Liebe Bluebell,

ergänzend sollte ich noch hinzufügen, daß Marokkaner prinzipiell über positive Verstärkung zu verstehen geben wollen, was sie entbehren oder vom anderen erwarten. Fast nie über Kritik - das ist eine der grundlegenden Techniken, die wir beherzigen sollten, wenn "wir" (Angeheiratete) mit dieser Kultur auskommen wollen (übrigens auch, wenn man in Marokko arbeitet - so wie ich) - man sollte sich nie beruhigt zurücklehen, wenn man detailreich belobigt wird, sondern sich umgehend fragen, worin der Mangel bestehen könnte, der darin zum Ausdruck kommen könnte (wenn man nie kocht und plötzlich ein schönes Essen hervorzaubert und ab dann ständig bei den Verwandten vorgestellt wird als 5-Sterne-Köchin - dann hat sich der andere doch nicht damit abgefunden, daß man nur noch zwischen Tür und Angel Fastfood zu essen bekommt etc. etc.).

Wenn er also bereits AUSSPRICHT, daß er lieber für sein Land als für Deutschland arbeiten würde, dann ist er kurz vorm Amoklaufen (nicht gegen Dich, sondern gegen sich selbst: schmerzhaft und quälend, kurz davor seine Entscheidung zu bereuen). Übrigens ist das der Standardsatz, den ich sowohl in Marokko als auch in Europa von allen jungen Marokkanern zu hören bekomme - und nicht, daß und wie toll es in Europa wäre.

Hier muß man ansetzen, aber frage mich bitte nicht wie.

Josi