Hallo zusammen,
das Schreiben spiegelt immer den inneren Zustand und die innere Stimme eines Menschen wieder.
Ich äußere mich hier als marokkanischer Staatsbürger, dessen Ideale Demokratie und Freiheit sind und sonst nichts !
Ich träume wie viele andere Marokkaner auch von einem pluralistischen und demokratischen Marokko. Ich verabscheue alles , was die Realisierung dieser Zeile blockiert und ihnen im Wege stehen.
Was mich heute dazu bewegt zu schreiben, sind die schlechten Nachrichten über die erneute Verhaftung und Verurteilung zu 4 Jahre Gefängnis eines Journalisten.
Die beiden Wochenzeitung << Demain und Doumane >>, die ich regelmäßig aus Marokko bekam, sind verboten worden und dürfen nicht mehr erscheinnen.
Die Gründde für die Verurteilung sind seine Berichte über die Bezahlungen einiger Königsberater und Regierungspolitiker, seinen Artikel über den Verkauf des Palastes von Skhirat und über die französische Übersetzung eines in Katalonien erschienenen Artikels eines marokkanischen Opposionellen. Diese Berichte wurden als Beleidigung des Königs interpretiert.
Für diese Sachen muß ein Journalist im s.g demokratischen neuen Marokko ins Gefängnis gehen und 2.000 € bezahlen. Er hat weder Jemanden umgebracht, noch Staatsgelder gestollen wie viele Regimtreue Marokkaner, die nicht berührt werden dürfen !!
Ich weiß, dass viele Marokkaner und Deutsche hier im Forum Angst haben und Themen, die mit der Monarchie zusammenhängen nicht diskutieren wollen.
Ich weiß, dass solche Nachrichten stören und von vielen nicht gelesen werden.
Letzte Woche wurde ein armer Marktverkäufer zu 5 Jahren Gefägnis verurteilt, weil er eine Zeitung mit dem Bild des Königs zerrissen hatte.
Ich schreibe mit meinem Namen ( M.Sroub ) und trage natrürlich die Verantwortung für meine Beiträge.
Es tut einfach weh, solche Meldungen zu lesen. Es tut noch mehr weh zu erfahren, dass staatliche Journalisten ( Partein-Zeitungen )dieses Thema verschweigen und lieber die organisierte Hysterie der Selbstmordanschläge Anschläge verfolgen und falsche Fragen diesbezüglich stellen !!!!
Der Islamismus ( Fundamentalismus / Integrismus ) in Marokko wurde in den sibziger Jahren von der marokkanischen Monarchie erfunden, um gegen die damaligen starken Sozialisten zu agieren. Heute liest und sieht man, was sie will. Der Islamismus ist gescheitert, weil er Terror als Mittel der Politik einsetzt und kein modernes gesellschaftliches Moddel hat.
Die islamistische Bewegung in Marokko ist außer der Kontrolle des Innenministeriums geraten. Ich glaube, es Zeit die verdeckten Makhzen-Methoden offen zu legen und zu demokratisieren.
Die Selbsmordanschläge in Casablanca sind die Ergebnisse einer Idelogie, die Gott vor den Menschen stellt und alles tun will, einen wirklichen religiösen Staat in Marokko einzurichten.
Die marokkanische Monarchie fleurtete seit Jahren mit dieser Bewegung, weil die Grundlagen des marokkanischen Systems die Religion, Gott und Der König sind. Wo bleibt eigentlich der Mensch , der Bürger ? Hassan II konnte sich vorstellen, dass im Falle einer starken Bewegung der Islamisten, er bereit wäre, sich einen Bart zu zulegen, eine Jellaba anzuziehen und seine religiöse Führungsrolle endlich wahrzunehmen ! Damit will nur sagen, dass auch die Monrachie eine Verantwortung für den heutigen Stand dieser radikalen Marokkaner zu übernehmen hat.
Diese radikalen Marokkaner konsumieren religiöse Gedanken von radikalen Ägytern, Saudie Arabiens und Palestinensern und lesen alles, was sich als Islamisch ausgibt, ohne Reflektion oder eigenständiges Denken.
Das große Problem in Marokko ist, dass die Erziehung der Marokkaner auf dem Glauben basiert. Der Staat fördert die traditionelle islamische Erziehung und die Islamisten zeigten dem Staat, was man noch mehr machen könnte und sollte. Wer an Gott glaubt, wird an der König auch glauben, an den heiligen, er wird seinem Vater nicht wiedersprechen können, er wird seine Mutter nicht wiederseprechen können, er wird alles auf Allah zurückführen und auf den König warten.
Nach dem 11.September war die Stimmung gegenüber allen Muslime sehr schlecht und keiner wollte die Hintergründe und etwas über die Rolle Amerikas in der islamischen Welt wissen. In Marokko wird heute eine ähnliche Stimmung organisiert und keiner fragt, ob die Monarchie damit zu tun haben könnte, und dass für den Aufbau einer demokratischen Gesellschaft nicht der Islam und die jetzige Form des politischen Systems helfen können, sondern nur demokratische und säkulare Prinzipien, welche die Religion als eine Private Angelegenheit betrachten. Übrigens, die Idelogie des " Amir-al-Muâminin ( Oberhaupt der Gläubigen )" und der Islamisten ist der Islam. Der erste verbreitet eine Version des Islam, die anderen wollen ihre Version verbreiten. Es gibt keinen wesentlichen Unterschied.
Der Islam muß, um seiner Existenz willen, in Ruhe gelassen und nicht als Kern der Politik instrumentalisieren werden. Viele Idioten , auch hier, wollen aus einem Diskussionsforum eine Moschee machen !! Sie merken gar nicht mehr, dass ihre Kommentare nur noch Angst erzeugen !!
Der Islam ist das was die Muslime daraus machen. Und viele Muslime müssen danach beurteilt werden, was sie im Namen dieser Religion getann haben und tun. Mann kann betonnen, der Islam sei die beste Religion, die friedlischte, und blabla blabla .........aber das alles ist falsch, weil die Muslime nicht so sind !!!
Man will Marokko modernisieren ohne die mittelalterlischen Strukturen des Systems zu modernisieren. Hier liegt das Problem Marokkos. Und deshalb müssen Journalisten, die tiefgreifende Reformen fordern, ins Gefängnis gehen.
Armes Marokko !!