nun, "diebe" waren sie alle, die im 19. jahrhundert nach griechenland, in die türkei oder ägypten kamen.

ich will aber einmal anhand eines beispiels die problematik der sache anschaulich machen:

vor jahren war ich in der türkei und besuchte dort die stadt pergamon. natürlich: längst eine ruinenstadt, grossartig auf einem bergplateau gelegen. wir wurden zu einem freien platz geführt, mit einer grossartigen aussicht hinunter ins tal. dann sagte der reiseführer: auf diesem leeren fleck stand einmal der pergamon-altar.

nun steht der pergamon-altar heute in berlin. man hatte ihn im 19. jahrhundert, nachdem man pergamon entdeckt hatte, in kisten verpackt und nach deutschland geschickt.

so weit, so problematisch!

nun beklagte sich unser türkische reiseführer aber darüber, dass deutschland den altar nicht zurückgibt. er müsste, so seine worte, seinen angestammten platz zurückerhalten.

nun wage ich einige hypothesen:

1. wäre der pergamon-altar in der türkei geblieben, gäbe es ihn heute nicht mehr. wind und wetter hätten ihn zerstört.

2. warum baut der türkische staat keine naturgetreue kopie des pergamon-altars und stellt ihn auf den so beklagten "leeren platz"?

3. warum verichtet das pergamon-museum in berlin nicht auf das original? es könnte an den türkischen staat gegeben werden, der den tempel in einem museum aufstellt. es müssten dann zwei kopien erstellt werden, die eine für berlin, die andere für das "freilichtmuseum" pergamon.

es geschieht aber gar nichts.

muss ich noch erwähnen, dass eine der stelen vor dem karnak-tempel in luxor (ägypten) in paris steht? was hat sie da zu suchen? oder anders gesagt: was napoleon im handgepäck mit nach hause nehmen konnte, muss ja nicht für alle zeiten als nippes die vitrinen europas zieren!

Jocim