8059 Mitglieder
17 Foren
16271 Themen
147460 Beiträge
Besucher Rekord: 1611 @ 20/02/2011 21:57
|
|
|
#78691 - 27/05/2005 01:41
Re: Adoption in Marokko
|
Mitglied
Registriert: 19/02/2001
Beiträge: 713
Ort: München
|
@Klazina
Das freut mich dass ihr es geschafft habt. Ich habe vor 2 Wochen mit dem LJA in Köln gesprochen, diese betrachten jeden Fall individuell.
Bedingung war wenn ich es richtig verstanden habe dass die marokkanischen zuständigen Behörden antworten. Ist dieses geschehen?
IN Bayern läuft dieses anders ab. Das LJA erstickt jeden Antrag für ein Kind aus Marokko im Keim. Es wurden hier alle Papiere erbracht um eine Einreise zu ermöglichen. Die Vorabzustimmung scheiterte aber an einem fehlenden Bericht, der aber vom Jugendamt nicht erstellt wird (da LJA kategorisch nein sagt).
Mich würde interessieren welche Vorgehensweise genau getätigt wurde (Botschaft, Jugendamt etc.) damit es positiv ausging.
|
|
hoch
|
|
|
|
#78692 - 27/05/2005 09:42
Re: Adoption in Marokko
|
Junior Member
Registriert: 24/05/2005
Beiträge: 2
Ort: Köln
|
Hallo Karim, mein Mann und ich haben uns beim Kölner Jugendamt uns als Adoptiveltern beworben. Damit wir den Sozialbericht bekommen. Wir haben aber auch direkt gesagt, dass wir ein Kind aus Marokko wollen. Die Reaktion war, das funktioniert nicht, da die Bhörden in Marokko nicht mit arbeiten. Dann sind wir nach Marokko geflogen und haben dort unseren Antrag auf die Kafala gstellt beim zuständigen Richter. Wir haben unheimlich dafür gekämpft, dass die marokkanischen Behörden uns Unterlagen gibt. Wir hatten in Marrakech aber auch eine Sozialarbeiterin, die uns unterstützt hat. Die Unterlagen, die wir dem Landesjugendamt gegeben haben, haben ihnen gereicht um uns die Gestattung zu geben, vorauf dann unser Sozialarbeiterin beim Jugendamt Köln unseren Sozialbericht nach Marokko gesendet hat. Dann bekamen wir aus Marokko den geforderen Kindervorschlag.
Viele Grüße Barbara
|
|
hoch
|
|
|
|
#78693 - 27/05/2005 23:54
Re: Adoption in Marokko
|
Mitglied
Registriert: 19/02/2001
Beiträge: 713
Ort: München
|
@Klazina
Das Kölner LJA ist wesentlich flexibler. Es sagte mir im Gespräch, dass individual entschieden wird.
Die von ausgeübte Kafala wird durch marokkanische Staatsbürger ausgeübt. Eine Adoption nach deutschen Recht wurde beantragt, aber der Bericht des Jugendamtes fehlt. Ein Angebot einen marokkanischen Bericht vorzulegen scheiterte, da die Ämter diesen ablehnten. Wegen der Kafala läuft eine Klage beim VG Berlin. Die vom Außenministerium vorgeschlagene Adaoption nach Deutschen Recht scheiterte wegen eines Berichtes (weil das Jugendamt sich verweigert). Es ist egal wie man sich dreht, es geht in keine Richtung weiter. Selbst wenn man für eine bestehende Kafala einen neuen Adoptionsantrag stellen würde, so würden man im Vorfeld scheitern, da die Adoption aus Marokko nicht möglich ist.
Das Resultat: Kafala nicht möglich da im deutschen Recht unbekannt. Adoption nich möglich da Marokko sie nicht kennt (was falsch ist).
|
|
hoch
|
|
|
|
#78694 - 07/06/2005 23:37
Re: Adoption in Marokko
|
Mitglied
Registriert: 19/02/2001
Beiträge: 713
Ort: München
|
Zur Zeit wird ein ausführliches Dokument ausgearbeitet, welches alles genau erklärt. Später mehr.
|
|
hoch
|
|
|
|
#78696 - 12/10/2005 21:14
Re: Adoption in Marokko
|
Mitglied
Registriert: 18/03/2002
Beiträge: 1643
Ort: Allemagne
|
Hallo Karim, wie ist der Stand bei Euch ? Wäre sicher für viele interessant, zu erfahren, ob es geklappt hat.
_________________________
Viele Grüße, Ulla
"Ein Kind ist kein Gefäß, das gefüllt, sondern ein Feuer, das entzündet werden will" Francois Rabelais
|
|
hoch
|
|
|
|
#78697 - 12/10/2005 23:37
Re: Adoption in Marokko
|
Moderatorin
Registriert: 20/07/2005
Beiträge: 1908
Ort: Deutschland
|
Kafala nicht möglich da im deutschen Recht unbekannt. Adoption nich möglich da Marokko sie nicht kennt (was falsch ist Lieber Karim im Islam ist ein Adoption nicht möglich weil man dem Kind seine Abstammung nimmt.Es ist nicht möglich eine Adoption durchzuziehen weil sie haram ist. Attabani (Qur'an 33:4-5) Adoption Adoption ist durch den Koran abgeschafft worden, und nach dem islamischen Recht werden Eltern per Adoption nicht als Eitern im Sinne leiblicher Eltern anerkannt. Das Kind muss von seiner Abstammung her seinen leiblichen Eltern zugeordnet werden können, und legitime Schwangerschaft besteht dem islamischen Gesetz gemäß ohnehin nur innerhalb der Ehe. Der Koran sagt hierzu: ... und Er machte eure Adoptivsöhne nicht zu euern leiblichen Söhnen. Das sind eure Worte in euerm Mund; Allah aber spricht die Wahrheit, und Er leitet auf den "Während monogene Krankheiten bei Erwachsenen nur zu 10-15% der ererbten Krankheiten und Missbildungen ausmachen, ist der Prozentsatz bei Kindern erheblich höher." rechten Weg. Nennt sie nach ihren Vätern; dies ist gerechter vor Allah. Wenn ihr jedoch ihre Väter nicht kennt, so seien sie doch eure Brüder im Glauben und eure Schützlinge. Und was ihr darinnen fehlt, ist euch keine Sünde, es sei denn, was eure Herzen mit Vorsatz tun. Und Allah ist verzeihend und barmherzig. (Koran, 33:4-5) Waisen großzuziehen stellt einen hoch anerkennenswerten Akt der Nächstenliebe dar, zu dem die islamische Lehre ermuntert, aber selbst dann muss die Abstammung des Kindes von seinem leiblichen Vater erkennbar bleiben. Deshalb kann ein Paar, das Träger eines tödlichen Gens oder eines Gens ist, das ein Risiko schwerer Krankheit für seine Nachkommen in sich birgt, zwar kein leibliches Elternpaar werden, aber nichtsdestoweniger eine oder mehrere Waisen in dem Sinne adoptieren, dass es sich um sie kümmern und für sie sorgen kann und für deren Großziehen jeden nur erdenklichen Lohn bekommt. ich wollte nur erklären warum Kafala und nicht Adoption-für die die es nicht wußten 
|
|
hoch
|
|
|
|
#78698 - 13/10/2005 10:47
Re: Adoption in Marokko
|
Mitglied
Registriert: 18/03/2002
Beiträge: 1643
Ort: Allemagne
|
Hallo Tangeroise, danke, daß Du diesen Aspekt noch einmal hervorhebst.
Ich möchte nur ein "MISSVERSTÄNDNIS" (ist er zumindest aus meiner Sicht) auf islamischer Seite erläutern.
Es wird von islamischer Seite immer begründet, daß eine Adoption nach europäischem Recht nicht richtig ("Haram") und möglich ist, da diese dem Kind seine Abstammung nimmt.
Jedoch: Eine Adoption nach europäischem Recht (wozu auch die deutsche zählt) nimmt dem Kind nicht seine BIOLOGISCHE Abstammung. Die Adoption nach europäischem Recht stellt das Kind innerhalb der Familie lediglich RECHTLICH auf die gleiche Stufe wie die leiblichen Kinder.
Und das ist in vielen Teilen gut so, weil Adoptivkinder gegenüber den leiblichen Kindern nicht mehr als minderwertiger oder geringer erachtet werden, so wie es in der Vergangenheit der Fall war. Dies gilt besonders in Erbschaftsangelegenheiten. Und warum soll ein Kind, das z.B. als Säuglich adoptiert wird, in der Familie aufwächst und sich im Alter genauso um die Eltern kümmert, weniger Rechte gegenüber den Eltern haben ?
Deutsche Adoptivkinder haben neben der Adoptivurkunde auch eine Abstammungsurkunde. Und es wird heutzutage offen mit den Kindern über die Herkunftseltern und Adoptiveltern gesprochen. Die Kinder wachsen mit der Kenntnis auf, daß sie 2 "Formen" von Eltern haben: die Herkunftseltern und die Adoptiveltern. Es wird heute sogar befürwortet und gefordert, daß die Adoptiveltern den Kontakt mit der Herkunftsfamilie des Kindes suchen und fördern, damit das Kind - neben dem Aufwachsen in der Adoptivfamilien - zu seinen Wurzeln findet. Daß Kinder dabei "verwirrt" werden, - so weiß man heute - ist eine Unterschätzung der kindlichen Mentalität und diese Haltung gilt als überholt.
Leider war es lange in der westlichen Welt üblich, dem Kind seine biologische Abstammung zu verheimlichen, vor allem wenn das Kind laut Kirche "in Sünde" (d.h. ledig) gezeugt wurde oder die Eltern kriminell waren. Heute geht man sogar damit offen um, weil man sagt, das Kind ist unschuldig, was seine "Herkunft" betrifft. Es lastet ihm kein Makel der Sünde an, wie man früher oft dachte. (Hingegen weiß ich, daß in islamischen Ländern die Kinder in Waisenhäusern oft als minderwertig von der Gesellschaft gesehen werden, da man weiß, daß die Mutter oft ledig oder womöglich sogar Prostituierte war).
Was im islamisch-religiösen Sinne aus meiner Sicht gemeint ist, ist lediglich die biologische Abstammung. Und diese Abstammung zu vertuschen, wäre meiner Meinung nach in der Tat ein Verbrechen (gegenüber dem Kind) und wird im Islam auch - wie Du sagst, als "haram" erachtet.
Bei all diesen Diskussionen stelle ich fest: Hier passen Denkmuster (islamisch-östlich und europäisch-westlich) nicht zusammen, deswegen gibt es Vorurteile und Mißverständnisse auf beiden Seiten (sind in den vorigen Beiträgen ausreichend beschrieben.)
Die Konsequenz: Weil die Marokkaner Sorge und Ängste bzgl. der deutschen/europäischen Adoption haben, kooperieren sie nicht mit den deutschen/europäischen Behörden. Und die deutschen Behörden machen deshalb momentan komplett "zu". Auch Marokkaner, die in Deutschland leben, dürfen kein marokkanisches Waisenkind adoptieren und das Kind in Deutschland aufwachsen lassen. Was sehr traurig ist, weil die Waisenhäuser in Marokko nicht mehr wissen, wohin mit den vielen Kindern !
@ Karim, wir würden uns freuen, von Dir zu hören !
_________________________
Viele Grüße, Ulla
"Ein Kind ist kein Gefäß, das gefüllt, sondern ein Feuer, das entzündet werden will" Francois Rabelais
|
|
hoch
|
|
|
|
#78699 - 19/10/2005 17:56
Re: Adoption in Marokko
|
Mitglied
Registriert: 19/02/2001
Beiträge: 713
Ort: München
|
@Ulla In München sind zur Zeit 2 Kafalas von Marokkanern dem Gericht bekannt (und werden bearbeitet). In Berlin ist die Klage wegen einer Kafala am laufen. @tangeroise Kafala nicht möglich da im deutschen Recht unbekannt. Adoption nich möglich da Marokko sie nicht kennt (was falsch ist Lieber Karim im Islam ist ein Adoption nicht möglich weil man dem Kind seine Abstammung nimmt.Es ist nicht möglich eine Adoption durchzuziehen weil sie haram ist. Attabani Die Aussagen die du zitierst stammen vom LJA Bayern. Die Aussage "was falsch ist" stammt von mir. Islam und Marokko sind zwei Dinge. Nach dem Islam soll ein Kind den Namen seiner Eltern wissen und diesen behalten. Marokkanisches Recht ist nicht exakt das des islamisches Rechts. Im alten Gesetz zur Kafala erhielt bei einer Kafala das Kind beim gleichen Familiennamen einen patronomischen Namen. Marokko kennt die Adoption nicht (Gesetz), obwohl eine Adoption machbar ist (laut marokkanischen Aussagen bei der UN). Wenn das Kind Christ ist und der Annehmende auch, so ist eine Adoption durchführbar. @Ulla Die Konsequenz: Weil die Marokkaner Sorge und Ängste bzgl. der deutschen/europäischen Adoption haben, kooperieren sie nicht mit den deutschen/europäischen Behörden. Und die deutschen Behörden machen deshalb momentan komplett "zu". Auch Marokkaner, die in Deutschland leben, dürfen kein marokkanisches Waisenkind adoptieren und das Kind in Deutschland aufwachsen lassen. Was sehr traurig ist, weil die Waisenhäuser in Marokko nicht mehr wissen, wohin mit den vielen Kindern ! So wie ich weis werden die betroffenen Marokkaner bis zum Verfassungsgericht klagen. Denn eine Kafala ist durch ein Bundesgesetz gedeckt und dann für Marokkaner auch in Deutschland ausübbar. Ein Beispiel: (als wiederholung) Ein Familie aus Marokko hat 3 Kinder (1 Kind durch eine Kafala). Die Familie bekommt ein Visum bis auf das Kafalakind. Die marokkanische Familie nach marokkanischen Recht (mit 3 Kindern) wird einfach ohne rechtliche Grundlage dezimiert. Prof. wie Jayme sehen hier ein Problem denn laut dem internationalen Privatrecht ist die Kafala in Deutschland ausübbar. Das OLG Karlsruhe hat hier zu bereits ein entsprechendes Urteil gesprochen. In dem Fall wollten 2 Marokkaner ein marokkanisches Kind adoptieren. Das Gericht sprach hier aus das die Kafala hier die passende Form sei. Die gegnerische Seite (LJA ...) akzeptierte das Urteil.
|
|
hoch
|
|
|
|
#78700 - 17/07/2006 01:47
Re: Adoption in Marokko
|
Mitglied
Registriert: 19/02/2001
Beiträge: 713
Ort: München
|
Nach langer Zeit melde ich mich wieder zu Wort.
1. Zum bisher genannten Fall 2. Ein weiterer Fall 3. Aktuelle Gesetzteslage
zu 1. In dem von mir geschilderten Fall, wird nun das Gerichtsverfahren stattfinden. Der deutsche Anwaltsverein übernimmt dort die Klage. Das auswärtige Amt pocht hier bei der Kafala auf Verstoß des Ordre Public.
zu 2. Eine alleinstehende Marokkanerin hat in einem Weisenhaus eine Kafala gemacht und die Familienzusammenführung beantragt. Die Betroffene Marokkanerin lebt wie der erste Fall in Bayern. Die Behörden lehnten die Familienzusammenführung wie im ersten Fall ab weil sie keine vollgültige Adoption sei. Desweiteren wurde kritisiert dass das Kind einen anderen Namen als die Marokkanerin hat.
Das marokkanische Innenminsterium hat hier erwogen den Kindesnamen zu ändern, was aber auch nicht den Erfolg gebracht hat.
zu 3. In Deutschland ist das ausführen einer Kafala rechtlich eigentlich möglich (internationale Abkommen und IPR) aber die Behörden blockieren die Familienzusammenführung immer da es kein Gesetz in Deutschland zur Kafala gibt.
Frankreich lehnt generell Anträge von Franzosen ab, die eine Kafala zur Adoption machen wollen. Dieses ist in Frankreich gesetzlich geregelt.
Belgien: Im Dezember 2005 verabschiedete das belgische Parlament ein Gesetz zur Kafala welches die Einreise solcher Kinder regelt (Kindeswohlprinzip und Ausübung der Kafala in Belgien).
|
|
hoch
|
|
|
|
#78701 - 18/07/2006 10:22
Re: Adoption in Marokko
|
Mitglied
Registriert: 18/03/2002
Beiträge: 1643
Ort: Allemagne
|
Karim, ich habe Deine Informationen vermisst. Ich wünsche Euch alles erdenklich Gute und einen positiven Ausgang !
_________________________
Viele Grüße, Ulla
"Ein Kind ist kein Gefäß, das gefüllt, sondern ein Feuer, das entzündet werden will" Francois Rabelais
|
|
hoch
|
|
|
|
#91098 - 07/02/2009 19:47
Re: Adoption in Marokko
[Re: U l l a]
|
Mitglied
Registriert: 02/02/2005
Beiträge: 137
Ort: Köln
|
@Karim...wie ist eigentlich die Geschichte ausgegangen?
|
|
hoch
|
|
|
|
|