Hallo lieber Midar (jetzt bloß nicht gleich ausrasten!):
grundsätzlich gebe ich Dir in vielen (den meisten) Punkten recht, der einzige Punkt, der mich stört, ist der appellierende Tonfall (appellierend an ein Mitgefühl des "Westens" für die schwierige Lage Marokkos und der Auslands-Marokkaner): den hört man nämlich in Marokko so gut wie gar nicht, das ist eine Spezialität von (deutschen) Orientliebhabern und/oder von Marokkanern, die im Ausland leben, supergut integriert sind und noch immer baff sind, daß sie mit ehrlicher Arbeit und tadellosem Führungszeugnis nicht einen Zentimeter Boden in der Fremde erobern konnten.
In Marokko selbst ist man wesentlich entspannter und insgesamt von kaum verhohlenem Stolz, teilweise strotzend vor Selbstbewußtsein - jedenfalls alles andere als anklagend oder gar weinerlich: man ist sich bewußt, daß es nur eine Frage der Zeit ist, bis der Westen die Quittung für das, was er tut präsentiert bekommt und wenn ich mich nicht irre, liegt sie (die Quittung) schon dick und fett auf dem Tisch mit dem Welt-Gerichtsvollzieher als Vollstreckungsbeamten (der Offenbarunmgseid ist unter Ausschluß der Öffentlichkeit und unter Hinwegnahme der Pensionen, Krankenkassen und Lebensversicherungen bereit geleistet worden).
Das ist jedoch nur der kleinste Teil des Eisbergs, der grösste liegt vergraben im Schuldenberg, der nicht nur ständig wächst, sondern der wachsende Teil nur noch für den Schuldendienst (die Zinsen) verwendet werden kann - also keine Investitionen mehr, keine Bildung, verrottende Infrastrukturen.
"Da bin ich jetzt supernackt"
Wer lieber wissen will, wie es in Österreich zugeht, der schaue hier nach: in einer Lehrveranstaltung in Wien von Univ. Prof. Dr.Dr. Heinz Mayer lasen die Kabarettisten Thomas Maurer, Robert Palfrader und Florian Scheuba aus den polizeilichen Abhörprotokollen von Grasser und Meischberger, fachlich unterstützt vom stv. Chefredakteur des FALTER, Dr. Florian Klenk. Wenn man nicht wüsste, dass dies eine Lesung von realen Telefonprotokollen ist, man täte es nicht glauben - abgesehen davon wird Österreich das nächste Land in der EU sein, das zahlungsunfähig wird: ich denke nicht, daß ein (Exil)-Marokkaner von solchen Leuten etwas lernen sollte, von "coachen" wollen wir lieber gar nicht erst reden:
Apropo Afrika:
Die Wallstreet hat 2010 mehr Boni ausgeschüttet als ganz Afrika Schulden beim Westen hat. Und seit einer Woche sind erstmals in der Geschichte der Staatsanleihen diejenigen der Entwicklungsländer sicherer als die der europäischen Staaten bzw. der USA. Man muß deshalb auch nicht mit den Füssen scharren, um Investoren anzulocken - man muß nur warten: irgendwann werden sie betteln um ein paar "sichere" Geldanlagen, möglichst in einem Land, dessen politische Klasse nicht so dumm, nicht so korrupt, nicht so verkommen und nicht so fade ist wie die oben sich selbst bloßgestellt habenden Österreicher (= Synonym für den Prototyp einer verfaulten westlichen Polit-Filzlaus): das untenstehende Video verdeutlicht die Dimensionen des Schuldenbergs - falls irgendjemand noch irgendwelche Zweifel hat, wer hier wen "coachen" sollte:
Mitleid mit marokkanischen Fremdarbeitern
Nun frage ich Dich, lieber Midar, ob es angesichts der bevorstehenden sprengstoffhaften Finanz-, Ethik- und Moralturbulenzen in Europa noch angemessen ist, sich als Marokkaner bei der politischen Klasse in Europa um eine Existenzberechtigung als Mensch zu bewerben? Und ob es nicht viel realistischer wäre, jetzt schon mal darüber nachzudenken, welche ausgesucht gemeinen - jedoch staats- und völkerrechtlich völlig korrekten - Maßnahmen man ergreifen sollte, um a) die Grenzen dicht zu machen, b) die Armutsmigration aus Europa einzudämmen (zuallererst die Pensionäre, die Wohnwagen, die "Deutschen in Marokko", die Leichenfledderer von 1001 Geschichte) und c) jedwede Investition (Nutzniessung aus der Investition) an die Bedingung zu knüpfen, daß zuerst mal konvertiert werden muß und wo das nicht ernsthaft erwogen wird, die getätigten Investitionen als Ablaß-Börse für vergangene Schandtaten in Schwung zu bringen.
Nur wollen wir es dann auch wirklich alle sehen - also Liveübertragung in einem extra dafür geschaffenen Konvertierungs-Format von 24 M (einschliesslich öffentlicher Beschneidungs-Zeremonien) und ein klitzekleines Wikileaks für die derzeit noch florierende Sexindustrie einschliesslich einer Baby-Klappe für die kostenlose Rückgabe von 1001 Frau bei der Deutschen Botschaft in Rabat (einschliesslich öffentlicher Visumverbrennung für Europa).
Bach wurde auch in Theresienstadt gespielt
Antwort auf:
Die Marokkaner wollen zurüch, aber brauchen Job Coaches die Sie reintegrieren und nicht in Sinnlose teure Maßnahmen stecken. Väter haben die Rente müssen hier im kalten BRD wegen IHrer Enkel bleiben=leiden. Ihren Wohlverdienten Wohlstand an der Küste Nadors / Tanger / Rabat etc können Sie nicht genießen, da die Kinder wirtschaftlich hier abhängig sind. IN MA entwurzelt und ohne Hilfe a la MOntessouri "Hilf mir es selbst zu tun" geht gar nichts.
Es verhält sich genau umgekehrt.
Wie genau, kann Afulki (einer der wenigen Marokkaner hier im Forum) besser erläutern.