habe einen bericht gefunden, der die ursachen der illegalen einwanderung versucht zu erörtern. hier
ein kleiner auszug:
Bis in die Achtzigerjahre existierte die Bevölkerung des Maghreb in relativer Autarkie. Die Masse der Bauern hatte kaum Kontakt mit der Außenwelt. Nationale Radio- und Fernsehsender schürten den patriotischen Elan - und lehnten den europäischen Konsumismus ab. Abgesehen von den Eliten und den Emigranten reisten nur wenige Marokkaner ins Ausland. Und als in den Siebzigerjahren das Land versuchsweise für den Tourismus geöffnet wurde, sorgte der damalige König Hassan II. dafür, dass nicht mehr als eine Million Europäer pro Jahr ins Land kamen.
Mit der Verbreitung der Satellitenschüsseln seit Ende der Achtzigerjahre ist für viele Bewohner des Maghreb ihr Weltbild unwiderruflich zerbrochen. Wie die Tunesier dank der RAI begannen, Italienisch zu lernen, und die Algerier sich an die französischen Nachrichten gewöhnten, so öffneten sich auch die Marokkaner langsam für neue Horizonte. Im Fernsehen präsentierte sich ein künstlicher Westen, und der Erfolg der Satellitenschüsseln im Algerien und Marokko der Neunzigerjahre lässt erahnen, wie sehr diese Sendungen die Sichtweisen der Menschen veränderten. Ende der Neunzigerjahre begannen europäische Spartensender, die Bevölkerung mit einem nie dagewesenen Strom - auch pornografischer - Bilder zu überschwemmen. Die Sender wussten genau, warum sie ihre Arabisch sprechende Klientel pausenlos und gezielt ansprachen - angesichts der drückenden gesellschaftlichen Enge und der Tatsache, dass die meisten Marokkaner aus wirtschaftlichen Gründen nicht vor dem 30. oder 35. Lebensjahr heiraten können, bleiben sexuelle Bedürfnisse unbefriedigt. Zudem verbreiten auch die einheimischen Sender Erfolgsgeschichten von Emigranten - etwa von dem niederländischen Unternehmer Jamel Debbouz, von der Sängerin Nadia Farès oder dem Fußballer Zinedine Zidane. Und einmal im Jahr kehren 1,5 Millionen Marokkaner mit Konsumgütern beladen und nicht selten in nagelneuen Autos nach Marokko zurück. Kein Wunder, dass Europa wie ein Eldorado erscheint.
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maroc-style y.