hallo harera,

Das Schweinefleischverbot findet sich klar im Koran.
Das Kopftuch ist weniger klar, da es unterschiedlich übersetzt wird. In den deutschen Übersetzungen steht, dass die Frauen ihre Tücher über ihre Brust ziehen sollen. Durch die Überlieferungen wird das Kopftuch geboten. Allerdings gebieten auch verschiedene Fatwas, je nach Sheikh, je nach Land, je nach Kultur wiederum unterschiedliche Dinge wie Gesichtsschleier, manche erlauben nur, dass ein Auge frei bleiben darf, wieder andere gebieten die Burqa oder Handschuhe.
Die Beschneidung findet sich nicht im Koran, sondern gründet sich auf die abrahamitische Sitte, auf den Bund zwischen Gott und den Menschen. Gott hat von den Juden verlangt, ihre Söhne am achten Tag nach der Geburt beschneiden zu lassen. Auch in vorislamischer Zeit wurde beschnitten. Aber explizit im Koran findet sich kein solches Gebot.
Ganz klar findet sich darüber hinaus das Gebet ( jedoch ohne genaue Anleitung. Es wird aber von Aufstehen und Niederwerfen gesprochen). Man könnte dies auch so auslegen, dass man das Gebet frei gestalten darf. Gott hätte es sonst sicher klar angewiesen, ebenso wie die Waschung, die auch ganz deutlich beschrieben wird, allerdings ebenfalls nicht in der sunnitischen Form. Sie ist im Koran reduziert beschrieben.

Der Koran kann nicht modernisiert werden, wohl aber kann über die Überlieferungen diskutiert werden, zumal, wie ich schon oft gesagt habe, der Prophet selbst das Aufschreiben seiner Aussprüche und Handlungen verboten haben soll. Er befürchtete die Gefahr einer Verfälschung.
Zum Thema Reinlichkeit: kann sein, dass ein beschnittener Mann sauberer ist als ein unbeschnittener. Es ist eine saubere Sache. Ob es ein Gebot ist, steht auf einem anderen Blatt. Im Koran steht es jedenfalls nicht. und wenn nun einem Mann, wie Du schreibst, dieser Tropfen entweicht, dann ist er auf jeden Fall "schmutzig", ob beschnitten oder unbeschnitten. Denn man darf ja auch streng genommen nicht in verunreinigter Kleidung beten.

Dass man moralisch und ethisch korrekt lebt, wenn man nach dem Koran lebt, steht außer Frage. Das gilt aber auch für andere Heilige Schriften.

Orpheus sagt, der Koran sei auf die Menschen ausgerichtet und z.B. das Christentum sei spiritueller. Ehrlich gesagt habe ich das auch immer so empfunden. Aber vielleicht ist das auch gut so. Vielen Menschen ist das lieber oder es ist leichter, eine klare Anweisung zu erfüllen, wie Najib anfangs schrieb. Diese Anweisungen, dieses Irdische, kann auch eine Hilfe für den Menschen sein.
Ich habe auch noch einen Gedanken zum Schluss:
Orpheus Gedanken kann ich sehr gut stehenlassen. Ich empfinde sie nicht als islamfeindlich oder sonstwie feindlich, man könnte ja auch sagen kirchenfeindlich, sondern ich empfinde sie als WEIT. Auch ich habe schon Swedenborg gelesen und er hat mich sehr fasziniert. Jakob Lorber schien mir etwas wirr, aber ich habe nur Auszüge gesehen. Blum kannte ich nicht vorher.
Gott ist so groß, dass wir Ihn nicht fassen können. Er hat zu jedem Volk Gesandte geschickt. Das bedeutet im Grunde, dass jede Religion im Ursprung von Gott kommt, ich nenne es mal göttliche Religion. Deshalb soll niemand über andere Gläubige, egal welcher Richtung, spotten, denn dann spottet man vielleicht der göttlichen Religion. Wie kann ich mir anmaßen, zu sagen, dieser oder jener kommt in die Hölle?
Man könnte auch noch die Bedeutung von ISLAM nehmen, welche "Gottergebenheit" bedeutet. Ein Gottergebener ist ein Muslim. Auch ein Jude oder ein Christ kann also Muslim sein. Er gibt sein ganzes Leben und sein ganzes Sein Gott hin. ER ist sein Ziel.

Last edited by Koschla; 16/01/2013 21:16. Reason: nachtrag