Ayoub, ich glaube, dass Sitouna kein besonders gutes Verhältnis zu ihrem Exmann hat (sie schildert es ja so). Deswegen hat sie Bedenken u. evtl. auch Ängste. Ich kann es schon nachvollziehen, denn es wäre nicht die erste "Kindesentführung" auf (nach moslemischen Recht ist ja das Kind automatisch auch moslemisch) "legalem" Weg und viele Ex-Ehepartner (ob Mann oder Frau) hatten dann keinerlei Recht in jenem Lande auf ihrer Seite. Das sind natürlich die absoluten traurigen Härtefälle, aber wenn der Expartner einem während der Trennung und auch noch nach der Scheidung das Leben schwermacht, dann kann ich ihre Bedenken verstehen. Meine Freundin sieht momentan auch gerade wie ihr Nochehemann in allem "querschießt" u. jegliche friedlichen gemeinsamen Klärungen u. Bemühungen, Dinge (die, die Kinder betreffen oder finanzielle, sogar auch private) zu klären mit immenser Kraft sabotiert. Als Anmerkung: Nein, er ist kein Moslem. Er ist ein Christ (und er ist Afrikaner). Ich mochte ihn immer, aber ich wusste auch welche Probleme er vor allem mit sich selbst hat. Du siehst also, Ayoub, es geht hier nicht nur um Bürokratie u. Papierkram, sondern um zwischenmenschliche Beziehungen, die sich als äußerst schwierig gestalten und da ist eine gewisse Vorsicht nicht unbedingt verkehrt.
LG