Hallo alle zusammen,
das Thema interessiert mich auch, betrifft es doch sehr viele junge Leute der 2. Generation Gastarbeiter. Wie Marie richtig schreibt, ist die Ablehnung von vorehelichem Sex sicher als Moralgesetz in allen Religonen zu werten, bevor es die Pille gab. Letztendlich sollte diese Regel die Frau schützen. Männer haben sich immer und überall vor diesem Kodex gedrückt und ihre Erfahrungen vor der Ehe gesammelt. Warum wird bei allen Gläubigen ob Katholiken, Muslims, Juden voreheliche Geschlechtsverkehr mit Hurerei gleichgesetzt. Seine Erfahrungen vor der Ehe zu sammeln heißt noch lange nicht Promiskuität. Der Trend der jungen Leute geht eher wieder zurück zur Treue. Meine Kinder oder auch ich sind nicht schlechter als Gläubige (wir sind alle Atheisten, ich bin als Katholikin aufgewachsen) bloss weil wir vorher Erfahrungen gesammelt haben. Mein Sohn wechselt die Freundin nicht wie die Hemden und verbringt seine Freizeit trotz guter Chancen mehr unter seinen männlichen Freunden (Hachim ein Trost trotz Schmutz herum, gibt die Familie und das gute Beispiel Halt) und meine Tochter ist seit 5 Jahren mit ihrem Freund zusammen. Ich war mit meinem Mann sieben Jahre zusammen bevor wir geheiratet haben und wir sind jetzt 26 Jahre verheiratet. Ich kann nichts schlechtes darin sehen. Wer über die Stränge hauen will und keine Orientierung hat wird das auch mit der Religion und kommt womöglich mit den strengen Maßstäben erheblich in Konflikt. Ich habe vor allem bei Katholiken auf dem Dorf hier erlebt, dass bei ähnlicher Anschauung (kein vorehelicher Geschlechtsverkehr, Verstoß der Tochter durch den Vater bei Schwangerschaft, Ablehnung der Pille) die Probleme erheblich größer waren als bei nichtreligiösen Familien. Der Gewissenskonflikt ist latent auch in Sachen Empfängnisverhütung. Warum legt man den Koran und auch die Bibel nicht zeitgemäß aus wie es moderne Theologen befürworten. Die Unmoral wird dadurch nicht größer. Wichtig ist zu erkennen was gut und böse ist und Liebe und Sex sind nichts Böses. Man sollte nur nicht beides trennen und dem Sex aus purem egoistischem Vergnügen nachgehen ohne zu hinterfragen wie fühlt sich der Partner dabei.
Zu dem Beispiel der Türkin: Mein Neffe ist mit einer Türkin verlobt, die vor Jahren mit ihrem Vater gebrochen hat, weil ihr dieser kein Gymnasium und kein Studium ermöglichen wollte, geschweige denn mit einem deutschen Freund einverstanden war. Sie hat sich jahrelang mit Jobben über Wasser gehalten, war Anlaufstelle für die Polizei, weil ihre kleinen Brüder straffällig wurden (die brav zuhause konservativ erzogen wurden)und sie die einzige war die in der Lage war die Familie vor den Behörden zu vertreten. Sie hat jetzt ihr Studium als Chemikerin erfolgreich abgeschlossen und mein Neffe hat einen guten Job als Betriebswirt und Informatiker. Das Problem ist nach wie vor die Familie mit deren Konflikten und Problemen die Verlobte meines Neffen laufend konfrontiert ist weil sie wieder mit Geld aushelfen muss oder Anlaufstelle für ihre kleinen Brüder dient. sie ist nicht in der Lage sich emotional davon zu lösen und zu sagen leckt mich mal .... Morddrohungen des Vaters kommen hinzu. Jetzt frage ich mich auf wessen Seiten ist das Recht und die Moral?? Wäre sie die brave Tochter geblieben hätte sie nie im Leben das erreicht, was sie jetzt hat, auch wenn es trotzdem oft genug schwierig ist.
Für mich sind diese Regeln vorsintflutlich und die Doppelmoral der Religionen mit ihren ummenschlichen Zwängen verurteile ich. Warum bringt eine Regel wie das Verbot des vorehelichen Sex Familien auseinander oder in Konflikte. Welcher Sinn soll dahinter stehen, außer einem Buch zu gehorchen? Ein Gott, wenn es ihn gibt wäre gnädiger. Er würde keine Familien oder Liebenden auseinanderreissen und Väter und Töchter dazu zwingen veralteten Regeln zu gehorchen.
Mit Schlafzimmerstöhnen hat das meiner Meinung nichts zu tun Hachim! Wo ist der Unterschied wenn Kinder das Geschlechtsleben ihrer Eltern mitkriegen dazu, dass man irgenwann als Eltern mitbekommt, das auch die erwachsenen Kinder geschlechtliche Wesen sind. Man muss ja nicht gleich Sex-Orgien feiern und jeder Jugendliche wird bemüht sein, zuhause so diskret wie möglich zu sein, oder Liebe im Kinderzimmer zu vermeiden, denn gerade Jugendliche sind nicht scharf darauf, dass Eltern alles über sie wissen.
Da nur als Denkanstoss ohne Koran- oder Bibelzitate. Entscheidend ist die moralische einstellung und nicht übekommenes Schrifttum.