Immer noch eine Träumerin oder nicht?

Antwort auf:
Obwohl ein Träumer lieber für den Kampf um ein besseres Morgen


(Und nicht gleich wieder zickig werden, sondern einfach mal etwas konsistent bleiben: ich stelle mir bei jedem Posting jemanden vor (schwierig genug bei Dir) und ein Träumer ist nunmal etwas völlig anderes als eine Träumerin. Ein Träumer kann bei Tag durchaus einem respektablen Beruf nachgehen, eine Träumerin würde man nicht gerne auf seine Kinder loslassen und auch nicht unbedingt deren Essen essen wollen. Ein Träumer war vielleicht John Lennon, aber seine Yoko Ono war es ganz sicher nicht etc. etc.: also bitte nicht wieder auf Korinthenkacken verweisen, sondern Rücksicht auf meine Imaginations(un)fähigkeit nehmen).

Antwort auf:
Ich persönlich würde lieber aufeinander zugehen und über Wege zur Veränderung sprechen


Besser wäre: "ICH würde wahnsinnig gerne auf Borgward (Roy, Bengel, Ashram und wie sie alle heißen) zugehen und mit ihnen über Wege zur Veränderung sprechen" - aber daß hier ALLE AUFEINANDER zugehen und "über Wege zur Veränderung" sprechen, wäre selbst in Poona als galoppierender Realitätsverlust angesehen worden und die waren wirklich Profi's im Nennen von Roß und Reiter.

Zum weißen Band:

das war mir schon klar, daß Du darauf antworten würdest. Und daß ich diese Frau nicht als häßliche Frau, die es verdient hat, so behandelt zu werden, verlinkt habe, hättest Du auch ohne eine Erläuterung verstehen können: es sagt mehr über Dich und Dein Verhältnis zum Weiblichen an sich aus, daß Du diese Frau überhaupt hässlich finden konntest (ich kenne kein schöneres Gesicht als das von Susanne Lothar). Überhaupt annehmen konntest, daß ich hierher so etwas mit der Absicht poste eine Frau wegen ihres Deutschseins, gar ihres Alters oder ihres Magengeschwüres zu denunzieren. Oder einem Marokkaner (die es hier definitiv nicht gibt) zu suggerieren, daß es das ist, was er bekommt, wenn er von einer deutschen Frau sich ein Visum nach Europa verspricht.

Das weiße Band ist übrigens kein Film, der mir besonders gefallen hat, ich halte ihn auch für nicht besonders authentisch (das ist " Die Heimat " und später



sehr viel mehr).

Am "Weißen Band" ist bemerkenswert, daß die totale Verkrüppelung eines ganzen Volkes international über den grünen Klee gelobt worden ist, unisono, ohne Widerspruch, in jedem denkbaren Medium: sogar für einen Oskar hat man ihn eingereicht - und nicht etwa das nachtragende Frankreich (Lanzmann et al) und auch nicht irgendein Niederländer mit jüdischen Wurzeln, sondern Deutschland höchstselbst.

Antwort auf:
Der Film "Das weiße Band" wird bei der kommenden Oscar-Verleihung für Deutschland ins Rennen gehen. Pikant: Regisseur Michael Haneke ist Österreicher. Seine Chancen auf die Trophäe stehen aber nicht schlecht. Er hat wahrscheinlich wirklich den besten deutschen Film des Jahres gedreht.


Bemerkenswert ist, daß alle Welt das totsichere Gefühl hat, daß dieser Österreicher "den Finger tief in die Wunde gesteckt hat" und jede Nation, ob europäisch, amerikanisch oder vom Mond, hat auch nicht den leisesten Zweifel, daß das "Weiße Band" das echte, das wahre Deutschland ist. Und daß wir alle Söhne, Töchter und Enkel dieser einen einzigen Wahrheit wären: in diesem Sinn ist die Szene mit Susanne Lothar, die Du fälschlicherweise interpretiert hast als eine Szene eines von einer hässlichen Frau angewiderten Mannes - eine Schlüsselszene. Diese Szene gehört wohl mit zum Schrecklichsten, was man im Kino an Horror sehen kann: und sie ist ganz und gar pervers, sadistisch, abartig - und alle sind sich einig, daß das Deutschland ist und war.

Wir als Deutsche, als Nation, als Kinder eines Vaterlandes mit dem Namen Deutschland melden einen solchen Film in Los Angeles zur Oskarverleihung an: und jedermann tätschelt uns dafür, daß wir selbst so einsichtig sind wie wir es ganz offensichtlich sind, wenn wir einen solchen Film in einen internationalen Wettbewerb schicken auf den Millionen Menschen in aller Herren Länder schauen. So als ob es sich um eine andere Spezies handeln würde und wir darüber ganz locker mit dem Rest der Welt einer Meinung sein könnten.

Könntest Du Dir vorstellen, daß ein Marokkaner einen solchen Film zur Oskarverleihung schicken würde? Ein Franzose? Ein Niederländer die Schande von Srebeniza? Irgendein Muslim eine Kopftuch tragende Frau auf diese Weise bloßstellen könnte und eine muslimische Nation diese Szene als repräsentativ für die eigene Kultur, die eigene Geschichte ansehen würde?*

Und hier liegt dann auch der Hund begraben: wer keine Geschichte mehr hat, der neidet anderen ihre Geschichte. Wer keinen Gott mehr hat, der neidet allen anderen ihren Gott. Wer kein Vaterland mehr hat, der neidet allen anderen ihr Vaterland. Wer keinen König mehr hat, der neidet allen anderen ihren König. Wer keine Familie mehr hat, der neidet allen anderen ihre Familien. In diesem Forum kann man das wunderbar studieren, wunderbar besichtigen: nur noch gegenüber einem marokkanischen Forenbetreiber, nur noch gegenüber Muslimen, nur noch dort, wo man sich endlich einmal einer Meinung weiß mit dem Rest der Welt (was für eine Erleichterung), ist man noch Mensch und darf es sein.

Du als whatshername kannst und darfst auf jeden Deutschen hier im Forum zugehen, ihm warm die Hand schütteln und ihm sagen, daß Du ihm nicht jeden Abend das "Weiße Band" vorspielen wirst, auch nicht Claude Lanzmanns, "Der Tod ist ein Meister aus Deutschland" und auch nicht den letzten Kracher, den ich grade beim Vorbeigehen am Cinema in der Nymphenburgerstrasse plakatiert gesehen habe:

Nazi's from the Moon



"Wir sehn uns in Walhalla".

Josi

* Um Mißverständnissen vorzubeugen: schwarze Pädagogik hat es gegeben und ganz sicher gab es auch solche Familien, wie sie im "Weißen Band" beschrieben werden.