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Wüsten- und Tuareg Ausstellung in Darmstadt #43559
28/06/2002 20:32
28/06/2002 20:32
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Süd-Baden
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Süd-Baden
Dünen, Dornen und Dromedare -

Hessisches Landesmuseum Darmstadt präsentiert:

Ausstellung über die Wüste

Von Dieter Schneberger (epd)

Darmstadt, 25.4.02 (epd).
Dünen, Dornengestrüpp und blühende Kamillen, Felsgestein, archäologische Fundstücke, Dromedare, Hornvipern, Mauren und Tuareg - das Hessische Landesmuseum Darmstadt präsentiert vom 28. April bis 27. Oktober eine Ausstellung über die Faszination der Wüste in Vergangenheit und Gegenwart.

In neun Abteilungen und auf einer Fläche von mehr als 1.300 Quadratmetern erfährt der Besucher Interessantes über die Geschichte der Wüstenforschung, die Entstehung und Verbreitung von Wüsten sowie deren klimatische Entwicklung innerhalb der letzten 20.000 Jahre. Außerdem wird das Leben und Überleben von Pflanzen, Tieren und Menschen thematisiert.

In der ersten Abteilung "Leben in der Wüste" treten die Besucher in einen dunklen Raum, der nur durch Vitrinenausschnitte erhellt wird. Themen wie die verschiedenen Anpassungen von Tier und Pflanzen sind hier dargestellt. Am Ende des Raumes steigt der Besucher auf ein Podest, von dem aus der Perspektive einer Springmaus eine 160 Quadratmeter große Wüstenlandschaft zu sehen ist.

Gerade für den biologischen Teil der Ausstellung wurden nach den Angaben von Projektleiter Uwe Moldrzyk einige Neuheiten entwickelt. Die Fixierung der Spuren im Sand etwa oder die Modulbauweise des Dioramas, eines dreidimensionalen Panoramas mit echtem Sand und ausgestopften Tieren, seien neu im Bereich der musealen Präparation.

Im zweiten Ausstellungsabschnitt ermitteln Physiker unter dem Stichwort "Forschen" das Alter archäologischer Fundstücke. Botaniker und Zoologen geben Auskunft über die damalige Tier- und Pflanzenwelt, und Ethnologen enträtseln die menschlichen Schicksale, die in und hinter den einzelnen Fundstücken stecken.

In den Abteilungen drei und vier geht es um "Geologie und Paläontologie" und "Die Wüste im Wandel". Hier wird der Besucher etwa auf eine Zeitreise durch die Erdgeschichte geschickt. Das "Laboratorium" handelt vom "Wüstenschiff", dem Kamel. Moldrzyk und seine Mitarbeiter haben dazu ein Fell eines Dromedars beschafft und es auf einen den Körperformen des Tieres nachgebildeten Holzblock gespannt.

Genauso wenig wie der Tag ohne die Nacht, so ist auch eine Wüste nicht ohne Oase zu denken. Entsprechend wurde der Innenhof des Museums in eine grüne Entspannungslandschaft verwandelt mit Wasserspendern, Sitzkissen und einem Dattelautomaten. Vier Palmen von der Expo 2000 in Hannover sorgen für Sauerstoff und Schatten.

In Abteilung sieben sind auf einem dreidimensionalen Globus die Wüsten der Erde markiert und Teil acht ist den "Menschen der Wüste" gewidmet: den Tuareg, den Mauren und den im Sudan beheimateten Mahria. Wichtige Themen wie Teezeremonie, Gastfreundschaft, Viehzucht und Wasser bilden die Eckpfeiler dieses Raumes.

Der Ausstellungsrundgang endet mit einem Einblick in das Oeuvre des Briten Richard Long. Der aus Bristol stammende Künstler hat zahlreiche Wüstengegenden von der Sahara bis zur Mongolei durchwandert, in der Natur vorhandene Steine zu Skulpturen und Kreisen aufgetürmt und seine Erlebnisse in Fotografien, Zeichnungen und Textarbeiten festgehalten.

An der Realisierung der Wüstenausstellung haben Uwe Moldrzyk und ein interdisziplinäres Team aus Archäologen, Ökologen, Ethnologen, Kunsthistorikern, Biologen und Geologen seit 1998 gearbeitet. Unterstützt wurden sie dabei von Fachleuten verschiedener Institutionen wie dem Heinrich-Barth-Institut in Köln und den Naturschutzbehörden Tunesiens.

Die Spurensuche führte sie im vergangenen Jahr sogar ins tunesische Douz. Von dort haben sie zahlreiche Exponate nach Darmstadt mitgebracht, zum Beispiel zwei Beduinenzelte und ein Hochzeitskoffer, aber auch Steine, Schotter und Sand.

Die Wüstenausstellung im Hessischen Landesmuseum, Friedensplatz 1, 64283 Darmstadt, ist dienstags bis samstags von 10 bis 17 Uhr, sonntags von 11 bis 17 Uhr und mittwochs von 10 bis 21 Uhr geöffnet. Ein umfangreiches Rahmenprogramm mit einem Symposium zum Thema "Wüstenforschung im deutschsprachigen Raum (22. und 23. August), Literatur, Musik, Filmen und Aktionen begleiten das Ereignis. http://www.epd-hessen-nassau.de/veranst.htm#wueste

Homepage des Hessischen Landesmuseums mit ausführlichen Infos über die Ausstellung
http://www.hlmd.de/wueste-wueste/fuehrung.html [/b]

TUAREG
Beispiele einer Nomadenkultur im Wandel


Die Tuareg, von den romantisierenden ~ Darstellungen europäischer Schriftsteller als "Ritter der Wüste", "verschleierte Männer" und "blaue Menschen" verklärt, gelten als die Wüstenbewohner schlechthin. Ihr Lebensraum ist das Innere und der Süden der Sahara. Die Tuareg gehören zum Kulturkreis der Berber. In Abgrenzung zu den anderen Völkern bezeichnen sie sich als Imuhar oder Imajeren, als freie Menschen.
Seit der Unabhängigkeit Nordafrikas von den Kolonialmächten zu Beginn der sechziger Jahre leben die Tuareg über die fünf Staaten Niger , Mali, Algerien, Libyen und Burkina Faso verteilt. Ihre Nomadenkultur befindet sich durch zurückliegende, geschichtlich - politische Ereignisse sowie durch die Konfrontation mit neuen Lebensformen im Zustand der Veränderung und ist durch klimatische Extremsituationen (z.B. der Dürre in den 70er und 80er Jahre in der Sahelzone) besonders gefährdet. Es kam zu einem massenhaften Tiersterben und viele Nomadenhaushalte verloren ihre schon zuvor labile Existenzgrundlage.
Die zunehmend seßhaft werdenden Kamelnomaden sind berühmt für ihre Handwerkskunst. Tuaregobjekte sind unverkennbar wie ihre Besitzer- Ein Kamellastsack oder ein Sattel, ein Dolch oder ein Schmuckstück, kann auf den ersten Blick von den Objekten der Nachbarvölker abgegrenzt und den Tuareg zugeordnet werden, oft sogar einzelnen Regionen, Stämmen oder Handwerkerschulen. Von der gleichermaßen strengen wie verspielt-manieristischen Gestaltung, Farbwahl und Dekorstruktur geht eine eigenartige Eleganz und fremdartige Schönheit aus, die noch in Verbindung mit den saharischen Farben, dem Kontrast leuchtender Sandflächen und hitzeflimmernder Horizonte unter einem grenzenlosen Himmel zu sehen ist. Erst hier entfaltet sich die besondere ästhetische Wirkung dieser Objekt- und Gerätekunst, die der Kultur der Tuareg ihr sichtbares Gepräge und ihre äußerlichen Identitätszeichen verleiht. ,

So sind vor allem die Lederarbeiten der Frauen authentischer Ausdruck der Tuareg- Volkskunst. Neben der typischen Behausung, dem Zelt, sind die verschiedensten Behältnisse, Sitzkissen und Futterale aus Leder gefertigt und durch Färbung, Schnitt oder Applikationen aufwendig geschmückt. Prunkstücke der Tuareg- Lederkunst sind die Kleidersäcke. Mit ihren im Wind vibrierenden Fransenreihen auf der Flanke des Reitkamels sind sie die einzigen, das Auge erfrischenden Farbpunkte in der sonnendurchglühten Unendlichkeit einer monochromen Wüstenlandschaft.


Der größte Teil der Tuaregobjekte wird von der als enhad'en - die Leute des Blasebalgs - benannten Zunft hergestellt. Die zumeist mobilen Wanderhandwerker sind bewundernswerte Meister der Formgebung und Ornamentierung- Als Beherrscher des Feuers und der Naturelemente wähnt man sie mit den Geistern im Bund, einigen der von ihnen verarbeiteten Materialien schreibt man magische Kräfte zu. Die sogenannten Tuareg-Schmiede sind Universalhandwerker, ihre ureigenste Domäne ist jedoch die Metallkunst. Sie fertigen sämtliche Metallgegenstände. die ein Tuareg benötigt: von Waffen wie Messer und Schwerter, über Gebrauchsgegenstände wie Schlösser, Kamelsättel und Haushaltsgerät bis hin zu Amulettbehältern und Schmuck. Fein verzierte Haarnadeln, Ohrringe, Schläfenschmuck, Fingerringe und Armreife, vor allem aber die berühmten "Agadez-Kreuze" repräsentieren das Schmuckschaffen dieser Ethnie.

Holz ist nach Leder das vielleicht wichtigste Material im Alltagsleben der Sahara-Bewohner. Geschmackvoll geschnitzte Kissenstützen, Ständer zum Aufhängen von Ledertaschen, Bettrahmen und Schüsseln gehören bei den Tuareg ebenso in jeden gut ausgestatteten Haushalt wie die gewebten Matten aus Hartgras mit ihrer typischen abstrakt-geometrischen Ornamtik.

Unverzichtbar in einer Ausstellung über die Tuareg ist ehan, das Zelt, mit Hausrat und Utensilien für die Tee-Zubereitung sowie die Installation einer Schmiede mit Amboß, Blasebalg und Metallpunzen. Ergänzt durch Photographien des Tuareg-Kenners Hans Ritter gewähren sie Einblicke in die stark im Wandel begriffene Lebenspraxis der Kamelnomaden.

Ausstellung im Museum Künstlerkolonie,
Mathildenhöhe Darmstadt
18. Mai bis 1. September 2oo2

Dienstags bis Sonntags 10.00 bis 17.00 Uhr

Olbrichweg / Alexanderweg
64 287 Darmstadt
Telefon: 0 61 51 - 13 33 85
Telefax: 0 61 51 - 13 37 39
e-mail: mkkd@stadt.darmstadt.de

Veranstalter:
Institut Mathildenhöhe , Darmstadt

Ausstellungsduratorin
Dr.Renate Ulmer

Ethnologische Beratung
Dr. Hans Ritter, München

Katalog
Zur Ausstellung erscheint ein reichbebildeter Katalog im Verlag Häusser mit Beiträgen von Prof. Dr. Peter Fuchs, Dr. Georg Klute und Dr. Hans Ritter
ISBN 3-89552-083-7


In Verbindung mit der großen Wüstenausstellung, die das Hessische Landesmuseum Darmstadt am 28. April eröffnet, präsentiert das Museum Künstlerkolonie auf der Mathildenhöhe Schmuck und Gebrauchsgegenstände der Tuareg.
Eine bislang noch nie gezeigte private Sammlung breitet ihre im Laufe vieler Jahre zusammengetragenen Schätze aus - rund 250 Arbeiten aus den verschiedenen Gruppierungen der Tuareg und ihren unterschiedlichen Lebensbereichen. Neben dem Augenmerk für das Verschwindende wurde dabei auf besondere handwerkliche Qualität geachtet. So bietet die Präsentation dieser Sammlung im Reichtum ihrer Formen und Dekore eine Skala, die derzeit von keinem Museum in Deutschland in einer ständigen Schausammlung geboten wird.


give peace a chance.

Re: Wüsten- und Tuareg Ausstellung in Darmstadt #43560
28/06/2002 20:43
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Süd-Baden
Blandina Offline OP
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Blandina  Offline OP
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Süd-Baden
Hallo zusammen,

sorry, ich hätte glaube ich deutlicher herausheben sollen, dass dies 2 verschiedene Ausstellungen an zwei verschiedenen Örtlichkeiten in Darmstadt sind.

Viele Grüsse


give peace a chance.

Re: Wüsten- und Tuareg Ausstellung in Darmstadt #43561
21/08/2002 01:30
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Blandina Offline OP
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Blandina  Offline OP
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Süd-Baden
Hallo zusammen

nur nochmal zur Erinnerung.
Eine der Ausstellungen (Tuareg) endet am 1.September in Darmstadt.
Wer noch hin möchte....

Viele Grüsse


give peace a chance.


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