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einmal Prinz im Netz und nun 5 Jahre Gefängnis ?
#83923
19/02/08 01:40 AM
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Marjam
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Ein junger Marokkaner aus Casablanca, Informatik Ingenieur, 26 Jahre alt gab sich im Internet als seine königliche Hoheit, der Prinz Moulay Rachid aus. In der ozzifiellen marokkanischen Pressemitteilung hiess es kurz und knapp:"Moroccan security authorities arrested on Wednesday an engineer for allegedly stealing the identity of King Mohammed VI's younger brother, Prince Moulay Rachid, on the Internet site Facebook, police sources reported. Twenty-six-year-old Fouad Mourtada, single, was arrested in Casablanca over villainous practices linked to the alleged theft of the identity of the price. It is worth mentioning that members of the royal family have neither web sites nor blogs, and the only official way to obtain information about them was through the portal of the Maghreb Arab press Agency (MAP-national)." CNN News Wir hoffen auf einen gnädigen Prinzen, der vielleicht sogar ein gutes Wort beim König für diesen armen (?) einlegt. Was uns jedoch wirklich interessieren würde: wie kommt man vor allem als Informatik Ingenieur auf so eine blödsinnige Idee?
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Re: einmal Prinz im Netz und nun 5 Jahre Gefängnis
[Re: Marjam]
#84012
23/02/08 02:42 AM
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Najib
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hallo
gerade kam in der nachrichten, dass er 8 jahre und 10 000dh geldstrafe bekommen hat.
gruss Najib
um etwaigen rechtliche konsequenzen vorzubeugen: dieses posting wurde unter subjektivitätsvorbehalt erstellt. Wandern im Rif Google+
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Re: einmal Prinz im Netz und nun 5 Jahre Gefängnis
[Re: Najib]
#84013
23/02/08 12:44 PM
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Elvire
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Guten Morgen,
@ Najib, bist Du sicher? "Le Monde" berichtet von 3 Jahren und 10.000 DHS Geldstrafe.
Maroc: Trois ans de prison pour "l'usurpateur" de l'identité d'un prince 22.02.08 | 21h49
Un jeune ingénieur marocain qui s'était fait passer sur le site internet Facebook pour le prince Moulay Rachid, frère cadet du roi Mohammed VI, a été condamné vendredi à trois ans de prison et 10.000 (900 euros) d'amende par un tribunal de Casablanca.
Le procureur avait réclamé "un châtiment exemplaire pour utilisation de données informatiques falsifiées et usurpation d'identité princière".
La défense avait accusé la police de l'avoir "contraint" à signer le procès verbal d'interrogatoire et plaidé la relaxe. "Aux Etats-Unis, au Canada, en Europe de pareils faits ne font pas l'objet de procès. Sur Facebook vous trouvez des sites de Sarkozy, Bush ou Blair ainsi que de stars du sport ou du cinéma sans que l'on puisse certifier qu'ils soient vrais", a assuré Me Ali Ammar.
"Le prévenu n'a commis ni escroquerie, ni porté atteinte à quiconque. Preuve en est qu'il n'y a ni plaignant, ni partie civile à ce procès", a ajouté l'avocat.
Interrogé par le président du tribunal sur les raisons qui l'avaient poussé à créer un site au nom du prince Moulay Rachid, Fouad Mourtada a répondu: "Je l'admire, je l'aime bien et je ne lui ai causé aucun tort, c'était juste une plaisanterie. je suis innocent".
Agé de 27 ans, cet ingénieur informaticien, diplômé de la prestigieuse Ecole Mohammedia des Ingénieurs (EMI) de Rabat, avait été arrêté le 5 février.
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Re: einmal Prinz im Netz und nun 5 Jahre Gefängnis
[Re: Elvire]
#84017
23/02/08 06:09 PM
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Najib
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hallo
elvire in den nachrichten hat der sprecher 8 jahre gesagt, ich habe extra nochmal meine frau gefragt. aber vielleicht hat sich die 3 im teleprompter gespiegelt.
ghruss Najib
um etwaigen rechtliche konsequenzen vorzubeugen: dieses posting wurde unter subjektivitätsvorbehalt erstellt. Wandern im Rif Google+
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Re: einmal Prinz im Netz und nun 5 Jahre Gefängnis
[Re: Najib]
#84022
23/02/08 07:52 PM
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Elvire
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Hallo, @ Najib, auch andere Medien bestätigen jetzt 3 Jahre Gefängnis. Zur Unterstützung von Fouad wurde eine Website eingerichtet und eine Petition veröffentlicht. Über Folterung bei der Vernehmung von Fouad wurde in einem anderen Beitrag berichet. Die Polizei streitet ab. Marokko: 3 Jahre Gefängnis für gefälschtes Facebook-Profil Fuad Mortada, ein 26jähriger Informatiker aus Marokko, wurde zu einer dreijährigen Haftstrafe und der Zahlung von 10.000 Dirham (880 Euro) verurteilt[1], weil er am 15. Januar auf Facebook eine Seite für den Prinzen Moulay Rachid, dem Bruder des Königs Mohamed VI, eingerichtet hatte. Das berichtet die spanische Zeitung El País. Am 5. Februar wurde Fuad verhaftet, das Gericht wirft ihm Fälschung von Informationen und das Anlegen des Profils ohne Genehmigung durch den Prinzen vor. Fuad erklärte, er habe mit der Einrichtung des gefälschten Profils keine bösen Zwecke verfolgt, sondern dies sei aus Verehrung geschehen. Zu anderer Gelegenheit sagte er, er habe dies einfach aus Spaß heraus gemacht. Falsche Profile von prominenten Menschen gebe es zudem viele auf Facebook, sagte sein Verteidiger, ohne dass bislang jemand deswegen verurteilt worden sei. Fuad wurde anderem Medienberichten zufolge unterstellt, dass er Verbindungen zu terroristischen Gruppen haben könnte. Nach seinem Verteidiger ist er gefoltert worden, was die Behörden jedoch abstreiten. Zur Unterstützung von Fuad ist eine Webseite[2] eingerichtet und eine Petition veröffentlicht worden. (fr[3]/Telepolis) (fr/Telepolis) URL dieses Artikels: http://www.heise.de/newsticker/meldung/103962 Links in diesem Artikel: [1] http://www.elpais.com/articulo/internaci...elpepuint_2/Tes [2] http://www.helpfouad.com/ [3] mailto:fr@tp.heise.de
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Re: einmal Prinz im Netz und nun 5 Jahre Gefängnis
[Re: Elvire]
#84028
24/02/08 02:32 PM
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Najib
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hallo
wenn die gutmenschen überall in der welt einmal an sich halten könnten und auch mal eine petition nicht ins netz stellen würden, dann wäre der junge mann in ein paar monaten sicher wieder draussen. so aber sehe ich schwarz für ihn. um nicht das gesicht zu verlieren wird die justiz ihn nun wohl nicht vorzeitig laufen lassen. naja, ein kleines stückchen hasch in der tasche kann auch 5 jahre bringen. somit ist wenigstens die verhältnismässigkeit gewahrt.
gruss Najib
um etwaigen rechtliche konsequenzen vorzubeugen: dieses posting wurde unter subjektivitätsvorbehalt erstellt. Wandern im Rif Google+
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Re: einmal Prinz im Netz und nun 5 Jahre Gefängnis
[Re: Najib]
#84031
24/02/08 06:24 PM
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sk8erBLN
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hallo najib, hallo zusammen wenn die gutmenschen überall in der welt einmal an sich halten könnten und auch mal eine petition nicht ins netz stellen würden, dann wäre der junge mann in ein paar monaten sicher wieder draussen. weshalb sollte das so sein? Wie es aussieht, gibts ne ganze reihe leute in marokko die das nicht so sehen.... siehe: Sites de Blog réputés au Maroc entrent en grève pendant 24 heures en solidarité avec Fouad Mourtada et sa famille.
14 jours après l’arrestation de Fouad Mourtada, plusieurs sites de blogs marocains, réputés par leur grande influence au Maroc, sont en grève aujourd’hui, Mardi 19 février 2008, en solidarité avec Fouad et sa famille.
Larbi.org a publié: « …Le procès de Fouad est le procès d’un délit qui n’a pas été commis, dans n’importe quel autre pays, il n’aurait même pas eu lieu. Si le tribunal Condamne Fouad Mourtada pour le simple fait d’avoir crée un faux profil du prince Moulay Rachid, ça serait au prix d’une grande injustice et d’un monstrueux précédent judiciaire… »
Sites de blogs en grève: Ibn Kafka, Larbi.org, Lionne d'Atlas , Fhamator, Ayoub, 7didane, Jihane, Eatbees, Laïla Lalami, Reda, Farid Taha, vuesdeloin, EcoMaroc, Lady Zee, Myrtus, Bluesman, E_loge de l'inter_dit , au début était le blog, Partageons nos passions, Moi, dans tous mes états, Loula la nomade, Manque d'inspiration, Ma Roquinerie, MacMaroc Links zu allen blogs gibts von der webseite unter dem eintrag vom 19 februar: http://www.helpfouad.com/ um nicht das gesicht zu verlieren wird die justiz ihn nun wohl nicht vorzeitig laufen lassen.  Sehr komisch deine ansicht! Mehr als die justiz schon an gesicht verloren hat durch diese peinliche verhaftung und erst recht das skandalöse gerichtsurteil geht ja wohl kaum! Doch, ich vergaß dass man fouad noch ein wenig gefoltert hat, wenn man den informationen glauben schenken kann, was ich erstmal tue. Statt die geschichte diskret mit einem mäntelchen des schweigens zuzudecken wie du najib das vorschlägst, fände ich andere aktionen sehr angebracht. Zum beispiel hunderte von profilen mit genau diesem usernamen anlegen, bei facebook, skyrock, youtube so viele eben geht. Oder -etwas schärfer- auch einen internationalen boykottaufruf sehr viel angebrachter, die gerade vor der tür stehende ITB (tourismusbörse an der auch marokko teilnimmt)wäre eine prima gelegenheit darüber zu informieren und deutlich kritik zu üben. Sich der petition anzuschließen finde ich sehr wichtig und das mindeste was man für diesen unschuldig im knast sitzenden machen kann! Wenn mich das in najibs augen zum "gutmenschen" macht - na und! gruß sk8erBLN
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Re: einmal Prinz im Netz und nun 5 Jahre Gefängnis
[Re: sk8erBLN]
#84033
24/02/08 07:50 PM
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Najib
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hallo wieso sollte er unschuldig sein? hat er gegen ein gesetz verstossen oder nicht? wäre es ok sich bei facebook unter deinem richtigen namen mit deiner richtigen adresse anzumelden und irgendwelchen quatsch in deinem namen zu schreiben? tagebuch eines alkoholikers oder junkiesoder sowas ähnliches. würdest du darauf bestehen, dass man das darf? und denen kommt es nicht darauf an ihr gesicht vor dir zu bewahren, sondern vor dem marokkanischen volk. Zum beispiel hunderte von profilen mit genau diesem usernamen anlegen, bei facebook, skyrock, youtube so viele eben geht.
Oder -etwas schärfer- auch einen internationalen boykottaufruf sehr viel angebrachter, die gerade vor der tür stehende ITB (tourismusbörse an der auch marokko teilnimmt)wäre eine prima gelegenheit darüber zu informieren und deutlich kritik zu üben. wolltest du allen ernstes marokko boykottieren, weil der prinz was dagegen hat, dass sich jeder der will ein facebook-account unter seinem namen anlegt? gibt's eigendlich ein account dort unter dem namen george w. bush, seines zeichens präsident der usa? wenn nein, warum nicht? und warum wird dann nicht zum boykott der usa aufgerufen. gibt's eines von putin oder der queen? hat angela merkel eins? nein? legt hunderte accounts an und boykottiert diese staaten. gruss Najib
um etwaigen rechtliche konsequenzen vorzubeugen: dieses posting wurde unter subjektivitätsvorbehalt erstellt. Wandern im Rif Google+
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Re: einmal Prinz im Netz und nun 5 Jahre Gefängnis
[Re: Najib]
#84034
24/02/08 08:35 PM
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argazarrumi
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Hallo Najib. na ja, eine saftige Geldstrafe hätte es auch getan. Natürlich hat er gegen das Gesetz gehandelt und musste bestraft werden, aber mehr als "grober Unfug"? "Beleidigung"? Jeder Marokkaner sollte es eigentlich wissen: es gibt 3 Dinge, über die man sich in Marokko besser nicht, und wenn, dann sehr vorsichtig äussern sollte: die königliche Familie, die nationale Integrität und den Islam. Während bei "nationaler Integrität und Islam" gewisse Liberalisierungstendenzen zu bemerken sind, ist die königliche Familie immer noch tabu. Das hätte ein Absolvent der "Mohamedia" wissen müssen. Eigentlich müsste er, wenn Dummheit strafbar wäre, dafür noch eine zusätzlich draufkriegen. Ich nehme diesen Thread zum Anlass für die Frage, ob wir uns hier nicht mehr mit wirklich wichtigen Themen Marokko betreffend, wie politisch/wirtschaftliche Entwicklung, Demokratisierung/Liberalisierung beschäftigen sollte. Vieles kommt mir hier wie eine touristische Austauschbörse vor. Gruß Argazarrumi
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Re: einmal Prinz im Netz und nun 5 Jahre Gefängnis
[Re: argazarrumi]
#84035
24/02/08 09:11 PM
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meine meinung zu deinem letzten satz, argazarrumi, ist, solange man befuerchten muss, wegen jedem kleinen schreibfehler von irgendwelchen anonymen fakern hier mit häme ueberzogen zu werden, bzw. in diesem forum nahestehenden blogs gnadenlos durch den kakao gezogen zu werden, halten sich sicher etliche, die hier gerne was sagen wuerden, zurueck.
du hast noch nicht einmal nicht den ocean gesehen? die reden von nichts anderes im himmel! knocking on heavens door
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Re: einmal Prinz im Netz und nun 5 Jahre Gefängnis
[Re: Najib]
#84037
24/02/08 11:33 PM
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hallo nochmal, wäre es ok sich bei facebook unter deinem richtigen namen mit deiner richtigen adresse anzumelden und irgendwelchen quatsch in deinem namen zu schreiben? tagebuch eines alkoholikers oder junkiesoder sowas ähnliches. würdest du darauf bestehen, dass man das darf? Ich könnte das so wenig verhindern wie ein bush, eine merkel oder sonst irgendwer. Mit entsprechend viel realitätssinn würde ich das also betrachten... Rechtsverletzungen im internet stehen an der tagesoordnung und sind de facto eine art "normalzustand ohne gesetzliche grundlage" mit dem die webgemeinde trotzdem recht gut umgeht. Wie dieser übliche umgang aussieht erläutere ich gerne. Sollte -um bei deinem beispiel zu bleiben- mir soetwas passieren, ist es sehr einfach, man wendet sich an den sitebetreiber und bittet um löschung des profiles. Damit nun nicht jeder spassvogel jemand anderes webseite schließen bzw. ein user-profil löschen lassen kann, muss man in der lage sein die eigene identität nachzuweisen, bestenfalls wird dann noch eine stellungnahme des beschuldigten abgewartet, es wird aber im allgemeinen immer sehr rasch auf rechtsverletzungen reagiert. Warum ist das so? Sehr einfach. Ab dem zeitpunkt wo ich als betreiber eines portals wie facebook kenntnis über einen rechtsverstoß habe weil sich ein berechtigter beschwert hat, bin ich als anbieter gezwungen zu handeln. Tue ich das nicht, darf sich der geschädigte nämlich juristisch an den betreiber wenden und der haftet dann dafür und das würde dann teuer. Wie der presse zu entnehmen war, wurde das profil am 15.1 eingerichtet, und nachdem es entdeckt wurde kurz darauf geschlossen (nicht etwa weil da das königshaus intervenierte, es wäre auch bei müller meier schulze geschlossen worden). Wichtig ist aber auch festzustellen, dass der jetzt im knast sitzende natürlich nicht ein "tagebuch eines königlichen alkoholikers führte...."! Im gegenteil. Wie ich lesen konnte, wurde das profil aus spass angelegt und der "täter" verehrt den prinzen und das königshaus so wie viele marokkaner. und denen kommt es nicht darauf an ihr gesicht vor dir zu bewahren, sondern vor dem marokkanischen volk. Das mag so sein, aber was glaubst du weshalb mein erster vorschlag war hunderte solcher profile anzulegen.  Der lerneffekt wäre verblüffend  und das würde in ebenso kurzer zeit einen überlegteren umgang mit solchen "tätern" auslösen.  Und es führt vielleicht dazu, dass es ein einmaliges hochoffizielles statement des königshauses in allen medien gibt, dass nur die xy-seiten die offizielle homepage der königsfamilie sind (wenn man denn dem eigenen volk nicht zutraut richtig einzuschätzen, ob ein königlicher prinz auf datingseiten ein profil hat). Aktuell hat man sicher weit mehr der lächerlichkeit preisgegeben und zwar der weltweiten internetgemeinde. Nur wegen der völlig überzogenen reaktion auf eine sache, die sich so oder so eben nicht verhindern lässt. wolltest du allen ernstes marokko boykottieren, weil der prinz was dagegen hat, dass sich jeder der will ein facebook-account unter seinem namen anlegt? nein, hätte man den seit etlichen jahren im internet üblichen weg gewählt (Anbieter anschreiben und löschung des profils), gäbe es keine veranlassung für einen boykottaufruf und der vorgang wäre nicht einmal in die marokkanische presse gekommen. Zum internationalen skandal kam es erst wegen dieser vollkommen überzogenen peinlichen reaktion und des urteils. gibt's eigendlich ein account dort unter dem namen george w. bush, seines zeichens präsident der usa? wenn nein, warum nicht? und warum wird dann nicht zum boykott der usa aufgerufen. gibt's eines von putin oder der queen? hat angela merkel eins? nein? Aber hallo gibt es die!! Zahlreich sogar, von tausenden prommis oder auch politikern einfach mal ein wenig googeln gehen... Die alte weisheit stimmt schon im internet gibt es nichts was es nicht gibt. DAS genau ist ja der witz. Die genannten finden das alle sicher wenig witzig wenn mit ihrem namen im netz ohne autorisation gearbeitet wird. Nur kommt - bis auf putin möglicherweise- keiner der genannten auf die absurde idee, dafür jemanden mehrere jahre in einen knast zu stecken und foltern zu lassen. Es ist ja auch kein problem -wieder von russland abgesehen- in den übrigen genannten staaten aufs schärfste die regierungen zu kritisieren und möglicherweise hast du auch schon beißende kritik zum englischen königshaus in der presse lesen können. Das marokko davon noch lichtjahre entfernt ist dass frei über das königshaus gesprochen werden kann (auch wenn es noch weit restriktiver ist in vielen anderen ländern), ist mir durchaus bewusst. Schon der anwalt von fouad sagte das-so ganz nebenbei- und er riet dringend dazu ggf. einen internet-sachverständigen hinzuzuziehen wenn den gerichtsseits schon das wissen dazu nicht vorhanden ist: "Il s'agit d'un problème de culture: c'est la première fois qu'un Marocain se fait passer pour quelqu'un de très important sur un site internet, alors qu'en Europe et aux Etats-Unis, c'est déjà monnaie courante", a déclaré à la presse son avocat Ali Amar.
L'avocat a demandé à la cour de nommer un expert en informatique pour l'aider à bien juger cette affaire. siehe Le Monde oder auch Fuad erklärte, er habe mit der Einrichtung des gefälschten Profils keine bösen Zwecke verfolgt, sondern dies sei aus Verehrung geschehen. Zu anderer Gelegenheit sagte er, er habe dies einfach aus Spaß heraus gemacht. Falsche Profile von prominenten Menschen gebe es zudem viele auf Facebook, sagte sein Verteidiger, ohne dass bislang jemand deswegen verurteilt worden sei. auch bei heise nachzulesen Na dann mein herzliches beileid zur schaffung dieses weltweiten präzedenzfalls.  Besser und schneller kann marokko seinen ruf als relativ liberales, dem westen zugewandtes islamisches land kaum verspielen als das jetzt geschehen ist-weltweit wohlgemerkt. (Siehe auch etliche bösartige kommentare schon unter dem heise-artikel wo mehr als 200 kommentare zu dem thema stehen...) Ach ja, meine eingangsfrage weshalb fouad in nur wenigen monaten schon draußen sein sollte nachdem er für sein "verbrechen" rechtskräftig verurteilt ist ohne jede öffentlichkeit hast du nicht beantwortet.... Denkst du man lässt ihn einfach laufen nachdem man ein drakonisches exempel statuieren wollte? Aber ich bleibe dabei: Jeder einzelne Tag knast ist für das in meinen augen lächerliche vergehen (insoweit hast du recht najib, ganz unschuldig ist er nicht auch wenn ich von dem gesetz nichts halte) ein tag zu viel! Von der im raum stehenden folter mal ganz abgesehen. Wenn man schon nicht über das aus enthusiasmus entstandene profil hinwegsehen wollte und es einfach löscht) dann wäre eine geldstrafe das allerhöchste der gefühle mit dem ich mich gerade noch angefreundet hätte. Es wurde ja gerade nicht beleidigt oder ähnliches in dem profil. gruß sk8erBLN
Last edited by sk8erBLN; 24/02/08 11:35 PM. Reason: den gruß vergessen ;)
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Re: einmal Prinz im Netz und nun 5 Jahre Gefängnis
[Re: sk8erBLN]
#84041
25/02/08 02:43 PM
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hallo, nur falls es noch eines beweises bedarf zu meiner aussage Aber hallo gibt es die!! Zahlreich sogar, von tausenden prommis oder auch politikern einfach mal ein wenig googeln gehen... Die computerzeitschrift CHIP war so freundlich ein paar beispiele für promiprofile bei studi-vz herauszusuchen, unsere kanzlerin angela merkel ist selbstredend auch dabei (siehe bild nr. 10 ) Die Promis im studiVZ Galerie Merkel ist nicht nur dabei, "ihre" profilangaben könnte man sogar in der tat als negativ/beleidigend auslegen lese ich unter "arbeit" bei der "art des jobs "08/15 jobber/in" als angabe. Ferner heisst es im dazugehörigen artikel Auch Politiker sind vertreten: Angela Merkel, Wolfgang Schäuble oder Kurt Beck haben einen Account. In Schäubles Innenministerium hat man damit kein Problem. Eine Sprecherin beruft sich auf die Freiheit des Internets und "solange dabei keine rechtserheblichen Folgen entstehen, ist es ja gerade diese Freiheit, die Menschen weltumspannend verbindet und so auch für einen interkulturellen Dialog sorgt." sowie Dieter Bohlen ist in der Gruppe "Hat jemand noch A*schkarten? Ich sammel die nämlich...", Florian Silbereisen ist Mitglied bei "Wir sind dumm wie Brot... und das zurecht" und Bill Kaulitz, der Sänger der Band Tokio Hotel, ist in der Lehrveranstaltung: "epileptische Anfälle: Rumrobben und Nacktmullen rauchen." Soviel noch dazu ! gruß sk8erBLN
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Re: einmal Prinz im Netz und nun 5 Jahre Gefängnis
[Re: sk8erBLN]
#84044
25/02/08 08:16 PM
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hallo Argazarrumi, Eigentlich müsste er, wenn Dummheit strafbar wäre, dafür noch eine zusätzlich draufkriegen. ich glaube, das ist schon drin. das sind wahrscheinlich die 3 jahre  sk8erBLN, Antwort auf: wenn die gutmenschen überall in der welt einmal an sich halten könnten und auch mal eine petition nicht ins netz stellen würden, dann wäre der junge mann in ein paar monaten sicher wieder draussen.
weshalb sollte das so sein? Wie es aussieht, gibts ne ganze reihe leute in marokko die das nicht so sehen.... siehe:
Antwort auf: Sites de Blog réputés au Maroc entrent en grève pendant 24 heures en solidarité avec Fouad Mourtada et sa famille.
14 jours après l’arrestation de Fouad Mourtada, plusieurs sites de blogs marocains, réputés par leur grande influence au Maroc, sont en grève aujourd’hui, Mardi 19 février 2008, en solidarité avec Fouad et sa famille.
Larbi.org a publié: « …Le procès de Fouad est le procès d’un délit qui n’a pas été commis, dans n’importe quel autre pays, il n’aurait même pas eu lieu. Si le tribunal Condamne Fouad Mourtada pour le simple fait d’avoir crée un faux profil du prince Moulay Rachid, ça serait au prix d’une grande injustice et d’un monstrueux précédent judiciaire… »
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und? glaubst du die kommen jetzt alle ins gefängnis und werden gefoltert? weshalb das so sein sollte? ist ja einfach: der junge mann war der perfekte kandidat für den nächsten amnestietermin. das gäbe eine gute positive propaganda ab. wohlgemerkt, für die marokkaner, nicht für dich. du bist in den augen des königshauses nicht wichtig, wie ich mir vorstellen könnte. wenn nun die petition die runde macht, die in meinen augen schleimiger nicht sein könnte, da könnte man ja meinen das königshaus beugt sich dem druck von ein paar bloggern im internet. das wäre wohl ein signal, das ganz und gar nicht erwünscht ist. so hilft der ganze trubel zwar vielen gutmenschen am computer neben dem kachelofen wiedermal ihr gewissen zur schau zu stellen ohne die kuschelecke verlassen zu müssen, aber fouad hilft das nicht, eher im gegenteil. im zweiten oder dritten jahr sitzt er nicht mehr wegen dem account, sondern wegen der petition. und während er seine hommes löffelt, wird, bei einem fläschchen gutem roten, schon längst wieder eine andere petition diskutiert und fouad hatte seine 1/4 stunde berühmtheit. Statt die geschichte diskret mit einem mäntelchen des schweigens zuzudecken wie du najib das vorschlägst, fände ich andere aktionen sehr angebracht. das habe ich nie vorgeschlagen. ich wende mich nur gegen unüberlegte aktionen, die niemanden nutzen. du schreibst ja nichts falsches, sk8erBLN, aber du schreibst das aus deiner weltsicht. man darf die sache nicht nur rational im lichte der menschenrechte betrachten, sondern es muss auch eine emotionale komponente mit einbezogen werden. das königshaus ist in den augen der marokkaner die nation in person. es hat denselben stellenwert, wie für den deutschen das grundgesetz. wenn man ein organigramm von deutschlands nationalempfinden zusammenstellen würde, dann würde ganz oben alles in der institution des grundgesetzes zusammenlaufen und in marokko halt in der institution des königshauses. der könig und sein bruder sind nicht nur mohammed und raschid el alaoui, sondern sie sind marokko. das ist etwas, das auch auf der emotionalen ebene abläuft, nicht nur rational vom reinen verfassungstext her gesehen. am ähnlichsten in deutschland wäre vielleicht der bundespräsident. in offizieller mission, als vertreter des deutschen grundgesetzes. was der dann sagt, ist nicht unbedingt, das was köhler als privatmann sagen würde, sondern er sagte es als deutschland in person. und so ist das alles, was ein mitglied des königshauses schreibt, gleichzeitig auch im namen marokkos geschrieben. und wenn sich jemand als moulay rachid ausgibt, dann gibt er sich als marokko aus. manche staaten sehen über sowas hinweg und andere wiederum bestrafen das. wenn ich mit einem kleinen stückchen hasch hier erwischt würde, dann könnte ich auch 5 jahre ins gefängnis kommen, während das in deutschland nur eine ordnungswidrigkeit wäre. ich möchte jetzt schon darum bitten, sollte dieser fall mal eintreten, von petitionen abzusehen. gruss Najib
um etwaigen rechtliche konsequenzen vorzubeugen: dieses posting wurde unter subjektivitätsvorbehalt erstellt. Wandern im Rif Google+
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Re: einmal Prinz im Netz und nun 5 Jahre Gefängnis
[Re: Najib]
#84050
26/02/08 02:47 PM
26/02/08 02:47 PM
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hallo najib, hallo argazarrumi , hallo an alle anderen. Ob die blogger nun alle ins gefängnis kommen kann ich nicht beurteilen. Das wird a) davon abhängen, ob sie im direkten zugriff marokkanischer behörden stehen (wer aus kanada, den usa oder europa bloggt ist da eher auf der sicheren seite als ein im lande lebender marokkaner. B) hängt es sicher davon ab, was konkret der blogger denn zu dem fall geschrieben hat in seinem blog. Ich habe die erwähnten einzelnen bloggs nicht gelesen, wer sich da aber kritisch geäußert hat und dem zugriff der behörden unterliegt, dem kann durchaus übeles drohen. Die anderen wären u.u. bei ihrer nächsten einreise in gefahr. Meinungsfreiheit ist in marokko insgesamt ja nur teilweise vorhanden (auch wenn unter M6 sicher weit mehr als noch unter hassan II), wenn es um das königshaus geht aber nach wie vor gar nicht. Da stimmen wir überein. Ob sie gefoltert würden? Es ist ja kein geheimnis dass die DST (Direction de la Securité du Territoire) in temara verdächtige bzw. beschuldigte nicht gerade mit samthandschuhen anfasst und sogar befreundete ausländische dienste sehr gerne "fürs grobe" ihre gefangenen gelegentlich extra nach marokko einfliegen gerade weil dort mit effizenteren methoden "intensiver befragt" wird. Gelegentlich verbessert man ja sogar vorhandene infrastruktur -auch mit freundlicher unterstützung "befreundeter dienste" wie der CIA, zuletzt z.b. beim neuen verhör- und haftzentrum "ain aouda" /rabat. Schon die ganz normale "Sûreté Nationale" hat ja nicht unbedingt den ruf immer sonderlich korrekt mit ihren inhaftierten umzugehen, auch wenn das eher in richtung "einfache misshandlungen" geht und nicht in richtung gezielte folter. Da erzähle ich dir aber sicher wenig neues, lebst du ja vor ort. Ich stimme dir ausdrücklich zu, dass -aus rein innenpolitischer perspektive- man die amnestierung fouads medial ausschlachten könnte. Gleichzeitig stimmst du mir hoffentlich zu wenn ich sage: bei adäquaterem handeln der behörden wäre der vorfall niemals auch nur in den lokalen medien gelandet. Medial auschlachtbare fälle für eine amnestie gäbe es auch ohne fouad sicher noch zahreiche. Gut auch, dass wir inzwischen übereinstimmen, dass der in rede stehende vorgang weltweit im allgemeinen wesentlich klüger behandelt wird, als das bei marokkos behörden der fall war, die einen in der geschichte des internet einmaligen vorgang daraus machte. Insoweit scheinen wir ja auch was die internationale außenwirkung anbetrifft übereinzustimmen. Du hälst die jedoch für weniger relevant und unterstellst dem königshaus rein auf die innenpolitische wirkung abzuzielen. Das genau möchte ich in ZWeifel ziehen. Hätten wir es nicht mit marokko sondern mit einem außenpolitisch völlig isolierten staat zu tun wie z.b. nordkorea oder z.B. myanmar/birma oder cuba würde ich dir hundertprozentig zustimmen. Den herrschern dieser länder ist die außenwirkung selbst bei noch wesentlich schlimmeren dingen einfach herzlich egal. Matrokko ist recht eng an den westen angebunden -weil der könig M6 das so will. Man unterstützt selbst so fragwürdige regime wie das von G.W. Bush, möchte sich politisch und wirtschaftlich gerne nah an europa orientieren etc. etc. Einer nicht kleinen zahl marokkaner z.b. aus dem PJD-lager geht das alles viel zu weit, sie haben aber aktuell nicht die macht, sich in der richtung gegen den könig durchzusetzen. Marokko hat -ich nenne es mal hochfliegende pläne- was die entwicklung im tourismussektor angeht. Stichwort "plan d'azur", wo ja um die 50 milliarden investiert werden sollen und die übernachtungskapazitäten um satte 110.000 weitere betten steigen sollen. Ich erinnere mich da an einen artikel in "la vie éco". Soweit es kuwaitische investoren wie die "aref investment group" angeht, die werden mit all dem gar kein problem haben. Zu hause in kuwait ist alles ja wesentlich restriktiver. Gleiches gilt für investoren aus baharain. Aber gilt das auch für die französischen oder spanischen konsortien? Da bin ich skeptisch. Mal angenommen die investoren sähen großzügig darüber hinweg. Was ist mit den touristen die irgendwann einmal diese gigantischen bettenburgen nutzen sollen? Klar, man spekuliert auf steigende touristenzahlen von der arabischen halbinsel, das vergleichsweise liberale marokko ist für die sehr interessant für ihre teils lasziven parties, weshalb ja die stimmung unter den marokkanern durchaus ambivalent ist diesen gästen gegenüber die immer mal wieder in den medien erwähnung finden ob der partties in angemieteten villen. Für den massenmarkt sind aber eher die touristen aus europa relevant. Von den machenschaften eines DST bekommt man hierzulande wenig mit da darüber so gut wie nicht berichtet wird. "Jubelartikel" wie dieser hier auf M6 im stern aus dem vergangenen jahr prägen in D eher das bild marokkos als dem westen gegenüber eher aufgeschlossenes land. Wie lange noch ist die entscheidende frage angesichts der negativschlagzeilen die marokko aktuell weltweit macht. Die stimmung in punkto muslime ist hier in D alles andere als gut. Interessierte kräfte bemühen sich gezielt stimmung gegen muslime und den islam zu machen. In einem ausmaß, dass mich persönlich schon sehr erschreckt und an dunkle zeiten der deutschen geschichte erinnert. Dabei wird natürlich nicht differenziert und berechtigte kritik geübt sondern aufs übelste polemisiert und gehetzt. Dafür kann M6 und das eher liberale marokko natürlich nichts, es ist aber einfach mal fakt. Fälle wie der von fouad, wo behördlicherseits vollkommen unklug und überzogen reagiert wurde, sind wasser auf die mühlen jener interessierten kreise, die einen "islam-tsunami" über europa oder gar die welt hereinbrechen sehen und diesen herbeireden und schreiben wollen. Die leben nicht nur von der pauschalisierten verurteilung von ca. 1,3 milliarden muslimen, unterscheiden nicht zwischen sunnitischen schiitischen oder gar wahabitischen und sonstigen strömungen, sie nutzen geschickt situationen wie die von fouad (und noch weit trivialere) für ihre übelste demagogie und volksverhetzung aus. In zunehmendem maße. Ja, stimmt, du hast nicht vorgeschlagen ein mäntelchen des schweigens auszubreiten über die sache. Aber was konkret schlägst du also vor? Es klang sehr nach "abwarten und tee trinken" dann regelt sich das zu fouads gunsten von selbst. Stimmst du mir zu, dass der vorstehend beschriebene internationale schaden für MA eintreten könnte oder sogar eingetreten ist? Zur frage ob petitionen etwas bringen oder nicht. Argazarrumi scheint da deiner ansicht zu folgen. Ich hingegen denke schon dass sie etwas bringen. AI (amnesty international) und viele andere NGOs setzen die seit jahren immer wieder erfolgreich in konkreten einzelfällen ein. Es wurden strafen gewandelt oder abgemildert, es zeigt regierungen dass ihr treiben international nicht gänzlich unbemerkt bleibt und dass es menschen interessiert wie sie mit ihren bürgern umgehen. Für mich ist jeder einzelfall in dem etwas erreicht wurde viel wert. Gleichzeitig denke ich hilft er denkprozesse auszulösen bei den regierungen dieser länder. Womit nicht gesagt ist, dass die deshalb ihr kritikwürdiges verhalten ändern. Was die formulierungen im petitionstext angeht: Dioe sind immer so "schleimig" das man darauf ausrutschen könnte. Wenn man "elendes a*schloch schreiben würde reduziert man die chance dass sie gelesen wird schon sofort gegen null. Darum verwendet ai und andere immer korrekte und formale ansprache und der text ist im allgemeinen drohungsfrei und recht "unterwürfig formuliert. Ich vermute, das hat die erfahrung gelehrt. Noch zu dem kleinen stückchen hasch was du zum zweiten mal erwähnst: Ich bin -so wie argazarrumi- sicher, dass, sofern es wirklich klein ist, dir dazu rechtzeitig eine kluge lösung einfiele und du dich entsprechend arrangierst... Mehr muss ich dazu sicher nicht sagen?! ^^ Das thema petition hätte sich damit so oder so erledigt... @ argazarrumi nein, nicht hier theorie dort praxis. Nach meiner erfahrung liegt die wahheit fast immer irgendwo in der mitte dazwischen. Die welt ist nicht einfach nur schwarz oder nur weiß, sie hat viele schattierungen. Ich stelle dir mal die offene frage "was hilft fouad?" Hieltest du es z.b. für hilfreich statt der petition z.b. die von mir beschriebene aktion blogs und profile mit dem namen des prinzen hundert- oder gar tausendfach zu erstellen (weltweit) um so vorzuführen wie absurd die reaktion war? Würde die häufung von "fällen" nicht recht schnell zur erkenntnis führen auf dem bisher eingeschlagenen peinlichen weg nichts ausrichten zu können, so wie von mir vermutet? Denkst du MA würde sich ernsthaft erneut dem weltweiten spott aussetzen den ein neuer versuch (diesmal internationaler klagen) zu dem thema mit sich brächte? Gerade dann, wenn es zusätzlich vollkommen machtlos nach innen darstünde? Denn verhindern lässt sich ja die anlage solcher webseiten gerade nicht! Deine einschätzung zur rolle von blogs teile ich nicht. Weshalb bitte werden blogger in restriktiven staaten denn bis aufs blut bekämpft, werden versuche gestartet sie zu zensieren wenn sie nicht als bedrohlich empfunden werden? Sicher nicht um ein paar gelangweilten IT spezialisten selbige langeweile zu vertreiben! Zensur im internet findet auch in marokko statt, verglichen mit tunesien ist marokko aber z.b. liberal. Also scheinen sie durchaus etwas zu bewirken. Abgesehen davon dass es im fall fouad ja lange nicht nur um "exotische bloggs" mit zweifelhafter reichweite geht. Der mann stand in der new yorck times, in le monde, in der deutschen zeitungspresse, bei el pais und sicher noch in einer menge medien mehr. Das nur deshalb, weil der justizskandal so groß ist in der restlichen welt. Oder bleibt für dich nur die in meinen augen fatalistische position gar nichts tun zu wollen/können? Wenn ja, wie soll sich so jemals etwas bewegen? Wenn nein: was also konkret tun? Jetzt erst, nachdem die wissenshorizonte des jeweils anderen geklärt sind, sind wir bei den wirklich spannenden fragen gelandet. Wie konkret helfen, wie zukünftig verhindern? Wie die negativ-imagebildung für MA verhindern? gruß sk8erBLN
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Re: einmal Prinz im Netz und nun 5 Jahre Gefängnis
[Re: sk8erBLN]
#84051
26/02/08 03:56 PM
26/02/08 03:56 PM
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Najib
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hallo sk8erBLN, Jetzt erst, nachdem die wissenshorizonte des jeweils anderen geklärt sind, sind wir bei den wirklich spannenden fragen gelandet. Wie konkret helfen, wie zukünftig verhindern? Wie die negativ-imagebildung für MA verhindern? ja, die wissenshorizonte sind geklärt. jetzt stellt sich aber die frage: wer lebt in welcher welt? was willst du eigentlich? willst du durchsetzen, dass sich jeder unter jedem namen überall im internet und darüber hinaus anmelden darf. siehst du das als ein grundrecht des menschen an? um nichts anderes geht es ja im fall fouad. falls ja, dann kämpfe ich sicher nicht auf deiner seite. falls nein, dann geht es ja nur um die höhe der sanktionen. da ist es das recht eines souveränen staates diese in einem gesetz festzulegen. kritisch wird es da erst bei der todesstrafe. über höhe von strafen zu diskutieren ist müssig, solange sie sich im rahmen von bestehenden gesetzen bewegen. und zum anderen was du schreibst. glaubst du wirklich, dass sich investoren aus dem westen vom fall fouad abschrecken lassen. wäre das so, dann wäre china eine investitionswüste. glaubst du wirklich, dass sich eine westliche regierung, von kleinstaaten einmal abgesehen, des falles annehmen wird und marokko in dem fall irgendwie unter druck setzen würde. was wenn marokko dann sagen würde: "dann macht auch euere drecksarbeit selbst" ? du hast selbst ja schöne beispiele angeführt. und den normalen touristen juckt das schon gar nicht. wie du schon sagst, ist das mit der meinungsfreiheit in tunesien wesentlich kritischer als hier, und trotzdem haben sie mehr touristen. oder gerade deswegen? dem könig brauchen boykottaufrufe auch nicht zu jucken, der hat seine drei mahlzeiten bis ans lebensende sicher. ein boykott würde nur die kleinen treffen. sippenhaftung sozusagen, wobei das oberhaupt der sippe ungeschoren davonkäme. ich persönlich werde im fall fouad überhaupt nichts unternehmen. der mann hätte eigentlich wissen müssen, was er tat. wobei ich petitionen unterschreiben auch als nixtun bewerten würde. gruss Najib
um etwaigen rechtliche konsequenzen vorzubeugen: dieses posting wurde unter subjektivitätsvorbehalt erstellt. Wandern im Rif Google+
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Re: einmal Prinz im Netz und nun 5 Jahre Gefängnis
[Re: Najib]
#84058
27/02/08 10:51 AM
27/02/08 10:51 AM
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hallo najib, zur frage "willst du durchsetzen, dass sich jeder unter jedem namen überall im internet und darüber hinaus anmelden darf." Offensichtlich haben wir doch noch nicht den gleichen wissensstand erreicht, sonst hättest du die frage nicht schon wieder gestellt. Es geht nicht darum ob ich das will oder nicht, es geht darum dass das 1) die tatsächliche realität ist im www und 2) es sich durch keine maßnahme der welt verhindern lässt da es keine wirksamen mittel dagegen gibt. Ebenso zur frage ob ich das als grundrecht ansehe: Nein, sicher nicht. Aber ein nicht durchsetzungsfähiges gesetz konterkarriert sich alleine dadurch selbst. Wenn du schreibst "um nichts anderes geht es ja im fall fouad." sehe ich das anders. Ich denke, hier stimmen die verhältnisse einfach nicht. Wie schon erwähnt hast du recht, er hat gegen ein (in meinen augen zweifelhaftes) gesetz verstoßen. Du machst es dir denke ich etwas zu leicht damit wenn du nur fragst existiert ein gesetz nach dem das urteil gefällt wurde. Es gibt gesetze ja auch "gesetze" die ein guantanamo rechtfertigen, die verschleppung durch die cia und anschließende folter legitimieren etc. Die entsprechen nur eben nicht den standards, die ich für anstrebenswert halte. Die jetzt aufgezählten verstoßen natürlich auch gegen internationales recht und das kriegsrecht. Für dich aber alles ok, die gesetzliche grundlage ist ja da?? Insoweit macht die diskussion um strafmaße und -um wieder zum beispiel zurückzukommen- auch die zeitgemäßheit eines gesetzes in frage zu stellen schon viel sinn in meinen augen. Zu deinem china eine investitionswüste-beispiel. Der vergleich hinkt insoweit, als in china in maschinen investiert wird um damit produzieren zu können. Und klar lässt sich auch ein wirtschaftsriese wie china beeindrucken, nimm als beispiel die verwendeten giftigen farben in kinderspielzeug. Es ging recht fix und mit dem absatzeinbruch ging auch recht schnell die änderung in der produktion einher. Der investor der touristische infrastruktur im großen stil aufbaut hat nur etwas davon, wenn diese anschließend intensiv genutzt wird (was in anbetracht der geplanten kapazitäten eh etwas fragfwürdig enden könnte meiner meinung nach). Das kann er aber kaum selbst steuern. Ein paar terroranschläge könnten seine kalkulation über den haufen werfen so wie es grundsätzlich ausbleibende touristenmassen tun, wenn diese erstmal zu der überzeugung kommen das ist ein "no-go land mit durchgeknallten gesetzen" wo man sicherheitshalber nicht (mehr) hinfährt. Lies dazu mal den kommentarbereich im heise-link, du verstehst sehr rasch was ich meine. Da geht es um diffuse bauchgefühle, stimmungen, denn was dort zu lesen ist, ist rational anders nicht erklärbar. Ich gehe davon aus, dass das urteil gegen fouad diffuse ängste auslöst über den zustand marokkos. Vergiss nicht, das hintergrundwissen zur rolle des königs, zu marokkansichen gesetzen etc. fehlt touristen fast immer. Sie bewerten ganz einfach "Da hat jemand ein spassprofil im internet erstellt (was hundertausendfach jeden tag passiert) und der wurde gefoltert und sitzt nun 3 jahre im knast dafür." Erinnerst du dich an den fall des 17 jährigen deutschen der mit einer 13 jährigen engländerin sex hatte, was weite kreise in der deutschen presse zog? Die buchungszahlen für die türkei gingen spürbar in den keller, nicht grundlos hat sich am ende der größte türkeiveranstalter höchstpersönlich dahinter geklemmt und sich für die freilassung des jungen engagiert. Dem herrn oeger schwammen die felle weg für die bevorstehende saison, der hatte sicher kein mitleid mit einem ihm unbekannten 17-jährigen der beschuldigt wurde eine 13-jährige vergewaltigt zu haben. Dass sex mit 13-jährigen auch in D natürlich eine schwere straftat ist und solche verdächtigen lange vor einem urteil den stempel "schuldig" aufgedrückt bekommen hat nichts daran geändert, dass es im fall des in der türkei verhafteten jugendlichen komplett anders war. Die öffentlichkeit sah ihn nicht als potentiellen täter sondern auschließlich als opfer der türkischen justiz. Wie du also siehst, kann die tourismusindustrie durchaus schnell ins stolpern kommen, wenn die meinungsbildung entsprechend kanalisiert ist und nicht nur bei irgendwelche attentaten von extremisten. Ja, es ist ein wenig aberwitzig, tunesien, welches eigentlich noch schlechter da steht unter menschenrechts- oder demokratieaspekten produziert aber im gegensatz zu MA nicht solche absurden schlagzeilen in der öffentlichkeit. Tunesien läuft übrigens deshalb so gut und besser als MA weil es deutlich preiswerter ist bei ebenso guter bis besserer infrastruktur. Nicht etwa weil die leute bevorzugt in länder mit möglichst zweifelhaftem demokratieverständnis fahren. Stimmt ansonsten schon, der boykott würde viele kleine angestellte treffen die rausgeschmissen werden. Daneben alle anderen die indirekt am tourismus verdienen von cafés bis zu den souvenierhändlern. Das gros der umsätze der großen hotel-bettenburgen fließt aber so oder so leider wieder aus dem land an internationale konzerne oder -sofern an diesen hotelgruppen einige reiche marokkaner beteilligt sind -in deren private taschen. Im gleich im anschluß geposteten beitrag werden dir übrigens beispiele geliefert wo sehr wohl der öffentliche druck zu veränderungen führt, auch in marokko. Youtube.com wäre so ein beispiel! Eine weitere absurdität ist in marokko ja die nichterreichbarkeit von google-maps und google-earth. Mohamed Drissi Bakhkhat, dozent für wirtschaft in tanger, der im folgenden beitrag interviewt wird hat bedauerlicherweise recht wenn er annimmt, der fall Mourtada könnte das ende der freiheit des internets in marokko bedeuten. Und menschen die keinen handlungsbedarf erkennen werden dabei zu totengräbern der freiheit, ob sie es wollen oder nicht ist dabei vollkommen egal. traurige grüße sk8erBLN
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Re: einmal Prinz im Netz und nun 5 Jahre Gefängnis
[Re: Marjam]
#84059
27/02/08 11:06 AM
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Marokko | 26.02.2008 "Das Ende der Internet-Freiheit in Marokko"Mohamed Drissi Bakhkhat ist einer der prominentesten Blogger Marokkos. Er ist schockiert über das Urteil gegen Fouad Mourtada, der verurteilt wurde, weil er auf Facebook ein Profil eines marokkanischen Prinzen angelegt hatte. DW-WORLD.DE: Herr Drissi Bakhkhat, wie beurteilen Sie den Fall Fouad Mourtada? Drissi Bakhkhat: So wie in der Presse und von der Familie Mourtada berichtet wurde, hat Fouad zugegeben, unter dem Namen von Prinz Moulay Rachid ein Profil angelegt zu haben. Ohne das entschuldigen zu wollen: die Reaktion der Behörden und die angewandten Mittel sind überzogen. Sie zeigen einmal wieder, dass die Fragen der neuen Technologien in Marokko sehr ungeschickt gehandhabt werden. Zum Beispiel ist Marokko das einzige Land der Welt, das den Zugang zu Google Earth und den Satellitenbildern auf Google Maps sperrt.Ich persönlich verstehe nicht, was das mit Sicherheitsfragen zu tun haben könnte, denn man kann auf die Bilder trotzdem einfach zugreifen. Was den Fall Mourtada angeht wäre es einfacher gewesen, Facebook zu bitten, das Profil zu löschen und seinen Urheber zu kontaktieren, um ihm mitzuteilen, dass falsche Profile in anderen Teilen der Welt toleriert werden, die Dinge in Marokko aber anders sind. Man muss auch daran erinnern, dass die Geständnisse von Fouad Mourtada nach langer Folter erreicht wurden. Und alles, was ihm vorgeworfen wurde ist, ein falsches Profil angelegt zu haben. Die Behörden hätten ihren Diensteifer in wesentlich schwerwiegenderen Fällen für die Gesellschaft und die Wirtschaft beweisen können, wie zum Beispiel der Korruption. Wer hat ihrer Meinung nach die Verhaftung initiiert? Es ist schwierig, eine rationale Erklärung für diese unangemessene Reaktion zu finden. Die Presse hatte von der Existenz eines Facebook-Profils unter dem Namen des marokkanischen Königs berichtet. Diejenigen, die solche Seiten kennen, wissen sehr gut, dass es sich um ein falsches Profil handeln muss. Es ist möglich, dass die Behörden zeigen wollen, dass sie diese falschen Profile nicht tolerieren. Man weiß nicht, wie die Behörden das dann bis zu Fouad Mourtada zurückverfolgt haben. Ich frage mich: Haben Facebook und / oder der marokkanische Provider mitgeholfen? Man darf auch nicht vergessen, dass jeder sonst auf der Welt solche Profile anlegen kann und dass die Reaktion der Behörden den perversen Effekt haben könnte, dass sich solche Profile vervielfältigen. Das erinnert mich daran, als Youtube im Mai 2007 blockiert wurde. Die Sperre, die nach Protesten der Internetnutzer schnell wieder aufgehoben wurde, hat nur dazu geführt, dass zwei Marokko beleidigende Videos noch populärer wurden.Damals hat niemand daran gedacht, eine Untersuchung anzustrengen. Ist der Fall Mourtada symptomatisch dafür, wie die marokkanische Obrigkeit auf das Internet reagiert? Außerdem führt die Sperre von Google Earth seit August 2006 und Google Maps seit dem Sommer 2007 dazu, dass diejenigen, die auf die Seite zugreifen wollen, Tools nutzen, mit denen sie anonym surfen können. Das macht es schwieriger, sie ausfindig zu machen. Als Youtube gesperrt wurde hat es die beleidigenden Videos nur berühmter gemacht und die Neugier der Internetnutzer hervorgerufen. Der Fall Mourtada hat seinerseits die Aufmerksamkeit der Internetbenutzer und der ganzen Welt auf den Zustand der marokkanischen Justiz gelenkt. Marokko gewinnt nicht viel, wenn es solche Fälle so behandelt, sondern verliert, was sein Image angeht. Es ist nicht lange her, da feierte die Presse die freie Meinungsäußerung im Netz und den Reichtum der marokkanischen Blogsphere, eine der aktivsten der arabischen Welt. All das ist jetzt mit dem Fall Mourtada vorbei. Ich habe selber einen Blog, der sich mit den neuen Technologien beschäftigt. Das war für mich auch eine Möglichkeit, gegen die Internet-Zensur in Marokko zu protestieren. Ich habe die Entscheidungen der Regierungen und der Zensur immer offen kritisiert, im Internet oder im Fernsehen. Aber nach dem Fall Mourtada habe ich beschlossen, aufzuhören, diesen Blog zu füttern. Denn ich glaube nicht mehr, dass die Meinung der Blogger die marokkanische Obrigkeit interessiert. Ich interpretiere den Fall Mourtada als das Ende der Freiheit des Internets in Marokko. Mohamed Drissi Bakhkhat ist Dozent für Wirtschaft in Tanger und bloggte bis zum Fall Fouad Mourtada auf MoTIC und EcoMaroc. Diese zählen zu den bekanntesten und am meisten gelesenen marokkanischen Blogs.Das Interview führte Sarah Mersch. Quelle: Deutsche Welle Interview vom 26.2.2008
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Re: einmal Prinz im Netz und nun 5 Jahre Gefängnis
[Re: Marjam]
#84060
27/02/08 11:21 AM
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sk8erBLN
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Morocco: Prison for Facebook Prince By NEIL MacFARQUHAR Published: February 23, 2008 Fouad Mourtada, a 26-year-old engineer, was sentenced by a Casablanca court to three years in prison for creating a fake profile of the king’s brother on Facebook, the Internet social networking site, the official news agency MAP reported. He was accused of “villainous practices” and of stealing the identity of the crown prince, Moulay Rachid. The case has ignited the Moroccan blogosphere, which used it as a prime example of deteriorating freedom of expression in the North African kingdom. Hundreds of prank profiles exist on Facebook, for everyone from President Bush to Osama bin Laden. At least four fake Moulay Rachid Facebook pages have now been set up, apparently from the safety of overseas.  The defense said it would appeal the sentence, MAP reported. MAP announced at the time of Mr. Mourtada’s arrest that no Moroccan royals maintained Web sites or blogs. Quelle: New York Times Ich glaub ich bin dann auch mal beschäftigt, 4 ist ja noch deutlich zu wenig um bei verantwortlichen das denken auszulösen... 
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Re: einmal Prinz im Netz und nun 5 Jahre Gefängnis
[Re: sk8erBLN]
#84073
27/02/08 07:22 PM
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hallo sk8erBLN, zur frage Antwort auf: "willst du durchsetzen, dass sich jeder unter jedem namen überall im internet und darüber hinaus anmelden darf." Offensichtlich haben wir doch noch nicht den gleichen wissensstand erreicht, sonst hättest du die frage nicht schon wieder gestellt.
Es geht nicht darum ob ich das will oder nicht, es geht darum dass das 1) die tatsächliche realität ist im www und 2) es sich durch keine maßnahme der welt verhindern lässt da es keine wirksamen mittel dagegen gibt.
Ebenso zur frage ob ich das als grundrecht ansehe: Nein, sicher nicht. Aber ein nicht durchsetzungsfähiges gesetz konterkarriert sich alleine dadurch selbst. Wenn du schreibst "um nichts anderes geht es ja im fall fouad." sehe ich das anders. Ich denke, hier stimmen die verhältnisse einfach nicht. Wie schon erwähnt hast du recht, er hat gegen ein (in meinen augen zweifelhaftes) gesetz verstoßen. Du machst es dir denke ich etwas zu leicht damit wenn du nur fragst existiert ein gesetz nach dem das urteil gefällt wurde. Es gibt gesetze ja auch "gesetze" die ein guantanamo rechtfertigen, die verschleppung durch die cia und anschließende folter legitimieren etc. Die entsprechen nur eben nicht den standards, die ich für anstrebenswert halte. Die jetzt aufgezählten verstoßen natürlich auch gegen internationales recht und das kriegsrecht. Für dich aber alles ok, die gesetzliche grundlage ist ja da?? die obigen 2 punkte treffen auch auf kinderpornografie zu. willst du ernsthaft, dass deshalb strafverfolgung eingestellt wird. und wenn nicht, wer zieht die grenze? gibt es da überhaupt eine objektive grenze, die sich aus den naturgesetzen ableiten lässt? wenn auch das nicht, dann ist die grenze subjektiv. was dem einen noch putzige bilder sind, lässt den anderen warme gedanken bekommen. aber der gesetzgeber hat durch unerfindlichen ratschluss eine grenze gefunden und hat sie festgeschrieben. daran halten wir uns jetzt. das heisst nicht, dass in holland eine ganz andere, "liberalere" grenze gelten kann. wenn jetzt jemand in deutschland, zb. bremen, beim herunterladen von kinderpornografischen inhalten erwischt wird, kann der sich dann erwarten nach holländischem recht bestraft zu werden? glaubst du, dass petitionen aus ländern, in denen kinderpornografie nicht so hart bestraft wird, vor gericht gewürdigt würden, und der anstatt drei jahre und 600€ geldstrafe nur die geldstrafe bekäme, weil das nunmal holländisches recht ist? ich mache es mir auch nicht zu leicht, wenn ich danach frage, ob es gesetze gegen den tatbestand gibt. dein beispiel mit guantanamo trifft es nicht, weil es nur deshalb existiert um gesetze zu umgehen. das war im fall fouad nicht der fall. es wurden bestehende gesetze angewandt. ob die zu hart sind, oder nicht, steht auf einem anderen blatt. wenn drinstehen würde, im bezug auf das strafmass soll man mich befragen, dann hätte ich ihn zu einer woche den hof fegen verdonnert. man hat mich aber nicht gefragt. Zu deinem china eine investitionswüste-beispiel. Der vergleich hinkt insoweit, als in china in maschinen investiert wird um damit produzieren zu können. Und klar lässt sich auch ein wirtschaftsriese wie china beeindrucken, nimm als beispiel die verwendeten giftigen farben in kinderspielzeug. Es ging recht fix und mit dem absatzeinbruch ging auch recht schnell die änderung in der produktion einher. als ob es einen unterschied macht, ob in maschinen, hotels oder freibier für alle investiert wird. und wenn du denkst, der einbruch in der spielzeugproduktion lässt sich auf den protest gegen die sehr restriktive internetpolitik chinas zurückführen und nicht auf die angst von eltern ihre kinder zu vergiften, dann hast du natürlich recht. dann helfen petitionen. wenn man aber bedenkt, dass china der austragungsort für die olypiade 2008 ist, dann kann man auch zu dem schluss kommen, sie helfen nicht. ich erinnere mich auch an den 17 jährigen deutschen im türkischen knast. das war heuchelei hoch drei.- ich wollte nicht wissen , wie es ausgesehen hätte, wenn ein 17jähriger türke, der in deutschland mit seinen eltern urlaub macht, im verdacht stände, eine 13jährige engländerin vergewaltigt zu haben. hätte man den einfach so ausreisen lassen? auf 10 000 internetpetitionen hin, unterschrieben mit "macturkey" und "lovelystar"? und ich kann mir vorstellen, wie der zuständige staatsanwalt für tipps über das weitere vorgehen aus den reihen türkischer politiker dankbar gewesen wäre. auch in dessen fall, hat die grosse aufmerksamkeit der presse und der bloggerszene dem jungen mehr geschadet als genutzt. hätten sich da nicht ein paar leute eine goldene nase verdient, indem sie so einen skandal daraus gemacht haben, dann wäre er viel früher zuhause gewesen, und niemand hätte was mitbekommen von ögers flug. die tourismusindustrie kommt durch sowas nicht ins wanken. die hääte nur das ausbleiben des krieges um die liegestühle am pool verschmerzen müssen. haben etwa franzosen oder engländer die türkei boykottiert, oder waren es nur die deutschen? falls es hauptsächlich die deutschen waren, was ich stark annehme, wer boykottiert dann im fall fouad? da bleiben ja nur die marokkaner. der sommer ist nah, mal sehen, ob sie's tun. Eine weitere absurdität ist in marokko ja die nichterreichbarkeit von google-maps und google-earth. da bin ich mir immer noch nicht sicher, wer das verursacht. ich habe mal in einem google-earth-forum gelesen, dass die blockade von google ausgeht, da aufgrund der vielen ungesicherten internetverbindungen zu viele ddos-angriffe von marokko ausgehen. wer da recht hat weiss ich nicht. ich könnte nur eine vermutung zur wahrheit erklären. Mohamed Drissi Bakhkhat, dozent für wirtschaft in tanger, der im folgenden beitrag interviewt wird hat bedauerlicherweise recht wenn er annimmt, der fall Mourtada könnte das ende der freiheit des internets in marokko bedeuten. der mann führt die meistgelesensten blogs in marokko und ist anscheinend kritisch, ist professor und sieht die freiheit des internets deswegen bedroht? er braucht sich ja nur nicht als moulay rachid oder m6 ausgeben, dann kann er ja schreiben was er will. das wird ja absurd, was ein kleiner rechtsbruch für folgen haben soll. fouad wurde ja nicht dafür verurteilt, dass er kritisch geschrieben hätte, sondern dafür, dass er die identität des königshauses angenommen hat. der hätte unter seinem richtigen namen alles schreiben können, was ihm auf dem herzen liegt. und wenn dann am schluss wiedermal nur noch die "unangemessene" strafhöhe übrigbleibt, so muss man sich fragen, was ein gesetz soll. soll es von einer tat abhalten, oder soll es nur eine gebührentabelle für handlungsweisen, die nicht umsonst sind, sein. beruht die freiheit des internets tatsächlich darauf, das handlungsweisen, die überall auf der welt sanktioniert sind, möglichst billig davon kommen. wenn eine persönlichkeit zu faken mehr als 50,- € kostet, dann ist die freiheit des internets bedroht? der gute fouad hat all die fakes gesehen, die im facebook stehen und hat gedacht, wenn der gw ist, dann bin ich moulay rachid. was er nicht bedacht hat, war, dass er nicht in amnerika, sondern in marokko lebt und dass gw nur ein präsident, moulay rachid aber marokko ist. Und menschen die keinen handlungsbedarf erkennen werden dabei zu totengräbern der freiheit, ob sie es wollen oder nicht ist dabei vollkommen egal. ich kann es nur nochmal sagen. ich sehe von seiten der bloggerszene kein handlungsbedarf. solche dinge werden hier unter der hand erledigt. ich bin der festen überzeugung, dass der junge mann bald wieder draussen gewesen wäre, hätte man alles seinen gewohnten gang gehen lassen. so gibt es nur einen verlierer, nämlich fouad und keinen gewinner, wenn man mal von teilen der bloggerszene absieht, die ihre erhöhten zugriffszahlen ja auch ganz gut vermarkten können. nicht umsonst sind die zugepflastert mit google-adds. und ein paar journalisten haben was zum abschreiben, das sichert auch wieder die miete für die nächste woche. und natürlich noch diejenigen, denen so eine petition ein wohliges gefühl vermittelt. sie haben ja was getan für die freiheit in afrika. da brauchen sie sich nicht mehr um die des nachbarn zu kümmern. gruss Najib
um etwaigen rechtliche konsequenzen vorzubeugen: dieses posting wurde unter subjektivitätsvorbehalt erstellt. Wandern im Rif Google+
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Re: einmal Prinz im Netz und nun 5 Jahre Gefängnis
[Re: Najib]
#84092
28/02/08 01:50 PM
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Najib
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hallo noch ein nachtrag zu meinen bemerkungen über den professor. zitat aus der berliner morgenpost ( danke google-alert) Aber im Gegensatz zu den Behörden in Ländern wie China, Iran oder Tunesien ging Marokko bisher kaum gegen Nutzer vor. "Die marokkanische Blogosphere ist wesentlich freier als zum Beispiel in Tunesien oder Algerien. Es finden dort sehr offene Diskussionen statt. Marokkanische Blogger sprechen viele Tabus an", berichtet Sami Ben Gharbia der Deutschen Welle. Die Behörden würden der Realität einfach hinterher hinken, vermutet auch Mourtadas Anwalt. ich sehe nicht, dass die freiheit wesentlich eingeschränkt wird, wenn es in marokko bestraft wird, sich unter der identität von moulay rachid ein account bei facebook anzulegen. ein nichtmarokkaner ausserhalb marokkos kann das ja machen, wenn es denn der wahrheitsfindung dient. ich würde ja auch bestraft werden, wenn ich der meinung wäre, auschwitz hat nicht stattgefunden und das im internet veröffentlichen würde, während ein amnerikaner gänzlich ungeschoren davon käme. desweiteren müsste man petitionen an den französischen staat mit der forderung nach abschaffung der höchstgeschwindigkeit auf autobahnen schicken. wo bleibt denn die gerechtigkeit, wenn man in deutschland ohne weiteres 270 km/h auf der autobahn fahren darf, in frankreich aber für den gleichen tatbestand den führerschein los bin oder gar ins gefängnis komme? kann ja irgendwie auch nicht sein. in manchen staaten der usa ist oralverkehr verboten. wie wär's da mal mit einer petition? meinetwegen in französisch? oralverkehr ist sogar in einem islamischen land etwas vollkommen legales. kann ja nicht sein, dass da jemand jahre ins gefängnis muss, wie vor zwei oder drei jahren geschehen. es sollte jeder erst vor seiner tür kehren, bevor er das ordnungsamt zum nachbarn, zwei strassen entfernt, schickt. gruss Najib
um etwaigen rechtliche konsequenzen vorzubeugen: dieses posting wurde unter subjektivitätsvorbehalt erstellt. Wandern im Rif Google+
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Re: einmal Prinz im Netz und nun 5 Jahre Gefängnis
[Re: argazarrumi]
#84096
28/02/08 05:24 PM
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Najib
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hallo
ja, argazarrumi, das ist etwas vollkommen legales. in allen moslemischen ländern, soviel ich weiss.
gruss Najib
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Re: einmal Prinz im Netz und nun 5 Jahre Gefängnis
[Re: argazarrumi]
#84098
28/02/08 06:31 PM
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Najib
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hallo
hoppla, ich mag nicht viel wissen, aber du weisst nicht wovon du redest. es ist in allen deinen fällen nicht der oralverkehr, der verboten ist, sondern die umstände, unter denen er stattfindet. lass es mich mal so erklären: jemand macht einen einbruch, ist aber dabei so nervös, dass er auf die toilette muss. dabei wird er verhaftet. dann wirkt sich der gang zur toilette nicht strafverschärfend aus, denn zur toilette zu gehen ist ja nicht verboten. was ihn letztendlich vor gericht bringen würde, ist der einbruch, nicht der gang zum händewaschen. wäre er zuhause auf die toilette gegangen, dann wäre ihm gar nichts passiert, auch wenn er dabei erwischt worden wäre.
ich fahre übrigens schon 10 jahre munter mit meiner frau durch marokko und musste noch nie die heiratsurkunde vorlegen. und anders kann der gendarm nicht feststellen, ob wir verheiratet sind.
gruss Najib
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Re: einmal Prinz im Netz und nun 5 Jahre Gefängnis
[Re: Najib]
#84101
28/02/08 09:09 PM
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Vom gefakten Facebook zum Oralverkehr in Marokko mit oder ohne legaler Heiratsurkunde, na "Mahlzeit"! Gibt es noch andere Themen, die "die Welt" interessieren? 
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Re: einmal Prinz im Netz und nun 5 Jahre Gefängnis
[Re: Najib]
#84114
29/02/08 05:47 PM
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sk8erBLN
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Hallo najib, hallo zusammen! Wow, das hat ja nun ne ganze weile gebraucht dir mal diesen kleinen dürren satz abzuringen: wenn drinstehen würde, im bezug auf das strafmass soll man mich befragen, dann hätte ich ihn zu einer woche den hof fegen verdonnert. man hat mich aber nicht gefragt. Bemerkst du die diskrepanz zwischen "einer woche hof fegen" und ausführlicher folter und dem ergangenen farce-urteil von 3 jahren haft? Löst der mehr als ein achselzucken bei dir aus? Nein? Na dann wirst du leider nie verstehen, worüber sich menschen wie ich in dieser sache aufregen und wir könnten die fruchtlose diskussion an der stelle fast beenden. Dass sich grundlegend an solchen zuständen nichts ändert, liegt übrigens auch an zu unrecht schweigenden "wegsehern"! Endloses lammentieren à la "der hat doch selbst schuld und hätte das wissen müssen" "Das ist ein bestehendes gesetz (was du -so scheint es- vorsichtshalber auch nicht bereit bist nur im ansatz zu hinterfragen)", "Der strafrahmen ist doch im gesetz so vorgesehen" oder "solange wir nicht über die todesstrafe reden ist egal welche gesetze es gibt" um nur einige deiner sinngemäßen ansichten pointiert wiederzugeben, entziehen jeder diskussion in der richtung welche änderungen notwendig sind und wie diese herbeizuführen wären, die grundlage. Fällt dir mehr ein oder ist die gesetzgebung in MA so prima und unproblematisch dass du bis auf dem sankt nimmerleinstag so fortgeschrieben sehen willst? Wenn du von mir gleich zu anfang (zu recht einforderst) die "emotionale komponmente" nicht aus den augen zu verlieren, dann solltest du als erstes einmal versuchen die fakten nicht so zu verklären dass beim emotionalen blick auf die dinge nur noch ein zerrbild der realität zu besichtigen ist! Ich habe den eindruck, du argumentierst bewusst und gezielt an mir vorbei. U.a. wegen so skuriler beispiele die du ein ums andere mal nachschiebst. Lies doch mal genauer was meine argumentationskette ist. Du hättest verstehen müssen, dass es beim beispiel des 17 jährigen deutschen nur um den aspekt ging, dass durch so einen anlass eine stimmung gegen ein land (im beispiel die türkei) so umgeschlagen ist, dass innerhalb weniger wochen ein buchungsrückgang zu verzeichnen war. Deine ganzen ausführungen zu dem fall des 17 jährigen marko sind völlig richtig, ich habe und hätte für diesen typen auch niemals eine petition unterzeichnet oder mich in egal welcher form für ihn engagiert, im gegenteil, ich sehe das exakt so wie du. Aber genau darum geht es eben nicht! Es geht darum, was die folge einer (in diesem fall sogar zu unrecht entstandenen) stimmung war. Dass der türkei (völlig unberechtigter weise) ein negativ-image aufgestempelt wurde, was dann unmittelbar zu konsequenzen für die türkei führte -nämlich massiven buchungseinbrüchen für die saison. Der fall fouad und der fall des 17 jahre alten marko sind in keinster weise auch nur im ansatz vergleichbar,der ist in der tat nach europäischen regeln und normen einwandfrei verlaufen und es wäre genauso in jedem anderen EU land gehandelt worden auch wenn einige cdu politiker glaubten sich zum retter markos aufspielen zu müssen und der türkei mit verweigerung einer eu-mitgliedschaft drohten. Das selbe wäre einem britischen tatverdächtigen in spanien passiert, einem französischen in italien oder den niederlanden. Der tatvorwurf wog sehr schwer (vergewaltigung eines kindes eben) und dem gegenüber steht das erstellen eines nicht beleidigenden internet-profiles gegenüber. Hätte fouad aus verehrung einen marokkanischen sänger oder schauspielerfür sein profil gewählt wäre rein gar nichts geschehen. Komm also mal einfach runter von deinem "die gutmenschen mit ihren petitionen gegen egal wen oder was", es mag solche leute geben, ich zähle mich definitiv nicht dazu und weiß sehr gut differenziert zu unterscheiden zwischen einem echten verbrechen und einer banalität über die normal denkende menschen sich nicht mal aufregen, wie die stellungnahme aus dem deutschen innenministerium trefflich belegt zum thema profile auf datingsites. Genauso ist dein beispiel kinderpornografie weit mehr an den haaren herbeigezogen als meines von guantanamo. Kinderpornografie ist so gut wie weltweit einheitlich ein sehr schwerer straftatbestand der zum glück immer und überall hart bestraft wird. Guantanamo ist aber ein unikum wie so wie es die im fall fouad bejahte "majestätsbeleidigung" für "spoofing" in marokko ist. Im konkreten fall wurde außerdem ja nicht mal beleidigt, es wurde nur ein profil aus verehrung erstellt. Guantanamo wurde natürlich als standort und folterknast gewählt weil dort keine us gesetze greifen, schon klar. Trotzdem musste bush eine reihe "gesetze" (in anführungsstrichen, weil sie diesen namen nicht verdienen) erlassen bzw. mittels veto verhindern um seine ziele wie ungestrafte folter nach belieben und die umgehung normaler gerichtsbarkeit in den usa zu erreichen. Auch dieses beispiel musste ich nur anführen um die absurdität deiner aussage "aber es ist gegen geltendes gesetz ein profil vom prinzen zu erstellen" dahingegend zu relativieren, dass es gesetze gibt, die den namen nicht verdienen. Dieses Gesetz dass du verteidigst stammt schon aus der antike, noch nicht mal dem finstersten mittelalter! Und jetzt zitiere ich aus wikipedia Majestätsbeleidigung und Zensur:
Eine Majestätsbeleidigung kann auch durch beleidigende oder herabsetzende Schriften, Abbildungen oder allegorischen Anspielungen, z. B. in Romanen, Opern und Theaterstücken erfolgen. In der Geschichte war daher die Verfolgung von Majestätsbeleidigungen oft die Begründung für die Notwendigkeit einer Zensur. Das also wagst du hier so vehement zu verteidigen?? Fehlt nur noch dass du erklärst "fouad solle glücklich sein dass es nicht mehr so wie früher ist" (wieder wikipedia): Im Zeitalter des Absolutismus, als der von Gottes Gnaden herrschende Monarch oft das Symbol des Staates selbst war, war die Majestätsbeleidigung, die dann der Aberkennung der vom Gesetz und Gott gegebenen Regierung gleichstand, ein Staatsverbrechen, das häufig mit der Todesstrafe geahndet wurde. Aber zum glück hattest du dich ja schon wohlweislich gegen die todesstrafe ausgesprochen in einem der vorigen postings. Ich wiederhole mal den sehr entscheidenden satz, du neigst ja scheinbar dazu, in dir gelieferten beispielen und quellen das inhaltlich wesentliche zu übersehen: In der Geschichte war daher die Verfolgung von Majestätsbeleidigungen oft die Begründung für die Notwendigkeit einer Zensur. Dessen solltest du dir dringend bewusst werden! Denn damit sind wir dann auch bei der eigentlichen und tieferen problematik weshalb dieses gesetz im jahre 2008 in MA noch existiert. Ich hoffe deine französischkenntnisse sind gut, ich empfehle dir nämlich das aktuelle editorial von telquel. Der fall fouad ist ja nur eines der absurden beispiele, man wirft ohne jede skrupel auch an alterssenilität erkrankte 95 jährige rollstuhlfahrer in den knast -sollten die mal wagen auch nur einem busfahrer gegenüber ein kritisches wort über den könig äußern.: Etat de roi Ahmed R. Benchemsi
L’Etat de droit, c’est bien joli… Mais dès qu’il est question de royauté, on ne rigole plus !
Le 13 février 2008, Ahmed Nasser est mort en prison. Cet homme avait 95 ans et circulait en chaise roulante. Le 6 septembre dernier, il avait eu une prise de bec avec un chauffeur de car. Ce dernier avait conduit le vieil homme au commissariat, et l’avait accusé d’“insulte au roi”. Ahmed Nasser a été jugé et condamné le jour même.
À part le chauffeur du car, personne n’a témoigné de l’altercation, ni des termes exacts employés par les deux protagonistes. La famille de l’inculpé a présenté un certificat médial attestant que le vieil homme, plusieurs fois admis en hôpital psychiatrique, était régulièrement atteint de crises de sénilité. Ni le procureur ni le juge n’en ont tenu compte. 3 ans fermes. Ahmed Nasser s’est éteint dans une cellule sombre et humide, loin des siens, privé de toute assistance médicale.
Le 5 février 2008, Fouad Mourtada, informaticien de 26 ans, était enlevé par des policiers et longuement torturé dans un lieu secret sans que personne, famille et collègues de travail, ne sache où il était. 48 heures plus tard, une dépêche de la MAP le citait comme auteur de “pratiques crapuleuses” et “usurpateur de l’identité de son altesse royale le prince Moulay Rachid”… sur Facebook, ce site communautaire aux milliers de faux “profils” de célébrités mondiales, largement plus connues qu’un prince marocain. Qu’une telle “usurpation d’identité” ne puisse aboutir, de par sa nature et son contexte, à rien de méchant, que Fouad, coupable tout au plus d’une plaisanterie de mauvais goût, n’ait aucun antécédent judiciaire, que cet ingénieur d’Etat, soit le fils méritant d’une famille paysanne analphabète… les autorités n’ont rien voulu entendre. Fouad encourt très sérieusement 5 ans de prison, et le juge a déjà rejeté deux demandes de liberté provisoire.
Nous n’en sommes même plus à revendiquer le droit élémentaire à la critique (fût-elle violente) ou à la plaisanterie (fût-elle idiote) envers des personnages publics. La loi, même aberrante, est la loi. Mais la loi offre quand même des garanties minimales aux justiciables : le droit à la présomption d’innocence, le droit d’être bien traité par la police, le droit de bénéficier de circonstances atténuantes s’il y en a… Or dans ce pays, il suffit que le mot “roi” ou “royal” figure dans l’intitulé d’une plainte pour que tout le monde perde la tête : ces policiers, qui n’ont pas hésité à jeter au cachot un vieillard en chaise roulante, ce juge, qui a écarté sans même le consulter un certificat médical plus que probant, ces autres policiers, qui ont fait disparaître un citoyen de la surface de la terre pendant 48 heures, ces autres encore, qui l’ont torturé sans pitié, et jusqu’à cet avocat, engagé dans l’urgence par la famille du jeune informaticien, qui a… fui sans demander son reste, dès qu’il a entendu le chef d’inculpation de son client !
La voilà, la réalité du Maroc d’aujourd’hui. L’Etat de droit, c’est un joli slogan, et on veut bien faire semblant de l’appliquer (parfois). Mais dès qu’il est question de la royauté, on ne rigole plus. La loi devient immédiatement hors sujet, et tous ceux qui sont supposés en garantir le respect n’obéissent plus qu’à une chose : la peur. La peur que quelqu’un, quelque part, puisse les accuser de complaisance envers un “ennemi” de la royauté – même présumé, même considéré tel pour des raisons stupides. Pour éviter cela, l’excès de zèle devient la norme. C’est que, par le même mécanisme qui a fait qu’un vieillard en chaise roulante est mort en prison, ou qu’un jeune naïf a été sauvagement torturé avant même qu’il sache ce qu’on lui reproche… eh bien, le policier, le procureur ou le juge peuvent, eux aussi, se retrouver dans la même situation – et pour des raisons tout aussi ridicules. C’est la logique de “je sauve ma peau avant de sauver la tienne”. C’est la logique de la terreur aveugle, de rigueur dans tous les Etats totalitaires. On avait la faiblesse de penser que le Maroc n’en était plus un. Demandez à Fouad Mourtada et à la famille de Ahmed Nasser ce qu’ils en pensent… quelle: telquel-online.com Benchemsi weiß recht gut worüber er da schreibt, hatte er ja vielfach das zweifelhafte vergnügen selbst ins visier der ermittler aus trivialsten gründen zu kommen. Dir najib drücke ich trotz allem die daumen, dass nicht mal ein unliebsamer nachbar auf die idee kommt dich der königsbeleidigung zu bezichtigen. Das ist, wie man sieht, ganz offensichtlich sehr gefährlich auch wenn du es so vehement damit rechtfertigst "so sei halt das gesetz". Nur du, du findest alles im grünen bereich, soll doch der fouad seine folter einfach vergessen und die paar jahre knast naja, ok, man hat dich halt nicht nach dem strafmaß gefragt, ein grund sich darüber aufzuregen oder gar praktisch etwas zu tun ist das aber nicht für dich. Und schuld wenn er die volle zeit absitzt hat natürlich nur der dumme "gutmensch", der die unhaltbaren zustände benennt und kritisiert. Is klar! Auf deine chinaausführungen näher einzugehen schenke ich mir einfach, auch da hast du leider was falsch verstanden und auf die zutreffenden beispiele wie z.b. das thema youtube gehst du vorsichtshalber ja gar nicht erst ein, aber das war ja schon so als du die frage "wär es ok wenn G.W. Bush so ein profil hätte". Nur soviel: Auch bei china ging es mir nur um den aspekt ob von konsumentenseite ausgeübter druck (hier kaufverweigerung bleibelasteten spielzeugs) zur raschen verbesserungen der situation führt oder nicht. Du bist -so scheint es- ja immer noch der ansicht dass marokko ausschließlich unter innenpolitischen aspekten agieren und reagieren müsste aber nicht auf druck von außen obwohl ich dir in meinem beispiel einen riesen verglichen mit dem wirtschaftzwerg marokko geliefert hatte. Selbst der riese reagiert. Aber gut, nimm weiter an, marokko und seine internationalen investoren müssen vor ausbleibenden touris keine angst haben, die 100.000 vorhandenen betten und die zusätzlich geplanten weiteren 110.000 füllen sich dann von geisterhand -oder aber mit arabern aus wesentlich restriktiveren staaten, denen es reicht sich im "ach so liberalen marokko" so richtig die hucke vollsaufen zu können und oder die mit damen des horizontalen gewerbes als gespielin ihren urlaub versüßen. Von wirtschaft verstehen gutmenschen wie ich ja einer für dich bin, in deinen augen sowieso nichts... Ich denke, der austausch zu dem thema war erschöpfend, kreative neue ideen wie sich die lage verbessern lassen könnte will hier -so scheint es- niemand sonst diskutieren, meine lust deine rechtfertigungspolitik kritisch zu hinterfragen und mit argumenten zu widerlegen ist einstweilen erschöpft. Danke für die aufschlussreiche argumentation die das ein oder andere phänomen in marokko erklärt, ohne dass du es vielleicht bemerkt hast. Wobei dir natürlich jederzeit freisteht, weitere argumente zu finden, weshalb das justizopfer fouad nur selbst schuld hat. Das ganze besser totgeschwiegen werden sollte, die paar jährchen knast nur seiner persönlichen reifung (an der es ihm ja fehlte deiner meinung nach) und fortentwicklung dienen , genauso wie das bißchen folter. Und natürlich argumente, weshalb der könig bis ins jahr 3010 besser nicht kritisiert werden darf in marokko. Als letztes daher ein kommentar in diesem beitrag der das wunderschön auf den punkt bringt: Get a clue Morocco
Do you ever get the feeling that the people around you are missing out on a major shift in the way the world works? Try explaining lolcats to your grandfather for instance. I feel sorry for the powers that be in Morocco who have sentenced Fouad Mourtada, a guy with a clue, to three years in jail for spoofing a Facebook site for a member of their so-called royalty.
I feel sorry for the backward thinking elements of the world as we enter an accelerated phase of how humans communicate and works. Let Fouad go. Hire him to instill cluefulness in your government.
What’s next? Arresting somebody for Leroy Jenkins syndrome?
I am compiling a top ten list of government stupidity when it comes to the Internet.
This qualifies. Quelle zdnet.com Marokko hat wohl das problem dass ein gesichtsverlust weniger gewicht hat als z.b. in japan oder asien im allgemeinen. Sonst würde sich jetzt die nation in grund und boden schämen müssen und das sogar tatsächlich tun. Naja, vielleicht ab 3010 dann, schaun mer mal. In der zwischenzeit könntest du, najib, ja mal die marokkanischen gesetzbücher genau durchforsten und mir den paragraphen heraussuchen in dem genau geschrieben steht, wofür fouad jetzt im knast sitzt. Ich vermute nur, du wirst schwierigkeiten haben den "code de la loi" zu finden der von "d’usurpation d’identite sur internet et les consequences" handelt - es gibt ihn nämlich nicht mal, auch wenn du ihn verteidigst und als begründung heranziehst  . Und wenn du schon am blättern bist doch auch noch die gesetze, die folter in marokko legitimieren, die Liste von fällen die u.a. AMDH hier zusammengetragen hat, ist ja umfangreich. Und im anschluss stelle der doch mal eine liste der verurteilten folterknechte gegenüber, die heute noch in amt und würden sind, so du keine gesetzliche grundlage für folter gefunden hast. Ich freue mich einstweilen, dass diese unerträgliche skandal es sogar im entfernten kanada inzwischen in die haupt-TV-sender geschafft hat und ein ende derSkandalthematisierung längst nicht absehbar ist. Es geht ja sogar weiter: Nicht nur mit dem fall selbst, auch mit der entwürdigenden behandlung seiner angehörigen durch die justizangestellten "wirbt" marokko für sich in Kanada. Marokko braucht offensichtlich eine gehörige portion mehr internationalen drucks. gruß sk8erBLN p.s.: Komisch welche passagen du aus der berliner morgenpost zitiert hattest. Ich fand die passage Internetzensur ist in Marokko ein alltägliches Phänomen. Die Online-Videoseite YouTube war dort zeitweise gesperrt. weit näher an den realitäten. Nun, nachdem die behörden die drohende gefahr "internet" erkannt haben, ist es wohl nur eine frage der zeit, bis marokko tunesien oder algerien im eiltempo überholen. Das kartenhaus des ach so liberalen M6 ist jedenfalls weltweit mit diesem skandal schon eingestürzt, gut so! P.P.s. ist euch diese absurde nebendiskussion zum thema oralsex die diesen sehr ernsthaften thread nur off topic führt nicht peinlich? Zumal sich dieser thread unter den top 25 von inzwischen 46.200 fundstellen bei google findet wenn man "fouad mourtada" eingibt. Mir wäre das peinlich, aber ein jeder argumentiert immer auf dem ihm gegebenen höchsten niveau. Ich bitte um nachsicht, dass ich mich auf eures nicht hinabbegeben werde. Daher anschließend noch einige weitere infos zum eigentlichen thema des threads.
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Re: einmal Prinz im Netz und nun 5 Jahre Gefängnis
[Re: Marjam]
#84115
29/02/08 06:09 PM
29/02/08 06:09 PM
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sk8erBLN
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Links, die wichtig sind: Morocco: Protect Rights to Privacy and Fair Trial Petition Calls for Repeal of Repressive Law quelle und ganzer artikel: Human Rights Watch und die Moroccan Human Rights Association Ferner hat der fall fouad es inzwischen auch auf die weltweite version von amnesty international gebracht wo er neben so unrühmlichen fällen wie steinigungen in nigeria oder dem iran gelistet wird. Auf lokalen amnesty international seiten befand er sich ja schon länger... Amnesty International has called on the Moroccan authorities to ensure that allegations of unlawful ill-treatment are fully and impartially investigated. sowie Anyone found responsible for ill-treatment should be brought to justice," said Amnesty International spokesperson Benedicte Goderiaux. "No information, including any 'confession' obtained under torture or ill-treatment should be admitted as evidence in court, in accordance with international standards, including human treaties to which Morocco is a party. Quelle: internationale sektion AI Besonders hinweisen möchte ich noch auf SATURDAY MARCH 1ST: NATIONAL AND INTERNATIONAL DAY OF SOLIDARITY: FREE FOUAD!! - Marches de soutien le Samedi 1er Mars 2008 Paris, France Entre 2:00pm - 5:00pm Location: Place des droits de l'Homme - Parvis du Trocadéro Montreal, QC Entre 2:00pm - 5:00pm Location: The Moroccan Consulate in Montreal - Consulat du Maroc à Montréal Bruxelles, Belgique - Brussels, Belgium Entre 2:00pm - 5:00pm Location: The Moroccan Embassy - Ambassade du Maroc Adresse : Bd. Saint-Michel, 29, 1040 Bruxelles, Belgium Londres, Royaume-Uni - London, UK Entre 2:00pm - 5:00pm Location: The Moroccan Embassy - Ambassade du Maroc Adresse : 49 Qween's Gate Garden, London, UK Washington, DC. USA Entre 2:00pm - 5:00pm Location: The Moroccan Embassy - Ambassade du Maroc Adresse : 1601 21st Street, NW, Washington DC 20009 Amsterdam, Pays-Bas - Amsterdam, Netherlands Entre 2:00pm - 5:00pm Location: The Moroccan Embassy - Ambassade du Maroc Adresse : Vondelstraat 65/67 Postal Code: 1054 Madrid, Espagne - Madrid, España Entre 2:00pm - 5:00pm Location: The Moroccan Embassy - Ambassade du Maroc Adresse : Calle de Serano, 179 - 28002 MADRID Vielleicht hat ja der ein oder andere freunde oder verwandte in diesen städten und weisst sie kurzfristig auf den termin hin. AUf der angegebenen webseite finden sich jeweils links zu lagekarten und ergänzende infos. Für alle anderen wurde eine weitere möglichkeit eines online-photo-protestes geschaffen: If you cannot attend any of these events, and you would like to show your support and solidarity, wherever you are, please take a picture of yourself with a sign that includes your message of solidarity with Fouad.
Please send the picture to: [email] larbiblog@gmail.com [/email]
Please include your name (or nickname) and the name of your city/country.... quelle http://www.helpfouad.com/ Dort ist der aufruf ebenso in arabischer sprache zu finden.
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Re: einmal Prinz im Netz und nun 5 Jahre Gefängnis
[Re: sk8erBLN]
#84120
29/02/08 11:04 PM
29/02/08 11:04 PM
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Joined: Sep 2003
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Najib
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hallo
sk8erBLN,
alles was ich dir zu denken geben wollte, ist, dass das ganze theater fouad mehr schadet, als es ihm nutzt. da kannst du mit 1000 organisationen und wiki-einträgen kommen, fakt ist: fouad sitzt im knast und nicht du. fouad will so schnell wie möglich wieder raus, nicht du. und in meinen augen nutzen die ganzen aktionen nicht.
träum weiter davon, dass marokko oder irgendein anderes land der welt wegen so etwas grossflächig boykottiert würde. chinesisches spielzeug wurde nicht boykottiert, weil dort jedes jahr hunderte durch genickschuss hingerichtet werden oder weil sie zt unter unmenschlichen bedingungen produziert werden, sondern weil die möglichkeit besteht, das die eigenen kinder krebs bekommen.
auch die diskrepanz zwischen hof fegen und drei jahren ist mir aufgefallen. aber nochmal: marokko ist ein souveräner staat und bestimmt seine gesetze, wie auch immer, selbst. und daran muss man sich in marokko halten, sonst kann es geschehen, dass man bestraft wird. ich hätte auch manche gesetze lieber nicht, kann aber nicht erwarten, dass das gewürdigt wird, sollte ich einmal vor dem kadi stehen, wegen was auch immer. das beispiel der kinderpornografie habe ich gebracht, weil ich neulich gelesen habe, dass in holland die strafen dafür geringer wären und weil ich ein böser mensch bin, aber genausowenig kann sich der dealer an der ecke darauf berufen, dass die mitgeführte menge in holland legal wäre, und man deshalb von einer bestrafung absehen sollte. das mit dem oralsex war auch nur so ein beispiel für absurde gesetze ( die viel mehr menschen betreffen, als das verbot, sich unter dem namen von moulay rachid in social-networks anzumelden), die aber nicht petitiert werden. dass das dann sofort mit homosexualität und ausserehelichem geschlechtsverkehr gleichgesetzt wurde, war nicht meine absicht. und bevor du noch länger ohne ergebniss in gesetzbüchern wühlst, in der verfassung steht sinngemäss drin: das königshaus ist unantastbar. darunter dürfte dann auch das verbot fallen, sich als moulay rachid bei facebook anzumelden. und um nochmal auf guantanamo und die todesstrafe zurückzukommen, die ich ja, gottseidank muss ich jetzt sagen, ablehne. das wären zwei viel gewichtigere gründe die usa zu boykottieren. nur tut's halt keiner. aber um auch mal was gutes zu tun, werde ich nicht in die usa reisen, bis die beiden probleme zu meiner zufriedenheit gelöst sind.
gruss Najib
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Re: einmal Prinz im Netz und nun 5 Jahre Gefängnis
[Re: Najib]
#84122
01/03/08 12:05 AM
01/03/08 12:05 AM
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SouMaDra
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offtopic@ Najib: .. marokko ist ein souveräner staat und bestimmt seine gesetze, wie auch immer, selbst. und daran muss man sich in marokko halten, sonst kann es geschehen, dass man bestraft wird. Der Besitz von Drogen und das konsumieren derselben ist in Marokko verboten, auch in Chefchaouen.Du sitzt im Glashaus und wirfst mit Steinen.  Mohamed
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Re: einmal Prinz im Netz und nun 5 Jahre Gefängnis
[Re: SouMaDra]
#84123
01/03/08 12:12 AM
01/03/08 12:12 AM
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hallo
soumadrahahaha,
woher willst du wissen, dass ich drogen besitze? ich sagte mal, ich rauche gerne mal abends einen joint. das ist nur konsum und in deutschland erlaubt. im falle einer verhaftung verlasse ich mich also voll und ganz auf amnestie-international.
gruss Najib
um etwaigen rechtliche konsequenzen vorzubeugen: dieses posting wurde unter subjektivitätsvorbehalt erstellt. Wandern im Rif Google+
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Re: einmal Prinz im Netz und nun 5 Jahre Gefängnis
[Re: Najib]
#84131
01/03/08 03:44 AM
01/03/08 03:44 AM
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Guten Abend, @ Najib ich sagte mal, ich rauche gerne mal abends einen joint. War das der Grund aus 3 Jahren Haft 8 Jahre Haftstrafe zu melden? Selbst ich mit meinen rudimentären arab. Sprachkenntnisse verwechsle die 3 nicht mit der 8. Off-topic: da du ja schon im fortgeschrittenen Alter bist, ist der Tag wohl gar nicht mehr so fern, wo der joint durch die Schnabeltasse abgelöst werden wird, oder?
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Re: einmal Prinz im Netz und nun 5 Jahre Gefängnis
[Re: Elvire]
#84132
01/03/08 04:15 AM
01/03/08 04:15 AM
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Joined: Jul 2002
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Elvire
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Hallo Karsten,
deine Recherche, deine postings: umfassend, informativ - chapeau ! Beeindruckt haben mich deine statements, wo du die Dinge beim Namen nennst - unbeirrt.
Einige Links waren mir bisher unbekannt und so möchte ich mich auf diesem Weg bedanken.
Bei all den Diskussionen über das Für und Wider der verhangenen Haftstrafe, wird die Art der Verhaftung, die polizeilichen Übergriffe, die "Sippenhaftung" der Familie fast in den Hintergrund gedrängt. Beim Lesen des Berichts vom kanadischen Fernsehen wurde mir das wieder voll bewußt.
Morgen soll aus Solidarität auch ein Sit-in in Rabat sein. Es würde mich wundern, wenn sich viele Teilnehmer einfänden.
Bcp de courage, Elvire
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Re: einmal Prinz im Netz und nun 5 Jahre Gefängnis
[Re: Elvire]
#84134
01/03/08 05:00 AM
01/03/08 05:00 AM
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Joined: Sep 2003
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Najib
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Chefchaouen
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hallo
ach, elvire,
was soll man darauf sagen? ich hätte zwar eine antwort für dich. da ich dich aber als dame betrachte, lasse ich es sein.
komisch, genau die, die die westliche freiheit am schärfsten verteidigen, sind am schnellsten dabei, wenn es darum geht, jemanden mundtot machen zu wollen.
aber ich muss sagen, eure reaktionen sind genau die, weshalb ich das überhaupt geschrieben habe. ich wollte mal sehen, wie weit eure solidarität mit jemanden, der durch sein verhalten weder jemanden schadet, noch beleidigt noch sonst irgendwie in die intergität eines anderen eingreift, geht. man könnte ja auch diebe aus dem gefängnis petitieren. die sitzen hier auch jahre für taten, für die es in deutschland höchstens eine geld-oder bewährungsstrafe gäbe. mir fällt da der begriff "selektiv" ein. nicht zu verwechseln mit "selektieren", um keine erneute gutmenschendiskussion hervorzurufen. wie siehst du das, elvire? ist es richtig in marokko marokkanische gesetze zu übertreten? ist es richtig, dass man hier auch wegen einfachem diebstahl auch als ersttäter jahrelang einsitzen kann? tatsächlich gibt es hier einiges, das nicht meinem rechtsempfinden entspricht, aber damit muss ich leben. ich will mich schliesslich integrieren. ein gesetz ist erstmal ein gesetz. wer denkt er könne gesetze nach belieben ablehnen und sich nicht danach richten, der irrt ganz einfach, so sinnvoll oder unsinnig das gesetz auch sein mag. nicht umsonst stehen die autos in deutschland mitten in der nacht vor der roten ampel und warten bis es grün wird, obwohl weit und breit niemand zu sehen ist. man macht es, weil man nicht drüberfahren darf. mag es auch noch so unsinnig sein und gegen die menschenwürde verstossen. da könnt ihr euch winden, wie ihr wollt, ein gesetz muss eingehalten werden. und wenn mir das ein oder andere davon unsinnig vorkommt und ich halte mich nicht daran, dann muss ich gegebenenfalls auch die konsequenzen tragen. wenn es anders wäre, könnte man die ganze juristerei an den nagel hängen und sie den schönen künsten zuschlagen. falls wir uns darin einig sind, dann müssen wir auch hinnehmen, das fouad nunmal ein gesetz gebrochen hat und jetzt die konsequenzen trägt. man könnte versuchen einfluss dahingehend zu nehmen, dass das gesetz abgeschafft wird, oder nur mit einer geldstrafe geahndet wird. aber das nutzt fouad nichts und der marokkanische staat wird den teufel tun und sich nach ein paar tausend e-mails richten, die mit nicknamen unterschrieben sind. alles was fouad davon hat, ist, dass an ihm vielleicht ein exempel statuiert wird, um zu zeigen, dass der sturm im wasserglas nichts nutzt und man das nächste mal lieber ruhig ist, wenn man beizeiten wieder raus will. hat sich das schon mal jemand überlegt, von denen die fouad nun für ihre sache einspannen, wahrscheinlich ohne ihn vorher gefragt zu haben?
gruss Najib
ps.: ist dir schon einmal in den sinn gekommen,elvire, dass sich auch der nachrichtensprecher versprochen haben könnte. ich habe mit meinem jungen schach gespielt, als das in den nachrichten kam. ich dachte ich hätte acht jahre gehört und meine frau zur sicherheit nochmal gefragt. sie hat gesagt 8 jahre, was ich auch glaubte verstanden zu haben. du kannst jetzt meiner frau vorwerfen, dass sie 3 nicht von 8 unterscheiden kann, aber da musst du aufpassen, dass du dich nicht lächerlich machst. etwas anderes wäre es, wenn du die sendung auch gesehen und 3 jahre verstanden hättest. hast du?
Last edited by Najib; 01/03/08 05:08 AM. Reason: ps
um etwaigen rechtliche konsequenzen vorzubeugen: dieses posting wurde unter subjektivitätsvorbehalt erstellt. Wandern im Rif Google+
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Re: einmal Prinz im Netz und nun 5 Jahre Gefängnis
[Re: Elvire]
#84167
03/03/08 06:09 PM
03/03/08 06:09 PM
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Joined: May 2007
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sk8erBLN
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Hallo elvire, hallo zusammen, Bei all den Diskussionen über das Für und Wider der verhangenen Haftstrafe, wird die Art der Verhaftung, die polizeilichen Übergriffe, die "Sippenhaftung" der Familie fast in den Hintergrund gedrängt. Beim Lesen des Berichts vom kanadischen Fernsehen wurde mir das wieder voll bewußt.
Schön dass es in diesem forum menschen gibt, denen der blick auf die wichtigen fakten in dieser affaire nicht so verstellt ist wie anderen. Ich kann dir da nur zustimmen. Speziell diesem aspekt widmet sich der folgende beitrag, aus dem ich ausschnitte hier einstelle: Maroc : la liberté en danger Cette nuit du 23 février 2008, marque la fin de l'espoir des liberté d'expression au Maroc, et le retour aux année noires de la dictature imposé par l'ancien Roi, Hassan II ; La réalité à dépassé le virtuel et les conséquences vous le verrez sont plus que dramatique, c'est ce que vient de découvrir Fouad Mourta, jeune informaticien de 27 ans, amateur et utilisateur du fameux site mondialement connu Face Book.
Quel rapport entre la liberté d'un homme et de Face Book me direz vous, je reconnais que le lien n'est pas évident, je ne vous parlerai pas ici des addictions à Internet, de la dépendance au monde virtuel, mais à un « fait divers » qui est devenu une affaire d'état, une affaire humaine ou les détails donnent plus envie de vomir que sourire.
Depuis 8 février 2008, il est emprisonné et inculpé pour falsification de document informatique et usurpation de fonction... Ridicule dites vous? Dans le reste du monde oui, mais au Maroc l'image de la famille royale est sacrée.
Mais parlons des conditions de détention de ce détenu, l'association marocaine des droits de l'homme (l'AMDH) a pu visiter le prisonnier, celui-ci à ce jour à perdu en parti la raison à la suite de mauvais traitement et de tortures multiples, les conditions de détentions pour les prisonniers politiques marocains sont toujours plus dur que pour les droits communs, et malgré les protestations internationales, rien n'a vraiment changé depuis le décès de feu Hassan II. ...La vérité est ailleurs, les droits de l'homme sont de nouveau en danger dans notre pays, parmi les personne arrêté le premier mai 2007, un homme de 95 ans est mort dans la prison de state, jugé pour avoir manifesté au coté des associations des droits de l'hommes pour la libération de prisonniers politique, à son procès les juges n'on pas tenu compte de son age, ni du fait qu'il avait une déficience mentale majeure... Alors que le Maroc se divise, alors que les mouvements islamiste se font de plus en plus pressant, alors qu'ils prennent de plus en plus de place dans la vie sociale, on condamne un ingénieur après l'avoir horriblement torturé dans ses chairs et dans son âme.
Grâce à l'interventions des associations des droits de l'homme, le président Sarkozy et son ministre des affaires étrangères ont été alerté sur la situation des prisonniers politique au Maroc, et l'ambassadeur du Maroc aurai été convoqué pour lui a faire part de la désapprobation de la France, et une mise en garde contre le retour à une répression des opposants. Le Maroc se veut dans une spirale libertaire, et veut se montrer dans ce sens, mais cet affaire qui éclate au grand jour, montre que si on gratte un peu, l'incompétence, la corruption et l'arbitraire sont toujours les principaux acteur d'un régime autoritaire, et ce malgré la volonté du Roi de changer les choses et de faire avancer ce beau pays vers une société moderne, une sociétés de liberté.
Fouad Mourta va-t-il devenir le symbole de la fin des libertés au Maroc ? La réponse est entre les mains de la cour d'appel et dans les mains de son Altesse Royale Mohamed VI, qui je n'en doute pas prendra conscience de l'absurdité de la situation, et réformera en profondeur le système législatif en place. quelle Ob der optimismus im letzten absatz berechtigt war wird sich erst noch zeigen müssen. Noch glaubt man ja im königshaus die angelegenheit aussitzen zu können und einfach zu schweigen, egal wie sehr das den weltweiten ruf noch weiter ramponiert. Einstweilen sage ich mal bienvenue au "maroc du moyen âge". Sehr treffend auch das fazit in diesem kommentar: What possible justification is there for treating Fouad the way he was treated? Does the honor of the Moroccan monarchy demand the destruction of a young man’s life? Apparently so. Apparently, their honor will be defended even at the price of revealing to the world that in Morocco, an innocent citizen can be snatched off the street, taken to a room and brutally interrogated, with no possibility of redress, no chance that the real criminals, Fouad’s interrogators, will ever be punished. The message to the Moroccan people is, “Watch your step.” In Morocco, freedom is not a right, but a gift of the state. It can be distributed or withdrawn at the whim of its rulers, from moment to moment. moroccan injustice-system Morgen soll aus Solidarität auch ein Sit-in in Rabat sein. Es würde mich wundern, wenn sich viele Teilnehmer einfänden. Vielen dank auch für diese noch rechtzeitig erfolgte wichtige ergänzung. Es war in Rabat keine großdemonstration aber einige hundert mutige menschen sind erschienen, wie es scheint, waren auch mehrere TV-stationen anwesend bei der demonstration. Daher die frage: Weiß jemand ob darüber im marokkanischen TV berichtet wurde? Natürlich finden sich erste Videos und Fotos im web von den demonstrationen, sie sind über die startseite bei http://helpfouad.com/ abrufbar, weitere hier. soweit der aktuelle zwischenstand, über den ich gerne weiterhin berichte. gruß sk8erBLN
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Re: einmal Prinz im Netz und nun 5 Jahre Gefängnis
[Re: Najib]
#84168
03/03/08 07:42 PM
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Joined: May 2007
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hallo najib, es ist ja nicht so dass die marokkaner zu dumm wären zu erkennen in welchem unrechtssystem sie gefangen sind. Da gibt es die einen, die sagen: Politische änderungen können nur auf einem wege erreicht werden. "top to down", also von oben nach unten. Analog auch der dir sicher bekannte spruch "der fisch stinkt am kopf zuerst". Die menschen würden nur versuchen sich zu arrangieren und zu überleben. Man könne sie nicht für ihre mentalität verantwortlich machen, nur weil sie verstanden haben, dass der kürzeste weg die eigenen papiere unterzeichnet zu bekommen, die administrativen warteschleifen und -schlangen zu umgehen oder zu verkürzen derjenige ist, schmiergelder zu zahlen. Wenn es die "elite einer nation" ist, die sich nicht an die vorgesehenen regularien hält, die menschen bestiehlt, sollte man nicht die menschen auf der straße verantwortlich machen dafür, dass sie das spiel mitspielen, sich anpassen und so überleben.
Die anderen hingegen sagen So ein system degeneriert und deformiert die menschen die sich ihm unterwerfen. So wie ein missbrauchender vater dazu in der lage ist, die gefühle seine kinder, ihr vertrauen ihre liebe nachhaltig zu zerstören. Diese grundsteine werden sehr früh gelegt,es wird sehr schwer bis unmöglich sie zu ändern, selbst wenn sich die rahmenbedingungen verändern.
Für mich haben die bloggenden marokkaner die sich für fouad engagieren und auf die du so verächtlich herab siehst die mentalität, die marokko so dringend bräuchte. Auch fouad zähle ich zu dieser neuen anderen generation. Das marokkanische system bricht solche menschen mit aller möglichen härte, unfähig zu tolerieren, dass die zeit sich weiterentwickelt, dass menschen ihre kleinen freiheiten ausleben. Rational lässt sich nicht von der hand weisen dass in marokko mit schmiergeld ein überleben besser funktioniert. Ich kritisiere diese zahlenden auch nicht heftig. Sie selbst sind ja schon opfer des systems. Über eine sache mussman sich aber klar sein: Dieses system nährt das unrecht, hält es am leben. So lange die marokkaner denken "sich von den autoritäten mißbrauchen zu lassen ist ein normalzustand, wird sich das unweigerlich so fortsetzen. Erst wenn die marokkaner aufwachen, diesen autoritäten ein festes NEIN so nicht entgegnen, wenn jeder einzelne zeitgleich sich dem schäbigen spiel verweigert, verlieren diese korrupten autoritäten ihre legitimation. Dann erst wird es möglich sein ein besseres system zu etablieren und eine angemessene kontrolle darüber auszuüben. Es wird sicher mehr brauchen als das korrupten eliten und autoritäten entgegengeschleuderte deutliche "nein, so nicht", es bedarf eines solidarischen geistes unter den menschen. Die marokkaner müssen davon überzeugt sein, dass sie alleine dazu in der lage sind, ihre gesellschaft zusammenzuhalten. Erst wenn die marokkaner davon überzeugt sind, macht die starke hand die ihnen heute wie damals sicherheit verspricht keinen sinn mehr. Aktuell fürchten sich viele marokkaner doch davor dass -würden sie von der zentralen autorität verlassen- die nation zerbröselt, in stämme und splittergruppen. Da bin ich wieder beim missbrauchenden vater. Menschen die gewohnt sind immer und in allen dingen diszipliniert zu werden verlieren die fähigkeit zur selbstdisziplin. Gleichzeitig fördert das phänomene wie das des "deutschen blockwartes" der in marokko überraschend häufig anzutreffen ist. denunziantentum und eine erhebliche soziale kontrolle inklusive. Wer also die hände in den schoß legen will und für alles und jedes immer eine rechtfertigung parat hat wartet auf den sankt nimmerleinstag und die gesellschaftlichen "top to down" änderungen. Neue wege zu entwickeln wird zeit brauchen, ganz klar. Noch ist man auch weit entfernt davon macht zu haben. Die konversation die wir hier führen ist übrigens schon teil des weges oder prozesses den auch marokko unweigerlich gehen wird. Vor vielen jahren schon sagten mir marokkaner "die einzige lösung für unser land ist das land von den leuten zu reinigen und mit einer neuen generation neu zu beginnen." Andere sagten " Der einzige weg dass sich die dinge verbessern ist eine totale revolution in den köpfen, in unserem geist." Auf die zum glück inzwischen existierende "vorhut" neuen geistes werter najib hast du bis jetzt in unglaublicher selbstgefälligkeit herabgeschaut. Ich denke nicht, dass es viel sinn macht, die diskussion mit dir bei diesem thema zu vertiefen. Mit deiner rechtfertigenden art und mangels kreativer ideen bringst du die diskussion nicht voran. Den status quo hast du nun hinreichend lange legitimiert, gewisse autoritäten denen so viel an ihrer macht gelegen ist könnten stolz auf dich sein. gruß sk8erBLN
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Re: einmal Prinz im Netz und nun 5 Jahre Gefängnis
[Re: sk8erBLN]
#84177
05/03/08 09:18 PM
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Hallo sk8erBLN, "Vor vielen jahren schon sagten mir marokkaner "die einzige lösung für unser land ist das land von den leuten zu reinigen und mit einer neuen generation neu zu beginnen." Andere sagten " Der einzige weg dass sich die dinge verbessern ist eine totale revolution in den köpfen, in unserem geist." Ich kenne Marokko seit 1972. Diese oder ähnliche Worte habe ich damals schon gehört: wit brauchen eine neue Generation, wir brauchen eine Revolution in den Köpfen. Damals waren die Redner jung, Studenten. Heute sitzen sie teilweise in gehobenen Positionen, manche sogar an Schalthebeln der Macht. Erinnert man sie heute an ihre damaligen Worte, lachen sie und öffnen eine Flasche "Les cotaux de l´Atlas", prosten dir zu: "vive la revolution". Was gabs da alles darunter: scharfe Berberisten, Basisten, Kommunisten, Laizisten.. uvam. Nun ist eine Generation vergangen, an den Unis hört man immer noch ähnliche Sprüche....und ansonsten ist wenig passiert, ausser dass ein paar Bärtige mehr die Gegend verunzieren. Da stelle uch mir schon die Frage, woran die Immobilität (in politischen Dingen) der Marokkaner herrührt. 2 Antworten stelle ich zur Diskussion: 1) Hassan II hat es während seiner Regierungszeit fertig gebracht, das gesamte Land dermaßen zu korrumpieren, dass es mehr als eine Generation dauern wird, diesen Schaden auch nur einigermaßen zu beheben. "L´argent ou la matraque" (Die meisten haben das Geld bevorzugt); die Berberisten wurden durch arabische Nationalisten ausgespielt (und viceversa); die Linke durch (importierte) Salafisten (und viceversa); die "Fassis" durch die Berber (und viceversa) usw. Das Land befand sich während seiner Amtszeit in einem andauernden waffenlosen Bürgerkrieg, und er zog die Strippen, schmierte oder schlug zu. Schon genial, nur nicht für das Land. 2) Solange der Islam als eine (auch) politische Religion (din wa daoula) aufgefasst und verbreitet wird, mit dem König als "Amir mu`mimin", wird es mit der Revolutionierung der Köpfe nicht viel werden, es sei denn, der Islam reformiert sich aus sich selbst heraus, was eher unwahrscheinlich. Diese Politreligion erzeugt im Normalfall eine derartige politische Trägheit, dass Veränderungen nur im Schneckentempo vorstellbar sind. Und wenn sich diese Religion zu etwas aufraffen sollte, dann geschieht das in Richtung übelster Auslegungen in noch totalitäreren Ausprägungen wie Salafismus oder Jihadismus. Natürlich bekommt man in Marokko zu hören: "was erwartest du von einem Staat mit solcher Religion", aber nur hinter vorgehaltener Hand. Riskiert wird nichts.
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