lobozen,


zu aller erst rede ich nicht von großdeutschland oder dem deutschen reich, sondern von deutschland und bitte dich deine terminologie in bezug auf marokko zu stimmen. marokko war zu zeiten ein "imperium" genannt (l’empire cherifien - google bitte bei zweifel fragen) und ist zur zeit, seit langem ein königreich. in diesem forum reden wir von marokko, punkt.

hierzu möchte ich auch darauf besthen, daß ich die wiedervereinigung nicht mechanisch mit dem grünen march vergleiche, beide haben miteinander nichts zu tun, sondern den schizophrenen geist deutschlands in bezug auf die bejahung der eigenen vereinigung und verneinung der vereinigung anderer anspreche. sonst bitte nochmals lesen.

in dieser hinsicht hast du die rolle deutschlands in ex-yugoslawien erkannt und gehörst somit einer winzig kleinen minderheit, glückwunsch also ! 99% der deutschen sind eher der meinung ihrer geführten politik; wir können gerne wetten.

aus diesem grund warne ich vor deutscher außenpolitik und der politischen meinung der deutschen, wenn es um die territoriale intergität und souverenität anderer (schwächerer) länder geht. die türkei mußte beispielsweise auch daran glauben, als zahlreiche gutmenschen, darunter sehr einflußreiche, von deutschland in die kurdengebiete einmarschierten, um justiz und gerechtigkeit für die kurden zu prädigen. daß die umstände weitaus komplexer sind, eine gesamte region und viele andere länder miteinbeziehen und sie mit ihren aktionen die souverinität der türkei und die stabilität dieser region direkt betraffen, war ihnen zunächst gleichgültig.

deine meinung, das habe ich bereits gesagt und die gründe aus meiner sicht genannt, ist geistig in diesem kontext einzubetten und glaub mir, ich führe mit franzosen und anderen europäern andere, konstruktievere dialoge, da diese mit ihnen möglich sind.

schau hier im forum tamazight, was für informationen thomas beispielsweise verbreitet: ein arabisches dorf unterdrückt ein berberisches a la hutu und tutsi. was soll man nun tun ? tja, nato-truppen nach marokko schicken und das land in arabischen und berberischen gebieten teilen, und wenn sich andere minderheiten mit gebietsanpsrüchen melden warum nicht. so einfach ist das. wer sich dann bekriegt ist ein unverbesserlicher barbar und masenmörder.

zum thema:

zu den resolutionen verdrehe ich keine tatsachen. ich vesuche nun langsamer zu sprechen, in der hoffnung, daß bei dir etwas ankommt: die uno prangert den umstand, daß marokko eine finale lösung nicht abgewartet hatte, fällt auf der anderen seite aber kein urteil über die marokkanität der sahara. bei dir ist das urteil jedoch bereits gefällt.

dabei redest du so, also würdest du von einem sportler verlangen, inmitten einer cahotischen bewaffneten bande, fairplay und vernünftig zu spielen, und verkennst auch, daß ein referendum, welches diesen namen verdient, in dieser region und zu seiner zeit nicht möglich gewesen wäre und daß die einzige andere alternative damals jene gewesen wäre, daß algerien, die sahara für die sovietunion durch eine marionettenrepublik anektiert hätte.

real würden wir in der sahara eine miltärjunta haben, die unter befehl der algerischen generäle das land plündert und einen haufen von miserablen beduinen regiert.

du aber redest so, als wäre man in der damaligen zeit, an diesem ort wie in der schweiz, da referenden zur tradition gehören, die akteure zuverlässig und fair und die spielregeln definiert sind und respektiert werden.

selbst spanien hat sich vor einem referendum in gibraltar gedrückt, da die bevölkerung dort gegen eine rückkehr zu stimmen droht. der ausgang von referenden in melilla und ceuta ist nicht abzuschätzen. est ist jedoch davon auszugehen, daß die lokal-bevölkerung aus wirtschaftlichen gründen (dort floriert der schwarzmarkt) gegen eine entkolonialiesrung beider städte stehen wird. hier ist die frage, wer gefragt werden soll: ist das schicksal von ceuta und melilla eine lokale angelegenheit, soll die lokale bevölkerung darüber entscheiden. ist es aber eine nationale frage, dann muß die gesamte bevölkerung marokkos konsultiert werden. würden hier die rein wirtschaftlichen fragen keine rolle spielen, kannst du dir den ausgang der referenden anhand der im land herrschenden meinung ausmalen.

grundsätzlich ist aber die idee eines refrendums im falle von ceuta und melilla eine falsche. beide städt sind auf marokkanischem territorium und gehören marokko.

deine bemerkung die sahroauis seien zur plisario geflüchtet ist surreal. würde algerien ihnen die freie wahl geben, bliebe dort kein einziger.

was die kanarischen inseln angeht, könnte ich dir auch eine antwort geben. deine frage werte ich allerdings als rein polemisch.


jm