Hallo Kunta,
Du scheinst hier einiges zu verwechseln.
Es geht hier nich um den Islam als Religion. Da soll jeder nach seiner Facon selig werden.
Es geht hier um die Übernahme von islamischen Religionsregeln als staatliche Gesetze. Das ist ein riesen Unterschied. Denn: jeder Moslem kann frank und frei nach seinen Glaubensregeln leben, kaum jemand wird ihn daran hindern. Nur, wenn diese Glaubensregeln zu staatlichen Gesetzen mutieren wird es kritisch. So gehört z.B. die Gewissensfreiheit zu den Menschenrechten. Also, wenn ein Marokkaner es nicht mehr mit seinem Gewissen vereinbaren kann Moslem zu sein, muss er die staatliche Freiheit haben, den Austritt aus dem Islam und den Eintritt wo er nun hin will zu vollziehen, ohne dass der Staat da überhaupt eingreift.
Selbiges gilt auch für die Eheschließung eines Nichtmoslems mit einer moslemischen Marokkanerin. Diese kann privat verlangen, dass der Mann zuvor konvertieren muss, ABER NICHT DER STAAT!
Diese Diskussion hat erstaunlicherweise nichts mit "christlich-politischem Geschwafel" zu tun, wie Du so meinst, sondern schlicht etwas mit Rechtstaatlichkeit und Menschenrechten. "Christlich-politisches Geschwafel" hört sich völlig anders an.
Eine Diskussion über gewisse Zweifel an der Rechtstaatlichkeit Marokkos wirst Du erdulden müssen.

argazarrumi