Hallo, mich würde mal interessieren, warum ihr gläubig bzw. ungläubig seid. Ist man gläubig, weil man so erzogen wurde? Demnach müsste ich eigentlich katholisch sein....
Ist die Fähigkeit an wen oder was auch immer glauben zu können angeboren, oder kann man sie erwerben?
Mich beschäftigen solche Fragen schon seit langem.
Was macht Gott /Allah (oder wer auch immer, falls er existiert) wohl mit denjenigen, die zwar glauben wollen, aber es nicht können? Welche Schuld hat ein Ungläubiger daran, dass er nicht glauben kann, obwohl er es doch gerne tun würde? Kommt so ein Mensch nicht ins Paradies (falls es existiert)? Warum?
Ich finde es unfair von manchen Gläubigen, wenn sie Ungläubige als Menschen zweiter Klasse abstempeln oder gar als Feinde sehen.
Ich sehe das so: Wenn ich das mit dem Glauben beim besten Willen nicht gebacken kriege, habe ich Gläubigen gegenüber sowieso schon einen riesigen Nachteil. Wer glaubt (egal ob er nun Christ, Moslem oder sonstwas ist), muss nicht so eine Heidenangst (im wahrsten Sinne des Wortes) vor dem Tod haben, denn er glaubt ja, dass er danach ins Paradies kommt.
Ich als Ungläubige hingegen muss ständig am Sinn des Lebens zweifeln und habe es dadurch viel schwerer. Und deshalb denke ich mir, dass Gläubige mit Ungläubigen doch eher Mitleid haben sollten, statt sie zu verachten oder gar zu bekämpfen. Das ist doch genau so als würde ich jemanden verachten, weil er im Rollstuhl sitzt, während ich laufen kann.
Ich wurde, wie gesagt, katholisch erzogen , kann aber mit dem christlichen Gottesbild absolut nichts anfangen. Wie oft war ich als Kind/Jugendliche in einem Gottesdienst und habe mir gedacht, das ist doch absurd... mein Leib... mein Blut... Vater, Sohn, hl. Geist????? Tut mir leid, kann ich absolut nicht glauben. Würde ich ja gerne, kann ich aber nicht. Es leuchtet mir einfach nicht ein. Und noch einiges mehr am Christentum finde ich völlig absurd, aber das würde hier zu lang....
Mit dem islamischen Gottesbild (dem wenigen nach, was ich bis jetzt darüber weiß) könnte ich etwas mehr anfangen, weshalb es mir schon seit längerer Zeit durch den Kopf geht, ob ich nicht mal irgendwann konvertieren sollte. Allerdings gibt es zur Zeit noch zu viel, was mich davon abhält, diesen Schritt zu gehen.
Ersten schaffe ich es nicht, wirklich zu glauben.
Ich habe meine Oma vor kurzem gefragt, wie sie das macht, dass sie so einen unerschütterlichen Glauben hat. Sie meinte, das spürt man doch, dass Gott einem in bestimmten Situationen hilft, dass der heilige Geist einem beisteht, usw. Ich habe ihr dann nicht gesagt, dass das bei mir leider so gar nicht funktioniert und schon erst recht nicht, was ich von der katholischen Kirche halte.
Zweitens bin ich ein Mensch, der Verbote nur dann befolgen kann, wenn er ihren Sinn einsieht. Blinder Gehorsam ist so gar nicht mein Ding. Da habe ich ein Riesenproblem mit.
Kein Schweinefleisch zu essen fände ich völlig in Ordnung, wenn mir jemand überzeugend erklären könnte, WARUM Gott das von mir wollen sollte. Ich muss Verbote einsehen, um sie zu befolgen, sonst wird das nichts..... Erklär mir jemand, welchen Nutzen Gott oder meine Mitmenschen davon haben, dass ich keinen Schinken esse - und ab sofort esse ich keinen mehr.
Das mit dem Schweinefleisch ist nur ein Beispiel, da bin ich eh kein Fan von. Aber es gibt ja noch vieles mehr, was angeblich verboten sein soll. Angefangen von Musik bis hin zur Kleidung.
Ich bin mal neugierig, ob jemand seine Meinung zu diesem Thema schreiben möchte....
LG


LG