsanwältinnen von den Kammern ausgeschlossen und Richterinnen entlassen und statttdessen ein Jugendamt eingerichtet: das noch heute für viele Frauen der Hort allen Schreckens ist, aber keineswegs eine Einrichtung, die für Kinder und Jugend Sorge trägt oder übernimmt.

Die Geschlechtertrennung und das traditionelle Rollenmuster in muslimischen Ländern hat den Vorteil, daß jeder weiß, woran er ist: es gibt keine versteckte Agenda, die als Modernität daherkommt, in Wirklichkeit jedoch den Scheiterhaufen verinnerlicht hat und ihn auch rausholt, sollte mal eine gegen den Strich löcken ("das hast Du jetzt davon!"). Die Gehirnwäsche, daß Frauen einen Beruf lieben sollen, der hauptsächlich dazu da war, daß Kriege geführt werden konnten und/oder um Kriegsschäden zu beseitigen, haben Frauen viel zu lange mitgemacht: so lange bis sie ihren Töchtern erzählt haben, daß es erstrebenswert sei, an einem Schreibtisch bei BMW zu sitzen und für irgendeinen BWL-Trottel die Excel-Dateien zu öffnen und abends wieder zu schließen. Und dafür den ganzen Tag Mineralwasser zu trinken und in einem Salat zu stochern, damit man von vorne wie von hinten aussieht wie in Marokko höchstens eine 14-jährige und sich die Gebärprobleme dann mit 30 Jahren so verfestigt haben, daß Kinder künstlich erzeugt werden müssen.

Mir kommen Frauen deshalb auch oft vor wie die berühmten Schafe, die sich ihre Metzger selbst suchen: es wäre schon viel geholfen, wenn Frauen erkennen würden, daß das mindeste worauf sie bestehen sollten, die traditionelle Rolle ist (Mütter werden geschützt, versorgt und müssen erstmal nicht arbeiten gehen für den Lebensunterhalt) - selbst für den Preis, daß sie dann alleine in Taxis fahren müssen, das Haus nur spärlich verlassen dürfen und wenn, dann in Begleitung eines Mannes.

Wenn diese traditionelle Rolle gesichert ist, nicht jeden Tag neu in Frage gestellt werden darf und auch nach langen Jahren noch erfüllt wird, dann kann man ja mal drüber nachdenken, wie man sie erweitern kann (Reisen, Handwerk, Kunst, Buchhaltung, Kultur, auch ein Beruf, aber nur einer der oberhalb der Kindererziehung liegt und nicht weit unterhalb wie PR-Tusse und Konsorten).

Aber auf die traditionellen Frauenrechte zu verzichten ohne den gesamten Vertragstext samt Kleingedrucktem zu kennen und ohne die Folterinstrumente sich auch nur ein einziges Mal angesehen zu haben, die zum Einsatz kommen, wenn der Vertragstext dann das Einzige ist, was noch zählt - das war und ist eines der grössten Versagen des Feminismus der vergangenen 50 Jahre.

Und nicht die Schere, die sie angeblich zum Schwanzabschneiden benützen wollten (das kommt, weil die treibenden Kräfte im klassischen Feminismus Lesbierinnen sind und ganz andere Probleme hatte als Frauen/Mütter mit Kindern).

Josi