Immer wieder arten Diskussionen über religiöse Themen aus, aber sie eskalieren nicht -wie es oft und gern dargestellt wird - wegen den Muslimen hier, sondern wegen den Unterschiedlichkeiten der Diskussionsteilnehmer und vor allem der der Art und Weise wie etwas themastisiert wird.

Ich bin der Meinung, Religionen kann man nicht sachlich diskutieren, weil dabei auch immer Emotionen mitspielen, denn schließlich wird damit auch ein Lebens- und Weltkonzept diskutiert und jeder fühlt sich dadurch persönlich betroffen.
Ich denke mir aber oft, warum man überhaupt solch eine Angelegenheit ausdiskutieren muss, Glaube ist eine Privatsache, was soll ich mit einem Andersgläubigen darüber diskutieren? Ich glaube an meine Religion, der andere an seine und der nächste an keine.
Es ist also verdammt schwer, Religionen an und für sich zu diskutieren, zu diskutieren welche Religion die richtige ist und ob überhaupt eine Religion richtig ist.

Ein AUSTAUSCH über unterschiedliche Religionen und Glaubensrichtungen halte ich hingegen aber durchaus für möglich und sinnvoll, nämlich in dem Sinne, dass jeder für sich seinen Glauben darlegt, beschreibt und erklärt OHNE dabei den Glauben des anderen zu kritisieren und ohne sich über die anderen zu erheben. Das wäre dann auch keine Diskussion, sondern ein richtiger Austausch, denn um andere Sichtweisen zu verstehen, brauche ich keine Diskussion, sondern nur ein Gegenüber, das mir einen Einblick in seine Sicht der Welt eröffnet.
Ein Austausch über unterschiedliche Weltverständnisse, Lebensweisen, Glaubensvorstellungen... kann den Horizont erweitern und Verständnis für das Andersartige ermöglichen. Der Austausch wäre also, wenn Menschen ihre Sichtweisen darlegen und die anderen Anschauungen einfach annehmen und akzeptieen und für sich zu reflektieren, ohne den anderen und seine Anschauung zu kritisiereren.
Diskussionen neigen aber dazu, zu eskalieren, weil immer mit der Kritik an einer Weltanschauung, auch der Mensch selbst in Frage gestellt wird, denn der Mensch konzipiert sich als Persönlichkeit durch sein Verständnis von Welt (und dazu gehört auch der Glaube).

Ich bin überhaupt nicht gegen das Thematisieren von unterschiedlichen Weltverständnissen, bezüglich Religionen bin ich allerdings für einen Dialog anstelle von Diskussion.

Allerdings sind es in der Regel nicht die Muslime hier im Forum, die Diskussion und den Streit suchen, sondern solche, die den Islam kritisieren und auch oft verschmähen.
Klar der Thread wurde eröffnet, um den Koran zu diskutieren, aber dann kommt jemand daher und denkt er kann sich darüber erheben und behaupten, er hätte die einzige Wahrheit und Muslime seien auf dem falschen Weg und er demonstriert das mit einer unsaglichen Selbstgefälligkeit und genau an dem Punkt eskaliert dann die Sache, denn jeder ist nur ein Mensch und hat seine Grenzen, welche er auch verteidigt. Das hat nichts mit Radikalismus oder dergleichen zu tun sondern damit, dass man respektvoll behandelt werden will, dazu gehört auch der Respekt vor der Religion.

Last edited by Jasmin Hauser; 18/01/2013 20:22.