Liebe Salomee,

dieses Problem ist mir auch bekannt crazy
Einen Rat kann ich Dir in dem Sinne nicht geben, wahrscheinlich hat Najib Recht, auch wenn ich nicht wirklich sicher bin. Das Problem ist die Prägung der marokkanischen Jungs (nach meiner Meinung). Hier mögen es viele Frauen nicht so gern, wenn der Mann viel zu Hause ist, weil sie sich freier ohne ihn fühlen. Auch die Söhne genießen so ab 13,14 Jahren große Freiheit und verbringen viel Zeit außer Haus, wo kein Mensch weiß, wo genau sie sind. In Deutschland ist das ganz anders. Diese starke Prägung in der Jugendzeit können sie nicht mehr ablegen. Ich habe auch noch nie erlebt, dass eine Mutter oder ein Vater hier genau beim Sohn nachfragt "wo warst Du" oder "wie lange bleibst du" oder " wann bist du wieder zuhause". So gewöhnen sich die Söhne daran, dass sie Herren ihrer Zeit sind und können das auch nie wieder ablegen.
Eine andere- positive- Prägung ist, dass Jungen von Kind an für ihre Mutter Besorgungen machen müssen. Probiers mal aus- wenn Du sagst, er soll dies oder jenes einkaufen, wird das sicher klappen grin
Ich glaube nicht, dass sich ein so geprägter Mann groß ändern kann, auch wenn er im tiefsten Herzen weiß, dass er Dich unglücklich macht. Er will Dich gar nicht unglücklich machen, aber er denkt irgendwie nicht dran, weils so schön mit den Freunden ist, gegenseitiges Schulterklopfen, keine Kritik, Sprechen über wirklich wichtige Dinge wie Fußball oder Politik...und wenn er drandenkt, dann bemüht er sich ganz schnell, das zu verdrängen und will es mit Dir regeln, wenn er nach Hause kommt oder Zeit dazu hat. Wie wir Frauen wissen, ist Verdrängen ein sehr männliches Problem- nein, bitte nicht schlagen, ihr Männer hier- manchmal habe ich das Gefühl, der Vogel Strauß ist mit Euch verwandt.

Was ich bei Euch extrem finde, sind die Zeiten seines Ausgehens, also über Nacht. Das geht gar nicht und Du kannst von ihm verlangen, dass Du nicht über Nacht allein bist. Vielleicht kann Deine Mutter oder Dein Vater mit ihm reden. Meistens ist das hilfreich. Falls er gläubig ist, führe den Glauben als Argument an.

Ich empfehle Dir, nicht lockerzulassen- steter Tropfen höhlt den Stein- und Dinge einzufordern (auch wenn frau sich wünscht, der Mann möge ihr den Blumenteppich zu Füßen legen, ohne dass sie etwas einfordert. Einfordern nimmt immer ein bisschen den Wert der Sache) und VOR ALLEM Dein eigenes Leben zu führen. Versuch ihn zu treffen, wo es ihn schmerzt, z.B. kochst Du nichts oder nur das Nötigste und wenn er etwas beanstandet, sagst Du genau wie er, dass Du ihn verstehst. Du änderst aber trotzdem nichts cool Das ist kein gutes Niveau, ich weiß, und ich bin überhaupt nicht für solche Dinge, aber andererseits kann man nicht immer warten und hoffen und weinen, dem Liebsten ein warmes Nest bereiten und selbst frieren.

Ich glaube, dass Du Dich in großen Teilen damit abfinden musst. Wenn Du das nicht kannst, dann musst Du Dich von ihm trennen. Eine positive Sache fällt mir noch dazu ein: was macht die Männlichkeit eines Mannes aus und damit seinen Reiz? Wenn er sein Ding durchzieht. Wenn er ein bisschen dieses "einsamer-Wolf-Gehabe" hat, wenn er führen kann und Kraft hat. Ein Mann muss auch unter Männern sein, um ein Mann sein zu können. Wenn er sich immer unter Frauen befindet, wird er irgendwann selbst eine Frau wink Du willst ja auch keine Memme und keinen angepassten Weichling, der immer an Dir klebt, sondern etwas an ihm hat Dir ja gefallen und gefällt Dir immer noch. Vielleicht kannst Du diesem seinem Verhalten auch etwas Positives abgewinnen? Wenn ihr Euch liebt, dann habt ihr auch eine Chance.