Hallo Ihr,
aus diversen Gründen konnte ich leider dieses Jahr meinen Urlaub nicht in Marokko verbringen. Als kleines Trostpflaster habe ich Andalusien gewählt, weil dort zumindestens ein Hauch von 1001 Nacht schwebt.
Es war sehr schön und hat mir auch super gefallen, aber es ist einfach nicht Marokko. Wenn man vorher in Marokko war, dann hat man eher das Gefühl Andalusien ist wie "aufgewärmtes Essen", obwohl es auch dort wunderschön ist.
Es führte dann dazu, daß ich noch mehr "Heimweh" nach Marokko hatte, wie normalerweise.
Und ich kann mir gar nicht vorstellen, daß schon mal wer in Tarifa gestanden ist und so sehnsuchtsvoll nach Marokko geschaut hat wie ich letzte Woche.:-)
An diesem Platz wird einem die Thematik, der illegalen Auswanderung, der Sehnsucht nach einer besseren Welt, der Glauben an "paradiesische" Zustände in Europa so richtig bewußt.
Was wohl in den Leuten vorgeht, die mit der Nase fast ans "Paradies" stoßen und nicht rüberkommen?
Mir wurde eine Grenze noch nie so bewußt wie in Tarifa dort und auch der Gedanke an all die Dramen und Tragödien, die sich hier aufgrund der Hoffnung auf ein besseres Leben schon abgespielt haben und noch werden, ließ mich sehr traurig werden.
Und diese Reise hat mir auch sehr bewußt gemacht, daß die arabischen Länder und speziell einen wichtigen Platz in meinem Herzen haben.
Das klingt sehr pathetisch, aber ich hoffe, daß ihr versteht, wie ich es meine.
Muiko
PS: Ich höre schon die Stimmen derer unter Euch die jetzt wieder dieses "verträumte" österreichische Bild von Marokko kritisieren, aber ihr könnt mir wirklich glauben, daß ich mich mit besten Wissen und Gewissen immer damit auseinandergesetzt habe, sei es privat oder auch in der Arbeit (Export arabische Länder). Ich werde nie alles verstehen, tolerieren und akzeptieren können genauso wenig wie umgekehrt. Aber die Auseinandersetzung mit "Arabien" hat mich auch ein wenig zu mir selbst geführt und es ist ein ganz wichtiger Teil in meinem europäischen Leben geworden.