Um die Frage in der TE zu beantworten, müsste man erst einmal sagen, was Demokratie ist! Da gibt es doch weltweit die unterschiedlichsten "Modelle".
In Marokko (Monarchie) ist m.E. eine Entwicklung zur Änderung der Verhältnisse, die unter Hassan II vorherschten, eingeleitet. Das bedeutet zunächst Abkehr von diktatorischen Tendenzen. Ob man das als Demokratisierung bezeichnen möchte und wenn, ob das Entwicklungstempo den Marokkanern reicht, mögen und werden die Marokkaner entscheiden.
M6 ist sicher klug genug, um seine Macht für die nächsten (sagen wir mal 20-30) Jahre nicht der Gefahr von Beeinträchtigung durch Unruhen auszusetzen.
Auch Marokko ist mittlerweile Teil einer globalisierten Informationsweltgemeinschaft. Das bedeutet, M6 muss Gas geben, solange sein vorhandener Bonus anhält. (just my 2 cent)
Kein Verständnis habe ich für Leute, die von Demokratie als Erfolgsmodell schwafeln und dabei Deutschland im Sinn haben:
- Deutsche sind mehrheitlich für bezahlbare Gesundheitsdienstleistungen, jedoch die demokratisch legitimierte Regierung ist nicht in der Lage, sich gegen die Lobby von PKV, Ärzten und Apothekern durchzusetzen.
- Deutsche sind mehrheitlich gegen AKW, jedoch die demokratisch legitimierte Regierung beugt sich der Energie-Lobby, die ihre Profite maximieren können.
- Deutsche sind mehrheitlich für gesunde und bezahlbare Nahrungsmittel, jedoch die demokratisch legitimierte Regierung schafft es nicht, kriminelle Machenschaften in der Lebensmittelproduktion zu unterbinden.
- Deutsche sind mehrheitlich für eine stabile Währung, jedoch die demokratisch legitimierte Regierung schafft es nicht, die offensichtlichen Fehler bei der Euroeinführung zu heilen.
Hoffentlich entwickeln sich sowohl Deutschland als auch Marokko zum Guten. Es kann/muss besser werden.
Aristoteles meinte: Eine gute Monarchie ist besser als eine schlechte Demokratie. Als Kriterium galt ihm die Ausrichtung auf das Gemeinwohl.