Hallo,
kein einfaches Thema! Trotzdem möchte ich dir gerne meine Sicht schreiben.
Hallo, mich würde mal interessieren, warum ihr gläubig bzw. ungläubig seid. Ist man gläubig, weil man so erzogen wurde? Demnach müsste ich eigentlich katholisch sein....
Meine Erziehung hat bestimmt auch Auswirkungen auf meinen Glauben, obwohl ich vieles im Christentum schon als Kind nicht verstanden habe. Ich bekam früh sehr viel biblisches Wissen vermittelt und kam sehr früh an meine Grenzen damit, dass Jesus Gottes Sohn ist und mit der Aussage der Dreifaltigkeit. Letzteres konnte mir selbst unser Pfarrer nicht schlüssig erklären. An Gott als Schöpfer habe ich dagegen immer geglaubt und auch gespürt, dass da eine Kraft ist, die für mich da ist und mich lenkt.
Ist die Fähigkeit an wen oder was auch immer glauben zu können angeboren, oder kann man sie erwerben?
Mich beschäftigen solche Fragen schon seit langem.
Für mich ist die Fähigkeit zu glauben angeboren und durch Erziehung evtl. verändert. Ich habe mir als Kind schon immer viele Fragen gestellt und kam zum Ergebnis, dass es etwas gibt, das alles erschaffen hat. Je weiter ich nachdachte um so mehr verstärkte sich diese Erkenntnis. Das geht bis heute so, besonders, wenn ich an warmen Sommertagen nachts draußen sitze den Sternenhimmel betrachte und meine Gedanken schweifen lasse. Oder einfach nur in der Natur bin. Ich finde, dass die 10 Gebote unbewusst in jedem Menschen verankert sind, egal, ob er jemals davon gehört hat.
Erwerben kann man den Glauben sicher in jedem Moment, vielleicht erst dann, wenn etwas Einschneidendes im Leben passiert, oder, wenn man den ganzen Druck von sich nimmt und eine Zeit lang in sich selbst hineinhört. Ich glaube fest daran, dass Gott jedem Menschen die Chance gibt, sich von ihm finden zu lassen. Manchmal dauert es einfach länger.
Mit dem islamischen Gottesbild (dem wenigen nach, was ich bis jetzt darüber weiß) könnte ich etwas mehr anfangen, weshalb es mir schon seit längerer Zeit durch den Kopf geht, ob ich nicht mal irgendwann konvertieren sollte.
Hier empfehle ich dir, dich intensiv mit dem Islam zu beschäftigen. Besorge dir Literatur, besuche ein islamisches Informationszentrum oder such dir Informationen/spezielle Foren im Internet. Wichtig ist, dass du dir ein eigenes Bild machst. Konvertieren solltest du nur mit genug Wissen und der festen Überzeugung im Herzen.
Allerdings gibt es zur Zeit noch zu viel, was mich davon abhält, diesen Schritt zu gehen.
Ersten schaffe ich es nicht, wirklich zu glauben.
Vielleicht setzt du dich zu sehr unter Druck, glauben zu müssen. Wenn Christentum nicht dein Weg ist, versuch es mal mit dem buddhistischen oder islamischen Weltbild. Meiner Meinung nach sind die Kernaussagen überall identisch. Und dort, wo du dich am meisten angesprochen und am besten aufgehoben fühlst, dort bist du auch zu Hause. Vertrau dabei auf deine Intuition, die wird dich führen!
Zweitens bin ich ein Mensch, der Verbote nur dann befolgen kann, wenn er ihren Sinn einsieht. Blinder Gehorsam ist so gar nicht mein Ding. Da habe ich ein Riesenproblem mit.
Kein Schweinefleisch zu essen fände ich völlig in Ordnung, wenn mir jemand überzeugend erklären könnte, WARUM Gott das von mir wollen sollte. Ich muss Verbote einsehen, um sie zu befolgen, sonst wird das nichts..... Erklär mir jemand, welchen Nutzen Gott oder meine Mitmenschen davon haben, dass ich keinen Schinken esse - und ab sofort esse ich keinen mehr.
Das mit dem Schweinefleisch ist nur ein Beispiel, da bin ich eh kein Fan von. Aber es gibt ja noch vieles mehr, was angeblich verboten sein soll. Angefangen von Musik bis hin zur Kleidung.
Hier kann ich dich sehr gut verstehen. Auch ich kann Verbote/Gebote nur dann befolgen, wenn ich darin einen Sinn erkenne. Der Islam besteht aber nicht aus blindem Gehorsam. Im Koran wird immer wieder dazu aufgefordert, seinen Verstand zu nutzen. Für mich persönlich sind die (wenigen) Verbote im Islam absolut nachvollziehbar. Zum Verbot von Schweinefleisch und Alkohol kannst du im Internet einiges finden. Vielleicht kann dich das ja überzeugen. Ansonsten kann ich dir nur raten, sehr kritisch zu sein und alles in Frage zu stellen, was du nicht verstehst. Irgendwann bekommst du automatisch ein Gefühl dafür, was richtig
für dich ist. Oft geht es nur um das richtige Maß, was wiederum in deiner eigenen Verantwortung liegt. Aber nimm dir genug Zeit und immer Schritt für Schritt!
Den ersten Schritt hast du ja schon mal gemacht, in dem du dich mit dem Thema befasst. Mach das in Ruhe weiter und lass dich nicht beirren. Du bist auf dem richtigen Weg. Und vielleicht magst du ja mal dafür beten, dass wenn es einen Gott gibt, dieser dir die richtige Erkenntnis gibt.
Ich wünsch dir auf deinem Weg alles Gute!
Lieben Gruß
Mara