Hallo!

Ich persönlich bin der Meinung, daß es immer darauf ankommt, wo man genau in einer sogenannten "Gefahrenregion" hinfährt.

Man muß sich halt entscheiden, ob man im Luxushotel die Beine hochlegt und nach 3 Wochen nichts gesehen hat, oder ob man das "Risiko" eingeht, und sich auch aus dem Hotel wagt. In wie weit man einen Wüstentripp unternimmt, sich in für konservative islamische Augen unmögliche Disko begibt, etc., muß jeder selber entscheiden.

Es gibt auch immer noch das Mittelding: sich möglichst weit an die Kultur anpassen, mit Einheimischen Kontakte knüpfen und das machen, was sie auch in ihrer Freizeit tun.

Als iranische Staatsbürgerin, deren Land das absolute Negativ-Image hat, und nur von Kulturtouristen ab 65 aufwärts gerne besucht wird (der Rest hat meistens Probleme, überhaupt ein Visum zu erhalten), bin ich der Meinung, daß man sich genau überlegen muß, welches Risiko eingehbar ist, und welches nicht.

Bei uns gibt es z. B. eine gefährliche Drogenschmugglerroute am Persischen Golf entlang nach Pakistan, wo es oft Schießereien mit der Gendamerie gibt, da die Schmuggler mit Lastwagen die Grenze durchbrechen, und alles umbringen, was sich ihnen in den Weg stellt. Es gibt überall Polizeiposten, die Iranern wie Touristen spätestens 200 km vor der Grenze raten umzukehren. Wir haben uns daran gehalten, die wenigen Motorrad- und Rucksacktouristen aus Westeuropa sind munter weitergefahren ...

Ich denke, jeder muß selber wissen, was er riskieren kann und will.

Yours,

I.

P.S.: Wir haben uns nach dem Bericht gestern Abend spontan entschlossen, einen Urlaub in Ägypten zu machen, obwohl es mit iranisch-deutschen Pässen nicht leicht ist, ein Visum zu bekommen. Was können die einfachen Menschen für die Taten einiger Mörder?