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Warum Sextouristen nicht konvertieren... #89771
01/01/2009 13:49
01/01/2009 13:49
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Summach Offline OP
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Michel Houellebecq et la question de l'autre
Eine Eroberungsreise in Zeiten des Neokolonialismus
von Stephan Leopold

Die Romane Michel Houellebecqs sind monothematisch. Ihre Protagonisten sind depressive Männer um die vierzig, denen auch nach Dienstschluß wenig Erfreuliches widerfährt. In ihrer spätkapitalistischen Einheitskultur gibt es nur eine Glücksverheißung: die Sexualität. Der Akzent liegt hier auf Verheißung, denn die Sexualität ist wie alles andere auch den Gesetzen des Marktes unterworfen – d.h. wer über Macht, Geld oder körperliche Attraktivität verfügt, hat Sex, wer nicht, nicht (Houellebecq 1999: 93, 100f).

In einer affektlosen Konsumwelt – so scheint Houellebecqs durchgängige Arbeitsthese zu lauten – intensiviert sich die Mangelerfahrung des Subjekts radikal, und die obsessive Sexualitiätsfixiertheit seiner Figuren wird damit lesbar als der verzweifelte Versuch authentischer Glückserfahrung. Affektisch auf eine Schwundstufe zurückgestutzt ist der besserverdienende europäische Single kaum noch paarungsfähig – ihm ist also die einzig verbliebene Ganzheitserfahrung verstellt. Der Europäer, so das Fazit von Michel Houellebecqs, muß sein Glück anderswo suchen (ebd.: 234).

Hier kommt nun die Reiseisotopie ins Spiel, die sich von Anfang an durch den Text zieht: Die Entwicklung eines globalistischen Ferienclubkonzepts, das die sexuellen Bedürfnisse des okzidentalen Mangelwesen auf die vitalistischen Ressourcen der Neuen Welt und Ostasiens hin perspektiviert. Das Schlagwort hierzu ist der Begriff der métissage (ebd.: 227) – eine harmonische Rassenmischung also. Das klingt nach fröhlichem Multikulturalimsus, bei dem die bedrohliche postkoloniale Gewalt im nationalen Innenraum kurzerhand in hedonistischen Internationalismus umgeschmiedet wird. Aber so einfach geht es nicht.

Bei Houllebecq verschiebt sich die Dichotomie ein wenig:

Der Indigene zeichnet sich durch eine gänzliche Abwesenheit von Kapital aus und verfügt gerade deswegen über unkorrumpierte Körperlichkeit. Der Umkehrschluß lautet: sein Körper ist käuflich. Wie dies näherhin aussieht, illustriert Houellebecq in einer Episode, die unter ihrer sexual explicitness eine sehr genaue Vorstellung von der Position und Funktion des indigenen Anderen verbirgt. In einem Ferienklub auf Kuba sehen Michel und Valérie vor ihrem Bungalow ein Zimmermädchen, das ihren Vorstellungen entspricht. Sie holen die etwa Zwanzigjährige zu sich ins Innere des Hauses: Margarita ist das topische Stubenmädchen des erotischen Imaginären kolonialer Prägart. Sie ist nichts als appetitliches, willfähriges Fleisch. Als Blume und exotische Frucht wird Margarita in das Haus eingelassen und nachher für ihre Dienste entlohnt. Sie ist der neokoloniale Gegenentwurf zu dem rohen postkolonialen Anderen, das das nationale Haus Frankreich verwüstet. Was sie über ihre Lage denkt, erfährt der Leser nicht.

Das neue Clubkonzept soll Eldorador Aphrodite (ebd.: 240) heißen. Darin verbinden sich Eroberungsgestus – die Suche nach dem Eldorado – und vorchristliches, vom Gedanken der Sünde befreites Hetärentum. Die Idee ist denkbar einfach. Man nehme einen Club Méditérrané und ersetze die Sportanimateure durch männliche und weibliche Prostituierte.

Das Konzept läßt sich indes sehr gut an. Die TUI nimmt es in ihre Reisekataloge auf, und schon bald eröffnet der erste Club in Thailand. Doch dann geschieht das, worauf der Text von der ersten Seite an hinarbeitet: Islamistische Terroristen stürmen den Club und richten ein Massaker an, bei dem es viele Tote gibt. Valérie stirbt. Michel wird verletzt, bleibt jedoch am Leben...

Die gegen Ende des Textes immer häufiger ausbrechenden Haßtiraden gegen jede Art islamischer Kultur ließen sich somit dieser Perspektivik zuschlagen. Hinter dem Erzähler Michel steht aber der Autor Houellebecq, der die Ereignisse von der Ermordung des Vaters bis zum finalen Massaker in eine Dialektik von postkolonialer Gewalt und neokolonialem Sextourismus eingewoben hat.

"Seht her", sagt der Text, "die Einheimischen machen ja alles freiwillig und profitieren auch noch davon."

Und hier wird man dann auch der in ihrer Fülle nachgerade unerträglichen Rassenstereotype eingedenk werden müssen, aus denen sich der Roman zusammensetzt. Moslems ermorden die Männer, die mit ihren Schwestern schlafen, Schwarze in Gestalt des 'geilen Negers' vergewaltigen die unbescholte Französin, und bei den Rassenunruhen kommen Lehrer – die Träger der Kultur – und Behinderte – die Schwächsten der Gesellschaft – zu Schaden. Die 'positiven' Stereotype stehen dem in nichts nach: Oôn, die erste Thailänderin, die beschrieben wird, ist eine Vaginalgymnastin, die Kubanerin Margarita eine offene Frucht – die Reihe ließe sich verlängern.


All diesen Frauen eignet eine flagrante Absenz an Persönlichkeit jenseits willfähriger Körperlichkeit.


Dies ist umso bedeutsamer, als das Kolonialprojekt ja stets mit der moralischen Verpflichtung begründet wird, den Anderen auf die eigene Kulturstufe zu ziehen, ihm also zu helfen, seine Andersheit und Wildheit zu verlieren. Wird der Andere zum Selbst, dann hat freilich das Kolonialprojekt seine Legitimation verloren.

Diese Strategie findet sich bei Houellebecq wieder. Der böse Moslem verhilft dem stagnierten Europa insofern zu neuer Einheit, als es sich jetzt als Kultur gegenüber fundamentalistischer Unkultur konsolidieren kann.

Die Aggression – Michel sagt an einer Stelle, er sei froh um jedes von Israelis getötete palästinensische Kind (Houellebecq 2002: 338) – verbirgt diesen Mangel an Legitimation: Wer soviel Aggression auf sich zieht, muß sie auch verdient haben. Mit den 'positiven' Stereotypen verhält es sich analog. Sie maskieren das sexuelle wie ökonomische Interesse der neokolonialen Aneignung. Auch hier maskiert das Stereotyp seinen Mangel an Legitimation, denn wie man weiß, wollen nicht alle Frauen der Dritten Welt gegen Entgelt mit Europäern Geschlechtsverkehr ausüben. Statt Aggression entsteht dann freilich eine affektische Bindung: wer wegen seiner reinen Körperlichkeit begehrt wird, kann auch nur Körper sein.

Houellebecqs Romanwelt ist von Anfang vom starken Anderen bedroht. Was er sucht, ist eine unverbrüchliche Einheit des eurozentristischen Selbst, doch diese Einheit ist für immer verloren. Diese Tatsache hat sicherlich zum internationalen Erfolg des Autors beigetragen, denn dahinter verbirgt sich auch ein gehöriges Maß an Postmodernekritik: statt unaufhörlicher différance die Rückkehr zur Monade. Daß diese neokonservative Rückkehr einhergeht mit ostentativer Verletzung jedweder political correctness tut sicher ein übriges....

http://web.fu-berlin.de/phin/phin31/p31t2.htm

Re: Warum Sextouristen nicht konvertieren... [Re: Summach] #89774
01/01/2009 15:54
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Welch geistige Diarrhö!
Das neue Jahr fängt ja mal wieder glänzend an...

Re: Warum Sextouristen nicht konvertieren... [Re: Summach] #89826
04/01/2009 01:27
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Man nehme einen Club Méditérrané und ersetze die Sportanimateure durch männliche und weibliche Prostituierte.

Ich habe es so kennengelernt:

Als älterer,schwuler Europäer gründe man ein sogenanntes Surfcamp und vergnüge sich dann mit jungen einheimischen Männern des landes,die lieber ihren Arsch stopfen lassen,als dass sie versuchen eine andere unterbezahlte Arbeitsbeschäftigung einzugehen.Gleichzeitig bietet das Surfcamp die unterkunft,essen und verpflegungund vielleicht ja irgenwann auch noch ein erbe oder nachlass??
(Mir ist bewusst,wie wenig Arbeitsmöglichkeiten es in den Armutsländern gibt, aber den Weg der Prostititution sehe ich nicht als lösung..).Ich habe selber für zwanzig Cent eine halbe stunde lang gearbeitet und mir ging es beschissen dabei,aber es war besser als den weg der prostitution oder des drogenhandels..Dies soll auch nur verdeutlichen,dass es durchaus nicht selten ist,dass solch schwachsinnige ideen wie der club mediteran umgesetzt werden!

Re: Warum Sextouristen nicht konvertieren... [Re: taromirt] #90075
12/01/2009 12:30
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Summach Offline OP
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Hallo Taomirt,

Ich habe es so kennengelernt:

in Agadir in einem öffentlichen Cafe an der Uferpromenade sitzt ein Holländer, adipös, älter und schwul und bringt sein marokkanisches Spielzeug mit ins Familiencafe. Das marokkanische Spielzeug ist verschreckt, eingeschüchtert und wirft ständig Blicke um sich, wer ihn alles hier an diesem Ort mit diesem einschlägigen Europäer sieht. Der Junge ist höchstens 12 maximal 13 Jahre alt, hat weder seine volle Erwachsenengrösse erreicht noch sieht er auch nur annähernd wie ein Mann aus, eher sieht er aus wie ein sehr hübsches Mädchen mit vollen schwarzen Wimpern, einer seidigen Haut und grazilen Bewegungen.

Und auch in Surfschulen ist das nicht viel anders:

vielleicht sind sie dort 15 Jahre, aber schon mit 18 werden schwule Europäer, die den Islam hassen, aber marokkanische Körper schön finden, mäkelig. Da ist dann mit 20 Cent die Stunde nicht unbedingt irgendetwas gelöst: ich meine im Hirn derjenigen, die ein solches "Angebot" nutzen und darauf abstellen, daß "die" das ja nicht anders wollen. In dieser Hinsicht trifft Dein Posting den Nagel auf den Kopf: die, die gerade mal 20 Cent in Europa pro Stunde verdienen, sind es auch, die sich in Marokko so benehmen.

Die Preisfrage lautet also nicht:

warum gibt es Prostitution, die Preisfrage lautet, warum ist man anschliessend nicht hübsch still und freut sich seiner Unterschichtssexualität heimlich und mit einem einigermassen intakten Schamgefühl (wie es hässliche Europäer bei Thailänderinnen aus gutem Grund auch tun), sondern begibt sich schnurstracks vom Lotterbett ins Internet und in sämtliche politische Foren, um sich über die Objekte seiner Begierde auszulassen und sie nicht nur rein körperlich zu mißbrauchen, sondern sie auch noch sozial zu ermorden (Bilder von männlichen Liebhabern auf eine Homepage stellen und Google auszuliefern).

Fragen zu merkwürdigem rasseschändlichen Verhalten muß nicht ich beantworten, sondern zur Abwechslung mal der hollebecqsche Sextourist, egal in welchem Pelz er hier herumstromert.



Josi


Last edited by Josi; 12/01/2009 12:37.
Re: Warum Sextouristen nicht konvertieren... [Re: Summach] #90084
12/01/2009 13:24
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Najib Offline
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hallo

lol, das ist ja ein hübscher junge auf dem bild und noch so unschuldig jung.
das bild habe ich mir gleich kopiert, schon wegen dem copyrightvermerk. kann ja sein, dass man es mal braucht.

 Antwort auf:
warum gibt es Prostitution, die Preisfrage lautet, warum ist man anschliessend nicht hübsch still und freut sich seiner Unterschichtssexualität heimlich und mit einem einigermassen intakten Schamgefühl (wie es hässliche Europäer bei Thailänderinnen aus gutem Grund auch tun), sondern begibt sich schnurstracks vom Lotterbett ins Internet und in sämtliche politische Foren, um sich über die Objekte seiner Begierde auszulassen und sie nicht nur rein körperlich zu mißbrauchen, sondern sie auch noch sozial zu ermorden (Bilder von männlichen Liebhabern auf eine Homepage stellen und Google auszuliefern).


wahrscheinlich, weil man sich selbst mies dabei vorkommt und die schuld so negieren will.
es ist ja nichts neues, dass vergewaltiger von ihrem opfer behaupten, es hätte es so gewollt.
übersetzt heisst das bild, ins internet gestellt: "siehst du, mir liegt gar nichts an dir, ich wollte das eigentlich gar nicht, aber du hast mich verführt."
ansererseits gibt es auch menschen, die sich niemals mies vorkommen, was sie auch immer tun.
falls der fotograf des bildes denen zuzurechnen ist, dann stimmt meine deutung natürlich nicht. dann ist es nur der ausdruck totaler seelischer abstumpfung.

gruss
Najib


um etwaigen rechtliche konsequenzen vorzubeugen:
dieses posting wurde unter subjektivitätsvorbehalt erstellt.

Wandern im Rif

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Re: Warum Sextouristen nicht konvertieren... [Re: Najib] #90093
12/01/2009 14:47
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Wie hast Du das geschafft? Ich dachte, es wäre mir nicht gelungen (in der Vorschau kam nur Salat) und habe den zerhauten link wieder gelöscht:

http://www.[*****]/hpbimg/bstilla-samir.jpg

Und natürlich heißt es genau das, was Du sagst:

"die Flüge sind aber auch mal wieder so billig nach Marrakesch!"

Ich kann mir übrigens Haider nicht vorstellen, wie er nach einem gelungenen Abend mit seinem grossen, blonden Lebensgefährten in ein "Germanien ist gut" Forum gegangen ist und Haßtiraden ablässt über gesunde, großgewachsene, nordische Stämme, die alle nur eines im Sinn haben: einen nativen Tiroler zu verwässern. Von hinten und von vorne.

Josi

Re: Warum Sextouristen nicht konvertieren... [Re: Summach] #90100
12/01/2009 15:16
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Kärntner natürlich. Kärntner nicht Tiroler.

Und Samir war ja auf der Website lange schon gestorben, weil man aus pädagogischen Gründen ("bleib mal hübsch da wo Du bist!") ihm kein Besuchsvisum ausstellen wollte und er - weil er sich nicht mehr gemeldet hat - ja nur im Mittelmeer untergegangen sein konnte.

Für mich war diese "von-mir-kein-Visum-Haltung!" schon vor Amstetten verdächtig: den anderen im Gefängnis lassen, damit er einerseits verfügbar bleibt und andererseits keine Ansprüche anmelden kann. Und: nichts gibt so tiefen (unfreiwilligen) Einblick in unsere Seele wie die Partnerwahl.

Zum Schluß war Samir natürlich nicht untergegangen, sondern frech noch am Leben und Rolf hat beleidigt den Hörer aufgeschmissen. Der ganze Plot versaut.


Josi

Der link funktioniert deshalb nicht, weil das Forum hier in automatisch aus-xt. Das müssen wir respektieren. Aber vielleicht könnte Rachida mal das Aktenzeichen ihrer Anzeige hierher verlinken, dann kann man dem Streit beitreten.


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