lobozen,


mir ist keine resolution bekannt, die das schicksal der sahara als nicht marokkanisch entscheidet. hätte man in der machtvakuums- und anarchiezeit nach dem abzug spaniens nach den gutgemeinten pamphleten und ratschlägen gehandelt und abgewartet, wäre die sahara jetzt defacto eine annexion algeriens. die illusion, wonach, zumal in der damaligen zeit, zerstreute gruppen von armen und analphabeten beduinen im rahmen eines zuverlässigen und transparenten referendums ihr schicksal möglicherweise sogar in richtung einer unabhängigen demokratie klären sollten, ist mehr als blauäugig zu bezeichnen.

die einzig richtige entscheidung, die in dem damaligen umfeld getroffen werden konnte, war die marokkos zu handeln, statt irgendwelchen ewigen labereien abzuwarten, deren ineffizienz sich an den beispielen von irak und israel zeigen. alle anderen parteien haben geschlafen, defizitär gehandelt oder beides.

in dieser zeit konnten 350.000 marokkaner lässig und friedlich in die sahara einmarschieren, da sie der überzeugung waren und sind, marokkanisches territorium zu betreten und alle die, die jetzt so schön reden wie du, scherten sich einen dreck um diese ecke als spanien da war.

afrika ist nicht europa, marokko ist immer noch nicht voll entkolonisiert, sein nachbar ist aggressiv und unberechnbar und ein europäisches land wie spanien verletzt reglemäßig seine lufthoheit. das ist die realität eines 1/3 welt-lands. von freiwilligkeit kann die rede in ausgewogenen stabilen verhältnissen und bei freiwilligen vereinigungen wie der maghreb union sein, nicht jedoch wenn es darum geht die territoriale integrität zu vervollständigen. hier vefehlst du die idee, da ich jenen drang nach zusammengehörigkeit und vereinigung bei den deutschen ansprach, die sie wiederum anderen völkern absprechen.

es war für die deutschen kein problem aus zwei souveränen staaten einen zu machen und mit der zeit die faktische international annerkannte legitimität eines von ihnen nun gar abzusprechen und zu negiern. hier soll zusammen wachsen, was zusammen gehört. einen bereits vereinten staat wie yugoslawien aber in einen cahos von bislang schlimmesten ethnischen und religösen kriegen zu stürzen, statt auf die stärkung seiner föderalen struktur und die autonomie seiner regionen als kontsruktiven und friedlichen lösungsweg beispielsweise hin zu arbeiten (ein expertise-feld der deutschen), stellt für die deutschen und deutschland keine moralische frage dar.

dein einwand, es sei undurchdacht und unangebracht von der deutschen wiedervereinigung in diesem kontext zu sprechen, erinnert an die haltung spaniens, wenn die marokkaner das beispiel von gibraltar erwähnen, wenn es um ihnen um ceuta und melilla geht. für die spanier ist dieser vergleich auch undurchdacht und unangebracht.

die frage, warum die sog. polisario von marokko unterstützt wurde beantworte ich mit einer anderen: seit wann existiert die sog. polisario überhaupt und wer hat sie gegründet ? wie deine antwort allerdings sei mag, ändert sie nichts an der tatsache, daß es sich bei ihr um ein militärisches söldnerkonstrukt unter algerischer führung handelt. die sog. polisario mit irgedneinem widerstand irgendwelcher sahraouis in verwechslung zu bringen ist töricht und ignorant.


jm