Den Ausführungen von Yacin San stimme ich zu. Illegal Ausgewanderte kehren durchaus ohne grössere Schwierigkeiten nach Marokko zurück,es wohl einen Unterschied macht, ob man von F oder D kommt.bei der Wiedereinreise nach F scheint man konzilianter zu ein.
Marokkaner, die per Flugzeug aus D abgeschoben werden, und deren einziges Vergehen darin besteht, dass sie das offizielle Ausreisedatum überschritten haben, werden bei der Ankunft am Flughafen in Casablanca für 24 St. festgehalten, dabei wird überprüft, ob ein Vergehen im In- oder Ausland gegen sie vorliegt. Die Behandlung ist dort, so nach Aussage von Betroffenen, zufriedenstellend und nicht zu beanstanden.
Ansonsten möchte ich zu diesem Thema noch anmerken:Ich kann nur bestätigen, dass der Druck der Familie auf die Ausgereisten ungemein hoch ist und dass selbst Marok., die hier in D Fuß gefaßt haben, mittlerweile davon Abstand nehmen, jährlich nach MA zu reisen; sehr "gefürchtet" sind das Lamm- oder Ramadanfest, denn bei diesen Anlässen wird der Besucher "Federn lassen" ob er will oder nicht.
Ich höre nur immer wieder von Vätern/Müttern, wenn sie von ihren Kindern sprechen, welch Stolz in der Stimme mitschwingt, wenn sie sagen können:
"Mein Sohn/Tochter ist in Europa" und ignorieren durchaus, dass die Existenz dieser Menschen in Europa manchmal richtiggehend bedroht ist. Sie wollen es nicht wissen und ich höre oftmals den Satz: "Il faut serrer la ceinture".
Andererseits muss auch gesagt werden, dass eine ungenannte Zahl von Marok. nicht ausreisen wollen, wie z.B. meine Schneiderin, die ein kleines, aber gutgehendes Atelier hat (ihr Mann ist als "Gastarbeiter" in I); der Kunstschmied, der aus eigener Kraft seine Werkstatt aufgebaut hat und 6 Leute beschäftigt, geachtet von seiner Kundschaft und der Nachbarschaft. Sie werden keine Reichtümer durch ihre Hände Arbeit anhäufen, aber sie bleiben im Land.
Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass ein Mensch, der in seinem eigenen Land schon immer Schwierigkeiten hatte, sei es in seiner Arbeitsstelle, in der Familie, und alle Welt für ihr persönliches Schicksal verantwortlich machen, ein Aufenthalt in D auch nicht des Rätels Lösung ist.
Noch ein letztes Wort: Sicherlich sind die ausländischen TV-Sendungen von Übel, gar kein Thema, aber wie muss ein Einheimischer empfinden, der im nationalen marok. Fernsehen Reportagen über marokkanische Golfturniere sieht, wenn er vielleicht nicht einmal das Brot für die Nacht zu Hause hat (ganz überspitzt gesprochen)?
Und wie schon einmal erwähnt, im Zusammenhang mit dem Tourismus, wird jetzt auch im marok. TV verstärkt Werbung für das eigene Land gemacht, besonders für Marrakech, mit schönen Hotels etc. Mir kommt vor, als möchte die manchmal wirklich "grauselige" Alltagswelt
von den offiziellen Stellen gar nicht gesehen werden, wie sonst könnte das TV solche Werbespots aussenden!