Liebe @lle,
liebe Malika!

Bitte erzähle (wenn Du willst) ein bischen genauer Deine Lebensgeschichte und Deine Zusammenhänge mit den Menschen, bzw. Deiner Familie, in Algerien.

Je mehr Menschen Zusammenhänge geistig nachvollziehen können, umsomehr können sie in Gedanken teilhaben an Deiner persönlichen Geschichte!

Glaub' mir, jeder Mensch, auch wenn es oft nicht so aussieht nach außen, hat schwer zu tragen, teilweise (um nicht zu sagen meistens) sogar sehr schwer. Unter dieser Last zerbrechen viele Menschen, auch solche, die nach außen "stark" aussehen! Und warum? Weil sie "mutterseelenalleine" sind in Stunden der Trauer, in Stunden der Verzweiflung, auch weil "von allen", leider auch von der eigenen Familie, erwartet wird, daß man stark zu sein hat, seinen "Mann (Frau)" zu stellen hat und zu funktionieren wie ein Roboter. So unter dem Motto: "Tu' was du kannst, gib' was du hast, den Rest kannst' du für dich behalten".

Die Menschen weinen zu wenig!

Weil "weinen" als Schwäche deklariert ist von der Außenwelt - und nicht der Heilungsprozeß gesehen wird, der hinter jeder einzelnen Träne liegt! So viele "Gelenksleiden", wie Hüften, Knie, überhaupt der ganze Bewegungsapparat, müßten überhaupt nicht sein, diese Leiden drücken die "ungeweinten Tränen" aus. Übersäuerung, Versulzung, Ablagerung, Verschleiß (sagt man oft) der Gelenke - weil nicht "gespült" wird!

A b e r zum Weinen brauche ich auch einen vertrauensvollen Menschen. Ein Mensch in schweren Stunden, der NICHT neben mir weinen kann, nicht weinen will, zeigt und sagt mir, daß er kein Vertrauen zu mir hat! Vertrauen bekommt man nicht, weil ich zu ihm sage "mir kannst/darfst du vertrauen", sondern, Vertrauen wächst. Entweder wird es mir entgegengebracht oder nicht! Einklagen und/oder einfordern kann ich es nicht! Niemals!

Die geweinten Tränen in den Armen eines vertrauensvollen Menschen (der jedoch den Mund halten soll, nur umarmen soll!)spülen sehr viel Verzweiflung, Wut, Angst, Trauer usw. heraus aus dem Körper! Aber das muß von selbst gehen, dieses Weinen!

Wenn ich dann "genug" geweint habe, genug herausgespült habe, kann wieder Kraft und Zuversicht im Geist und im Körper Platz greifen. Erleichterung tritt ein, ein klarer Blick (nicht nur, weil die Augen gewaschen wurden) schenkt mir neue Sichtweisen u.v.m.!

So oft mir dazu zumute ist, soll ich mich dem Weinen hingeben, die Intervalle (zwischen dem Weinen) werden normalerweise immer länger, soll aber nicht "getimt" werden! Freilich, es gibt schon Momente im Alltag, wo es vielleicht nicht so günstig ist, in Tränen auszubrechen - aber da vertröste ich mich innerlich, das Bedürfnis des Weinens ehstmöglich nachzuholen. Mit zunehmender Zeit kann man immer besser damit umgehen!

Und außerdem - auch dies wird "verkannt": Ein weinender Mensch schenkt durch sein Weinen anderen Menschen Kraft.

diejenigen Menschen, die einen wegen des Weinens vielleicht gering schätzen oder auslachen, oder als schwach bezeichnen - diejenigen Menschen kannst' eigentlich vergessen. Ersatzlos! Nicht schämen, nicht schimpfen, einfach "streichen" aus dem emotionalen Empfindungsumfeld! Sie gehen Dir nicht ab! Niemals!

Liebe Malika, kurz zusammengefaßt:
1) Durch Weinen fällt viel Last, fallen viele Tonnen, von den Schultern!
2) Je mehr Menschen du informierst, desto mehr Menschen können Dir gedanklich folgen, können nachvollziehen mit dem geistigen Auge, und können die verbleibende Last "mittragen".

Es gibt keinen Menschen auf der Welt, der seine Last alleine tragen kann - jeder (Mit)Mensch ist geradezu verpflichtet, soviel an Last vom anderen mitzutragen, was er verkraften kann, der eine mehr, der andere weniger.

Das Wissen (darum) um diese Zusammenhänge und das "Berührt sein" vom Leiden eines Menschen, läßt Wunder wirken.

Auch das ist Friedensarbeit!

Einen schönen Abend wünscht - AvP.