Liebe Sabrina
Auch ich kann mich nur anschliessen. Der handgeschriebene Religionsnachweis hat auch bei uns völlig gereicht. Und wir mussten ihn noch nicht einmal legalisieren lassen. Das war in Ouarzazate. Allerdings hatte ich vorher auch gehört, dass es Orte gibt, die einen "richtigen" Beweis wollen. Wichtig ist einfach, dass ihr euch am Ort eurer geplanten Hochzeit umfassend informiert, was genau der Adoul und genau der Familienrichter an Papieren wollen - und lasst euch das am besten schriftlich geben.
Da ich in derselben Situation war wie du (aus der Kirche ausgetreten, Konfirmationsschein glaubs mal beim Umzug entsorgt und wirklich gar keine Ahnung, wo die Taufsachen sein könnten), haben wir uns vorher beim zuständigen Familienrichter eine Liste mit allen benötigten Papieren besorgt (was sich im übrigen im gesamten Prozedere als beste Hilfestellung überhaupt erwies, einfach Punkt um Punkt abarbeiten). Der Religionsnachweis war nicht näher definiert, also hat mein Zukünftiger ganz unschuldig gefragt, was denn als Beweis durchgehe. Eigentlich hätten sie schon gerne ein offizielles Dokument gehabt. Mein Verlobter hat da aber bestimmt erklärt, das sei in der Schweiz eben nicht so einfach, bei uns gebe es eigentlich keine offiziellen Dokumente, die deine Religionszugehörigkeit belegen. Und so haben sie sich mit dem handschriftlichen Nachweis begnügt. Später wurde ich auch auf der Polizei gefragt, ob ich Christin sei. Antwort: Bestimmtes Ja. Darauf folgt die Nachfrage, ob du denn konvertieren wollest. Falls du das nicht im Sinn hast, behalte das besser für dich. Ich habe die Antwort widergegeben, die ich vorher brav mit meinem Zukünftigen geübt habe: "Ich weiss es noch nicht. Zunächst werde ich mich umfassend mit der Religion befassen und danach eine definitive Entscheidung fällen". Das hat ihnen gereicht.
Und um gleich noch auf die Kritk einzugehen, dass wir damit ja unsere Ehe auf einer Lüge gestartet hätten. N E I N. Mein Mann und ich hatten das Thema Religion intensiv diskutiert. Er kennt und akzeptiert meinen Standpunkt, ich den seinen. Für uns beide war das kein Problem, dass wir bei der Polizei nicht ganz ehrlich waren. Und das ist ja die Hauptsache.
