hallo
johann12,
als ob meine Zwiesprache mit Gott, egal ob dem christlichen oder dem islamischen, davon abhängt wie genau ich das Gebet denke oder spreche, ob in arabisch oder einer anderen Sprache. Der da oben weiß ganz bestimmt genau was ich ihm sagen will, unabhängig von geschriebenen Wörtern. Und wenn ich Angst davor haben müsste, etwas "falsch" zu beten, dann lass ich es lieber ganz bleiben.
du hast recht, ich habe mich falsch ausgedrückt. zwiesprache ist nicht das richtige wort für das moslemische gebet. ich hätte "im angesicht gottes" schreiben sollen.
aber daraus wird genau das dilemma der übersetzungen deutlich.
wenn ein moslem "gebet" sagt, dann meint er nicht dasselbe als wenn ein christ "gebet" sagt.
und so lässt ein-und dasselbe wort verschiedene assoziationen entstehen, je nach dem, wer es hört oder liest.
während der christ eher an zwiesprache denkt, nach dem motto: "du kannst dir nicht vorstellen, was ich heute erlebt habe.....", ist das gebet für den moslem ein genau festgelegtes ritual.
der christ betet, weil er etwas will, oder sich für etwas bedankt, der moslem betet, um gott zu versichern, dass er ihn als höchste instanz über allem anderen anerkennt. das gebet hat also fast zwangsläufig verschiedene rahmen.
während sich ein christ verständlich machen will, könnte ein moslem auch eine reihe von zufallszahlen rezitieren, solange das vorgeschrieben wäre. das würde dem sinn des gebetes keinen abbruch tun. gott weiss eh' was man sagt. er hat es ja vorgegeben.
Der Konvertit welcher die Gebete in Arabisch betet ist ja wohl auch nicht davor gefeit, die arabische Sprache falsch zu sprechen und dadurch den Sinn des Gebetes zu verändern, oder?
man muss keine angst haben, beim gebet etwas falsch zu machen, wenn man sein möglistes tut, um fehler zu vermeiden.
und wenn ein konvertit sein möglichstes tut und die gebetsformeln auf arabisch lernt, dann sind aussprachefehler, oder ein falsch betontes wort kein problem.
Also mich hat der da oben bis jetzt immer ohne Rituale und festgelegte Gebete verstanden, auch in höchst bedrohlichen Situationen. Und es hat geholfen!
in welcher sprache hat er denn geantwortet?
hat schon mal jemand etwas davon gehört, dass ein moslem in einer höchstbedrohlichen situation ins gebet verfallen würde?
er spricht das glaubensbekenntnis.
aber das kommt auch daher, dass gebet und gebet nicht dasselbe sind.
wenn ein moslem so etwas wie zwiesprache mit seinem gott hält, dann nennt er das nicht gebet. und er macht das in der sprache, die er am besten kann. gott versteht nicht nur alle hauptsprachen, sondern auch alle deren dialekte.
gruss
Najib
ps.: ein gutes beispiel für einen der nicht weiss wovon er redet findet sich hier:
allah sprikt nur ARABISCH!